Humanitäre Krise in der Ukraine spitzt sich zu - politisch Verantwortliche müssen handeln
ID: 1554323
lokalen humanitären Organisationen haben sich heute in Berlin zu
einer Konferenz zusammengefunden, um auf die vergessene humanitäre
Krise im Osten des Landes aufmerksam zu machen und die
Entscheidungsträger zu einer spürbaren Verbesserung der Lage in der
Ukraine zu bewegen.
Nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit nimmt das menschliche Leid
in der Ostukraine weiter zu. Vor fast vier Jahren haben die
bewaffneten Auseinandersetzungen begonnen und sie halten bis heute
an. Innerhalb der zehn Kilometer breiten Zone entlang der
Konfliktlinie gibt es durchschnittlich 40 Zwischenfälle am Tag. Und
die Bevölkerung zu beiden Seiten des Verlaufs driftet immer weiter
auseinander.
Die sich andauernd verschlechternde humanitäre Lage ist
alarmierend. Das ACCESS-Konsortium, bestehend aus People in Need,
Action contre la Faim, Ärzte der Welt und ACTED/REACH, ruft dazu auf,
deutlich mehr zu unternehmen, um die grundlegenden Bedürfnisse der
Bevölkerung zu befriedigen. Der Appell richtet sich an die
Konfliktparteien, an die internationale Gemeinschaft sowie an die
humanitären Akteure.
Aktuell stagnieren die Gespräche, ein politischer Durchbruch in
naher Zukunft scheint unwahrscheinlich. Gleichzeitig ist die
humanitäre Hilfe unterfinanziert. Rund vier Millionen Menschen
befinden sich in kritischer Lage und benötigen dringend Hilfe. Es ist
höchste Zeit, dass alle involvierten Akteure gemeinsam nach einer
umsetzbaren Lösung suchen.
Einen Beitrag zum Dialog leistete die internationale Konferenz
"Die Ukraine: eine vergessene humanitäre Krise innerhalb Europas?" am
22. November in Berlin. Sie wird vom ACCESS-Konsortium organisiert
und von der Europäischen Kommission unterstützt. Teilnehmer waren
lokale und internationale Nichtregierungsorganisationen,
Repräsentanten der Zivilgesellschaft, der Vereinten Nationen, der
Europäischen Union, Geldgeber sowie politische Vertreter von
Parteien, aus Parlamenten und Regierungen.
Ein Ziel der Konferenz war es, die humanitäre Lage in den Fokus zu
stellen. Meist spielt sie in den diplomatischen Bemühungen nur eine
untergeordnete Rolle, denn dabei geht es in der Regel um
Sicherheitsaspekte und politische Dimensionen. Ein Versäumnis, wie
Simon Panek, Präsident von People in Need und Vorsitzender des
ACCESS-Konsortiums sagte: "Die Kämpfe, die Handelsblockade, der
fehlende Zugang zu lebensnotwendiger Grundversorgung - all das hat
die Bevölkerung in große Not gestürzt. 1,2 Millionen Menschen haben
keinen gesicherten Zugang zu Nahrungsmitteln; bei 176.000 von ihnen
ist die Versorgungslage äußerst kritisch. Und dies geschieht
unmittelbar vor den Toren der Europäischen Union."
Darüber hinaus suchten die Vertreter der anwesenden Institutionen
nach Wegen aus der Sackgasse und skizzierten die bislang
unternommenen Initiativen. Dazu zählen diplomatische Verhandlungen,
ein nationaler Strategieplan und der Plan der Europäischen Union zu
integrierten humanitären und entwicklungspolitischen Programmen für
die Ukraine. "Die EU hat von Beginn der Krise an eine führende Rolle
gespielt, um die Not zu lindern", sagte der EU-Kommissar für
humanitäre Hilfe und Krisenschutz, Christos Stylianides. "Wir wollen
auch in Zukunft dabei helfen, die Folgen des Konflikts für die
Bevölkerung abzumildern. Wir leisten humanitäre Hilfe für die
gefährdesten Gruppen und unterstützen Reformen und Entwicklung, wo
dies möglich ist."
Um das Leid der Menschen in der Ukraine zu lindern, fordern die
Vertreter des ACCESS-Konsortiums nun verbindliche Zusagen auf allen
Ebenen.
Pressekontakt:
Ute ZURMÜHL
Leitung Medien & Kommunikation
Leopoldstr. 236, 80807 München,
t. +49 (0) 89 45 23 081-24
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Datum: 22.11.2017 - 13:31 Uhr
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