UN-Sonderberichterstatter John Knox auf terre des hommes-Konferenz:»Umwelt schützen bedeutet Menschenrechte verwirklichen« / 1,7 Millionen Kinder sterben jedes Jahr an umweltbedingten Krankheiten
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Umweltverschmutzung bedeuten einen Verstoß gegen die weltweit
verbrieften Menschenrechte. Dies ist das Resümee einer Konferenz, die
auf Initiative von terre des hommes gemeinsam mit südamerikanischen
Nichtregierungsorganisationen, Juristen und Wissenschaftlern in der
kolumbianische Hauptstadt Bogotá stattfand.
»Umweltschutz und Begrenzung der Klimawandelfolgen sind
unverzichtbare Bestandteile der Verwirklichung der Menschenrechte«,
erklärte Professor John Knox, Sonderberichterstatter der Vereinten
Nationen zu Menschenrechten und Umwelt, der als Ehrengast und
Hauptredner der Konferenz sprach. »Wenn wir über den Schutz der
Umwelt reden, hilft uns ein Blick auf die universellen
Menschenrechte. Wir verbinden Menschenrechte mit Begriffen wie
Freiheit, Gleichheit und Menschenwürde. Wir müssen sie auch mit der
Erhaltung einer lebenswerten Umwelt in Verbindung bringen. Sie geben
dem Klimawandel ein menschliches Gesicht.«
Weltweit sterben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation
jährlich 1,7 Millionen Kinder unter fünf Jahren an umweltbedingten
Erkrankungen. Gerade in den armen Ländern sind die Folgen des
Klimawandels dramatisch spürbar. Joshua Hofert, Mitglied des
Präsidiums von terre des hommes, betonte die sozialen Folgen
ungebremster Umweltzerstörung durch internationale Konzerne für die
Lebenschancen von Kindern: »In Lateinamerika müssen die Regierungen
aufhören, Landrechte an multinationale Konzerne zu vergeben, die
durch Monokulturen und Bergbau die Böden unfruchtbar machen sowie
Flüsse und das Grundwasser verschmutzen.«
Kernfrage der Konferenz war, wie die Erde auch für Kinder und
zukünftige Generationen erhalten werden kann. »Unser
Wirtschaftssystem ist auf Gewinnmaximierung ausgerichtet.
Ressourcenausbeutung und Umweltverschmutzung werden billigend in Kauf
genommen und die Folgen für Kinder heute und morgen außer Acht
gelassen«, so Joshua Hofert. »Doch es gibt auch Bewegung: Über 90
Staaten haben mittlerweile ein Recht auf eine gesunde Umwelt in der
eigenen Verfassung verankert. Jetzt kommt es darauf an, dieses Recht
in der politischen Praxis auf internationaler Ebene umzusetzen und
einklagbar zu machen.«
Pressekontakt:
Wolf-Christian Ramm, Pressesprecher, Tel.: 05 41 / 71 01-158 oder 01
71 / 6 72 97 48, E-Mail c.ramm@tdh.de
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Datum: 17.11.2017 - 11:24 Uhr
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