Schematherapie: Wie eigene ungünstige Verhaltensmuster und Gefühle therapeutisch gewandelt werden können
ID: 1552626
angelegt. Wenn wichtige emotionale Grundbedürfnisse nicht gestillt
werden, kann es zu ungünstigen Verhaltensmustern kommen. Diese können
sich in psychischen Störungen äußern, darunter fallen
Persönlichkeitsstörungen wie Borderline oder Narzissmus sowie
chronische Depressionen oder Angststörungen. Mittels der
Schematherapie von Jeffrey Young können diese Ursprünge in der
Kindheit erkannt werden. Im zweiten Schritt steht die Veränderung des
eigenen Verhaltens und der Einstellungen zu den Situationen im
Vordergrund. Das Besondere an der Schematherapie ist darüber hinaus
die Gestaltung der Beziehung zwischen Therapeut und Klient. Der
Therapeut übernimmt nach Analyse für die Dauer der Therapie die
Rolle, welche beispielsweise in der Kindheit negativ besetzt war und
wandelt durch sein gegenteiliges und dadurch passendes, einfühlendes
Verhalten die ungünstigen Erinnerungen um. Dies gilt sowohl für
ambulante als auch für stationäre Therapie.
Ein "maladaptives Schema" ist ein dauerhaftes, ungünstiges
Verhaltensmuster, das in der Kindheit oder Jugend erworben wurde.
Ursache dafür ist das dauerhafte Fehlverhalten von
Erziehungsberechtigten oder einflussreichen Personen im Leben des
Kindes oder Jugendlichen. Ein solches Schema ist ein Bündel an
Mustern von Gefühlen, Gedanken, Erinnerungen und Körperempfindungen.
Dieses steuert dann das Verhalten in einer bestimmten Situation.
Solche "Lebensfallen" können sich entweder auf sich selbst oder die
Beziehungen zu anderen Personen beziehen. Das gezeigte Verhalten ist
starr und hat wenig mit der konkreten Situation, die eigentlich
abläuft, zu tun. Durch diese Schemata wird eine gesunde psychische
Entwicklung quasi unterbunden.
Eine zweite Schema-Herkunft entsteht aus überhöhter Fürsorge in
der Kindheit oder Jugend. Die dahinter stehenden negativen, sich
wiederholenden Ereignisse, die zu Überbehütung führten, lassen
Verhaltensmuster entstehen. Diese fühlen sich zwar für den
Betroffenen "richtig" an, sind aber für ihn und Außenstehende Ursache
von Leid und schwierigen zwischenmenschlichen Beziehungen. In beiden
Formen entstehen Bewältigungsstile, die in drei Formen vorkommen:
"Sich-Fügen / Erdulden", "Überkompensation" und "Vermeiden".
Ein Beispiel: Arnes Eltern haben ihn in der Kindheit aus
beruflichen Gründen oft alleine zuhause gelassen, bevor er dafür reif
war. Er entwickelte starke Ängste und "klammert" als Erwachsener nun
an seiner jetzigen Familie, weil er Angst hat, verlassen zu werden.
Seine Partnerin und ihre gemeinsamen Kinder fühlen sich dadurch in
ihrem täglichen Leben eingeengt und kontrolliert. Mittels der
Schematherapie konnte Arne die Ursache für seine Ängste erkennen und
lernt nun Stück für Stück Verhaltensweisen, um im Alltag die
Beziehungen loszulassen. Seitdem geht es der Familie im Miteinander
besser.
Jeffrey Young arbeitete heraus, dass bestimmte Erlebnisse dann im
späteren Leben "Schema-Modi" auslösen. Dabei unterscheidet er
zwischen dysfunktionalen sowie gesunden Kind- und Erwachsenen-Modi.
Ziel der Therapie ist es, die gesunden Modi zu fördern, um das
glückliche Kind oder den zufriedenen Erwachsenen zu stärken.
Verschiedene therapeutische Ansätze helfen dem Klienten, die
Ursprünge der Muster zu erkennen, und neue Verhaltensweisen
einzuüben.
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Datum: 17.11.2017 - 10:10 Uhr
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