Ruhe vor dem Sturm: Wie sicher ist mein Dach? Vier Fragen an den Experten - Was Hausbesitzer beachte

Ruhe vor dem Sturm: Wie sicher ist mein Dach? Vier Fragen an den Experten - Was Hausbesitzer beachten sollten

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(ots) - Schwere Sturmschäden in Deutschland nehmen
dramatisch zu. Zwischen November und März ziehen statistisch gesehen
die heftigsten Winde über das Land und hinterlassen dabei immer
größere Schäden. Zu den meist beanspruchten Bauteilen an Gebäuden
gehört während der stürmischen Zeiten das Dach. Ist es vorgeschädigt,
kann es für das Umfeld besonders gefährlich werden. Vier Fragen an
den Dachexperten Jens Lehmann, wie sich Hausbesitzer vor Sturmschäden
schützen können.

Die größte Sturm-Angriffsfläche bei Einfamilienhäusern bietet das
Dach. Die schlimmsten Schäden entstehen aber häufig dort, wo die
Bewohner es nicht vermuten: Auf der windabgewandten Seite. Wie kommt
das?

Lehmann: Ursache ist der gefährliche Windsog. Bereits ab einer
Geschwindigkeit von 50 bis 60 Stundenkilometern - das entspricht
Stärke 7 - kann der Sturm pro Quadratmeter Dachfläche einen Sog
erzeugen, der einem Zuggewicht von 100 Kilogramm entspricht. Die
Folge: Lockere, lose und leichte Dacheindeckungen werden wie durch
einen Riesen-Sauger angehoben und durch die Luft gewirbelt. Fehlt
erst einmal die Eindeckung, hat der Wind auch leichtes Spiel mit der
darunterliegenden Dämmung. Bereits kleinste Lecks können große
Schäden verursachen: eindringender Regen führt zu dauerhaften
Feuchteschäden bis hin zur Schimmelbildung.

Welche Dächer sind dabei besonders sturmanfällig?

Lehmann: In erster Linie sind das Dächer, die in die Jahre
gekommen sind oder bei denen die Dacheindeckung nicht mehr ordentlich
befestigt ist. Einfache Angriffspunkte bieten beispielsweise lockere
Kamineinfassungen, gewölbte Metallabdeckungen oder gebrochene und
verwitterte Asbestplatten, wie sie bis in die 90er Jahre verbaut
wurden. Dabei besteht neben der Verletzungsgefahr durch
umherfliegende Teile auch die Möglichkeit, dass gefährlicher


Asbestabrieb und Faserstaub in die Atemluft gelangt. Als Faustregel
gilt: Wenn das verwendete Bedachungsmaterial seine Haltbarkeitsgrenze
erreicht hat sollten Hausbesitzer vor Beginn der Winter- und
Frühjahrsstürme ihr Dach regelmäßig kritisch von einem Fachmann unter
die Lupe nehmen lassen. Denn wenn loses Bedachungsmaterial
herabfällt, dabei möglicherweise Menschen verletzt oder Autos
beschädigt, ist der Hausbesitzer im Rahmen seiner
Verkehrssicherungspflicht haftbar. Wer auf Nummer sicher gehen will,
saniert sein Dach bevor es die ersten Verfallserscheinungen zeigt.
Für Aluminium-, Zinkblech- und Faserzementeindeckungen gibt eine
Untersuchung des Bundes Technischer Experten (BTE) eine mittlere
Lebensdauer zwischen 25 und 40 Jahren an, für Betondachsteine und
Ziegel zwischen 40 und 50 Jahren. Schiefer hält laut BTE-Studie mehr
als 75 Jahre.

Sind ältere Dächer besonders gefährdet?

Lehmann: Die Dächer jüngerer Häuser, die nach dem 1. März 2011
errichtet oder saniert wurden, sind nach den neuen Vorschriften zur
Windsogsicherung für höhere Windstärken ausgelegt. Problematisch sind
die Dächer älterer Immobilien, die allerdings sehr deutlich in der
Mehrzahl sind. Als besonders gefährdet gelten Gebäude, die auf
Anhöhen, Bergkuppen, freien Flächen oder an Hanglagen stehen.

Welche Dacheindeckungen trotzen den Stürmen am sichersten?

Lehmann: Als besonders sturmfest gilt eines der ältesten
Bedachungsmaterialien der Menschheit: Schiefer. Das 400 Millionen
Jahre alte Naturmaterial trotzt perfekt den Naturgewalten: Bei
Laborversuchen widerstanden Schiefersteine schadlos selbst extremsten
Testbedingungen einer Orkan-Simulation. Obwohl die Steine nur fünf
Millimeter stark sind zählt Schiefer zu den robustesten und
langlebigsten Materialien für Dach und Fassade überhaupt. Da jeder
Stein einzeln mit drei Nägeln oder Schrauben auf einer Unterschalung
befestigt wird, hat der Wind so gut wie keine Angriffsfläche. Und das
bei einer intakten Dachfläche häufig auch 100 Jahre und länger, wie
die Beispiele historischer Gebäude zeigen, die durch ihre Bauhöhe
oder ihre exponierte Lage besonders windanfällig sind.

Jens Lehmann ist Dozent, Dachdeckermeister und Berater des
Schiefer-Fachverbandes in Deutschland. Bei Rathscheck Schiefer
entwickelt er unter anderem neue moderne Deckarten und
Befestigungsmöglichkeiten für das 400 Millionen Jahre alte Gestein.
Infos: www.schiefer.de

Fotos und weitere Texte zum Thema Sturmsicherheit auf
www.bautipp.net



Pressekontakt:
Dirk Ackermann, Rathscheck Schiefer, Tel. 02651 955-0 oder Uwe
Schöllkopf, Tel. 02631 9996-0

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