Die Energieversorger reagieren nur unzureichend auf die Umsatzeinbrüche mit Marketingmaßnahmen
ID: 1551133
Das Center für kommunale Energiewirtschaft untersucht in einer zweiten Studie die Marketing- und Vertriebsaktivitäten der deutschen Energieversorger
Nach Angaben des BDEW haben seit der Liberalisierung knapp ca. 17 Mio. (40%) Haushaltskunden, allein 2015 insgesamt 4,0 Mio. ihren Stromversorger und 1,14 Mio. ihren Gasversorger gewechselt. Bei den Industriekunden gestaltete sich die Verteilung deutlich differenzierter. Lediglich 1% der Kunden ist bei ihrem residierenden Anbieter noch im Grundversorgungstarif. Etwa 66% der Industrie- und Gewerbekunden sind bei einem anderen Lieferanten als dem Grundversorger unter Vertrag. Die Umsatzrückgänge der Branche und die hohen Wechselquoten stellen hohe Anforderungen an das Marketing und den Vertrieb der Energieversorger.
Der Energiemarkt nähert sich dem klassischen vollkommenen Markt mit
Homogenen Produkten
Vollkommener Transparenz und
Unendlicher Anpassungsgeschwindigkeit
Die Renditen der vollkommenen Märkte tendieren zur Normalverzinsung auf dem Kapitalmarkt.
Die Aufgabe des Marketings ist es, den vollkommenen Markt in einen unvollkommenen Markt zu verwandeln, d.h. aus den homogenen Produkten heterogene Produkte zu machen, die Transparenz in Intransparenz umzuwandeln und eine Lange Bindung des Kunden zu erreichen.
Da Strom und Gas homogene Produkte sind, haben Unternehmen, die innovative Produkte anbieten, besonders gute Chancen ihre Kunden zu halten und sogar neue zu gewinnen. Der Kunde fordert Produkte, die einfach, preiswert und nachvollziehbar sind, sowie einen erkennbaren Mehrwert gegenüber Standardprodukten bieten und speziell auf seine Bedürfnisse zugeschnitten sind. Die Möglichkeiten der Energieversorger in ihren Kernprodukten Strom, Gas und Fernwärme Innovationen kontinuierlich zu fördern sind sehr begrenzt. Immer mehr EVU sehen ? aufgrund der sinkenden Umsätze und Margen in den klassischen Disziplinen - die Notwendigkeit ihr Geschäftsmodell umzustrukturieren bzw. zu erweitern. Viele reagieren mit der Erweiterung des Produktportfolios um energienahe Produkte und Dienstleistungen, die bei einigen deutlich über die klassischen Energieprodukte hinausgehen. Das Center für kommunale Energiewirtschaft (CKEW) hat nach der Studie 2013 aktuell eine weitere Studie durchgeführt, die den Status quo der Marketinginstrumente in der Energieversorgungsbranche untersucht und mit dem Stand von 2013 vergleicht. Dazu wurden bei 438 Energieversorgungsunternehmen ermittelt, welche Marketing- und Vertriebsaktivitäten bevorzugt werden. Im Vordergrund stehen die Bereiche:
Distributionskanäle
Produktportfolio
Service und Dienstleistungen, sowie
Öffentliche Wahrnehmung
In den untersuchten Unternehmen werden die Marketinginstrumente ? abhängig von der Unternehmensgröße - sehr unterschiedlich genutzt. Der Anteil der Unternehmen mit einem Onlinevertragsabschluss ist von 49% auf 65% angestiegen.
Bei den Tarifen für Strom und Gas ist der Anteil der Anbieter ohne Grundtarif weiter zurückgegangen, da die Netzkosten in der Regel fix sind und damit die Eigenerzeuger keine oder nur geringe Netzkosten tragen müssen. Dieser Trend wird sich sicher mit der Erhöhung der Eigenversorgung verstärken, da ansonsten die Netzgebühren für die restlichen Stromverbraucher stark ansteigen würden. Der Anteil der zeitabhängigen Tarife, vor allem Smartmeter Tarife, der Anbieter von Tag- und Nachtarifen, ist von 43% auf 59% angestiegen. Der Anteil von Bundlingstarifen ist weiter rückläufig. Hingegen ist der Anteil der Anbieter mit Preisgarantien von einem Jahr und darüber hinaus angestiegen. Bei der Kategorie Service und Dienstleistungen ist sowohl der Anteil der Anbieter mit Contracting-Modellen als auch von Energieberatung angestiegen.
Der Anteil der Unternehmen mit Ökoenergieerzeugung ist von 32% auf 44% deutlich angestiegen, entsprechend dem gesamten Anteil an Ökostrom.
Die Teilnahme an sozialen Aktivitäten und Projekten wurde weiter ausgebaut. Vor allem die Teilnahme an lokalen Förderprogrammen hat von 43% auf 55% zugenommen. Insgesamt bestehen noch große Potenziale im Marketing der Stadtwerke.
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: PresseBox
Datum: 14.11.2017 - 12:15 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1551133
Anzahl Zeichen: 4533
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Köln
Kategorie:
Energie & Umwelt
Diese Pressemitteilung wurde bisher 367 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Die Energieversorger reagieren nur unzureichend auf die Umsatzeinbrüche mit Marketingmaßnahmen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
INeKO - Benchmarking Center Europe (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die Mehrheit der arbeitenden Bevölkerung nimmt die massiven negativen Veränderungen der Gesellschaft in den letzten Jahren wahr. Nur ein Sechstel sieht einen Wandel zum Besseren. Vor allem zunehmende Rücksichtslosigkeit, wachsender Zeitdruck und Egoismus bedrohen nach Ansicht von zwei Dritteln de
Durch Rücksichtslosigkeit, Zeitdruck und Egoismus wird der Zusammenhalt der Gesellschaft massiv bedroht ...
Die Mehrheit der arbeitenden Bevölkerung nimmt die massiven negativen Veränderungen der Gesellschaft in den letzten Jahren wahr. Nur ein Sechstel sieht einen Wandel zum Besseren. Vor allem zunehmende Rücksichtslosigkeit, wachsender Zeitdruck und Egoismus bedrohen nach Ansicht von zwei Dritteln de
Rationale Energiepolitik ...
Aufgrund der Nichteinhaltung der Klimaziele und des Schadstoffausstoßes in Städten laufen Gerichtsverfahren vor dem europäischen Gerichtshof und vor Gerichten. Schüler gehen wöchentlich auf die Straße um gegen die Umweltpolitik ihren Unmut zu äußern. Der Schaden, der inzwischen längst die B
Weitere Mitteilungen von INeKO - Benchmarking Center Europe
UFOP veröffentlicht Sachstandsbericht "Biodiesel 2016/2017" ...
Auch in diesem Jahr veröffentlicht die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) einen Auszug der relevanten Kapitel zum Thema Biodiesel aus dem Geschäftsbericht 2016/2017 als Sonderdruck. Der Bericht informiert auf 44 Seiten über die wichtigsten Aspekte der nationalen und europ
Eaton: Anstieg erneuerbarer Energien in Deutschland stellt die Flexibilität von Energiesystemen vor große Herausforderungen ...
Bis Mitte der 2020er Jahre wird in Deutschland und Großbritannien mehr als die Hälfte der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien stammen. Gleichzeitig werden sich die Kosten für die Erzeugung von Wind- und Solarenergie bis 2040 voraussichtlich mehr als halbieren. Die größte Herausforderung
Niedersächsische Landesforsten ziehen Bilanz nach Sturm "Herwart" ...
Zwei Wochen nach dem Sturm ?Herwart? vom 29. Oktober ziehen die Niedersächsischen Landesforsten eine erste landesweite Bilanz. Der Vizepräsident von Niedersachsens größtem Waldbesitzer, Klaus Jänich, beziffert die Schäden im Landeswald auf rund 160.000 Kubikmeter geworfenes oder gebrochenes H
Glückswelthäuser: Kompaktes Massivhaus mit barrierearmen Konzept ...
(Mynewsdesk) Aktuell ist über die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland über 50 Jahre alt. Irgendwann wird der Tag kommen, an dem ein Großteil dieser Menschen ein altersgerechtes Wohnumfeld benötigt. Doch eine Erhebung des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes zeigt: aktuell si




