Bremer Fernsehpreis für NDR Landesprogramme "Hallo Niedersachen" und "Schleswig-Holstein Magazin"
ID: 1552886
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Gleich zwei Landesprogramme des NDR sind mit dem Bremer
Fernsehpreis 2017 ausgezeichnet worden. In der Kategorie "Beste
Sendung" holte "Hallo Niedersachen" den Preis bereits zum zweiten Mal
in Folge. Ausgezeichnet wurde die Ausgabe vom 27. Juli 2017 über das
Hochwasser im Land. In der Kategorie "Beste Recherche" ging einer von
zwei Preisen an drei Autorinnen und Autoren des "Schleswig-Holstein
Magazins" für ihre Berichte über Medikamentenversuche an Heimkindern
im Landeskrankenhaus Schleswig. Der Preis wurde am Freitag, 17.
November, im Rahmen einer feierlichen Gala im Event-Studio von Radio
Bremen verliehen.
NDR Intendant Lutz Marmor: "Zwei Bremer Fernsehpreise für den NDR
sind eine schöne Bestätigung für unser Engagement in der Region. Die
Kolleginnen und Kollegen des "Schleswig-Holstein Magazins" haben mit
hartnäckiger investigativer Recherche Missstände im Sendegebiet
aufgedeckt. "Hallo Niedersachen" ist bei Ereignissen, die die
Menschen hautnah betreffen, mit aktueller und kompetenter
Berichterstattung vor Ort. Ich gratuliere den Preisträgern in den
Landesfunkhäusern zu dieser Auszeichnung."
"Hallo Niedersachsen" berichtete in einer monothematischen Sendung
über das Hochwasser im Land. Dauerregen hatte dafür gesorgt, dass die
Pegel der Flüsse in Niedersachsen auf Rekordniveau anstiegen. In
Goslar hatte ein reißender Strom die Innenstadt verwüstet, während in
Hildesheim die Pegel leicht gefallen waren. Über Nacht verloren viele
Menschen in Niedersachsen ihr Hab und Gut und ihr Zuhause.
Die Jury begründete ihre Entscheidung so: "Wenn weite Teile eines
Bundeslandes unter Wasser stehen, kann man als Journalist in der
Zentrale leicht den Überblick verlieren: Wo herrscht
Katastrophenstimmung, wo entspannt sich die Lage? Die Redaktion von
'Hallo Niedersachsen' behält den Überblick, nimmt die Zuschauer an
die Hand und unternimmt mit ihnen eine 30 Minuten lange Reise durch
die Regionen: souverän, nie alarmistisch! Und immer gut informiert,
was mit dem Einsatz eindrucksvoller Infografiken unter Beweis
gestellt wird. Besonderes Lob verdienen die Reporter, die nie sich
selbst, sondern das Geschehen und die vielen verzweifelten Menschen
in den Vordergrund stellen."
Über die Medikamentenversuche berichteten die Autoren Julia
Schumacher, Eike Lüthje und Christian Schepsmeier für das
"Schleswig-Holstein Magazin". Die Versuche wurden in den Jahren von
1950 bis 1970 vorgenommen. Die Opfer der Versuchsreihen leiden
darunter - psychisch wie physisch - bis heute. Die Recherchen
dauerten mehr als ein Jahr lang. Das "Schleswig-Holstein Magazin"
berichtete mehrere Monate lang. Ausgezeichnet wurde der erste Bericht
vom 11 Oktober 2016.
In der Jury-Begründung heißt es: "Alles fing mit einer E-Mail an.
Als dann ein Informant auspackte, erkannten die beiden Autoren Eike
Lüthje und Christian Schepsmeier das Potential dieser Geschichte: Mit
viel Energie und journalistischer Hartnäckigkeit durchwühlten sie
Archive, sprachen mit Experten und spürten Opfer auf. So entstanden
mehrere packende Beiträge im 'Schleswig-Holstein Magazin' über
Medikamentenversuche an Heimkindern und an Psychiatriepatienten. Die
exzellente Recherche, die eindringlichen Gespräche mit Opfern, die
einfühlsame Texthaltung - all das macht die Reihe preiswürdig. Dazu
gehört auch die ausgezeichnete bildliche Umsetzung. Die Kameraführung
und Art der Fotografie von Kamerafrau Berit Ladewig ist kreativ und
sensibel zugleich und komplettiert die hervorragende Teamleistung."
Den Bremer Fernsehpreis gibt es bereits seit 1974. Er gilt als
maßgebliche Auszeichnung für regionale Fernsehprogramme in
Deutschland. Radio Bremen organisiert den Wettbewerb alljährlich im
Auftrag der ARD. In der Jury vertreten sind Frank Plasberg
(ARD-Moderator und Jury-Vorsitzender), Hans Helmich (Redakteur beim
Fernsehprogramm der Deutschen Welle und Medientrainer), Andreas Jölli
(Berlin-Korrespondent des ORF und Publizistik-Dozent), Gesa Eberl
(Moderatorin bei n-tv und RTL) und Birgitta Weber (stellvertretende
Chefredakteurin beim Südwestrundfunk und Redaktionsleiterin des
Politikmagazins "Report Mainz").
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NDR Norddeutscher Rundfunk
Presse und Information
Ralf Pleßmann
Telefon: 040 / 4156 - 2333
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