Imker enttäuscht über Schmidts Entscheidung zu Glyphosat
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Abstimmungen in Brüssel die finale Entscheidung zugunsten des
weiteren Einsatzes des Totalherbizides Glyphosat. Die
EU-Mitgliedstaaten stimmten mehrheitlich dafür, die Zulassung des
Pestizides um weitere fünf Jahre zu verlängern. Deutschland hatte
sich bisher immer der Stimme wegen Unstimmigkeiten zwischen
Bundesumwelt- und Bundeslandwirtschaftsministerium enthalten. Gestern
gab der amtierende Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt
nun grünes Licht für die weitere Verwendung.
Peter Maske, Präsident des Deutschen Imkerbundes e.V. (D.I.B.)
äußerte sich am Abend entsetzt. "Die jetzige Entscheidung ist für uns
in keiner Weise nachvollziehbar. Sowohl wir auf Bundesebene als auch
alle unsere 19 Mitgliedsverbände auf Länderebene haben uns strikt und
immer wieder gegen den Einsatz dieses Mittels positioniert, denn der
Einsatz des Herbizides ist in mehrerlei Hinsicht für die Imkerei
nicht tolerierbar."
So wird sowohl in der Landwirtschaft, aber auch im privaten
Bereich, Begleitgrün vernichtet, das eine wichtige Lebensgrundlage
und Nahrung nicht nur für Honigbienen, sondern für alle Blüten
bestäubenden Insekten ist.
Außerdem wird seit vielen Jahren bei Untersuchungen des
Bienenbrotes (Blütenpollen, der als Eiweiß ein wichtiger
Nahrungsbaustein für Bienen ist) ein Cocktail an
Pflanzenschutzmitteln nachgewiesen, der die Gesundheit und Vitalität
der Bienenvölker beeinträchtigt.
Aber nicht nur wegen der Bienen findet der D.I.B. die Entscheidung
für das Totalherbizid bedenklich. Maske: "Inwieweit Glyphosat
gesundheitliche Auswirkungen auf den Menschen hat, können wir
fachlich nicht einschätzen. Jedoch haben wir als
Lebensmittelproduzenten die Verpflichtung, unser Naturprodukt Honig
vor möglichen Einträgen solcher Mittel zu schützen. Daher sind wir
auch deshalb gegen den weiteren Einsatz und werden uns weiterhin
dafür stark machen. Auch die Aussage von Minister Schmidt, er habe
wichtige Verbesserungen zum Schutze der Pflanzen- und Tierwelt
durchgesetzt, werden wir in Zusammenhang mit dieser heutigen
Entscheidung hinterfragen."
Im D.I.B. sind 110.000 Imkerinnen und Imker organisiert. Sie
betreuen derzeit rund 750.000 Bienenvölker in Deutschland.
Pressekontakt:
Petra Friedrich,
dib.presse@t-online.de,
Tel. 0228/9329218 o. 0163/2732547
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Datum: 28.11.2017 - 09:39 Uhr
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