Dieselskandal: ZDF-Magazin "WISO"über Hinweise auf Abschalteinrichtungen bei BMW
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BMW hat bislang fest behauptet, keine Abschalteinrichtungen bei
Dieselfahrzeugen zu verwenden. Messungen im Auftrag des ZDF-Magazins
"WISO" haben nun ergeben, dass ein BMW 320d (Erstzulassung 2016) der
Abgasnorm Euro 6 die Abgasrückführung unter bestimmten Bedingungen
abschaltet. Nachmessungen beim TÜV Nord bestätigten dies. So schaltet
das Fahrzeug bei höheren Drehzahlen die Abgasrückführungsrate auf
null, wodurch die Emissionen der schädlichen Stickoxide (NOx) stark
ansteigen.
Der gemessene BMW ist im Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ) im
Labortest deutlich unter dem NOx-Grenzwert von 80 Milligramm pro
Kilometer, selbst wenn der Fahrzyklus mit einer um zehn Prozent
erhöhten Geschwindigkeit gefahren wird. Bei gleicher Fahrweise auf
der Straße liegt der NOx-Emissionswert im Außerortsteil des Neuen
Europäischen Fahrzyklus hingegen deutlich über dem Grenzwert. Im
Vergleich zu den TÜV-Messungen waren bei den Straßenmessungen die
NOx-Emissionen um den Faktor 7,2 höher. Das ergaben Messungen des
Emissionskontrollinstituts der Deutschen Umwelthilfe. Danach ist
nicht nur die Drehzahl, sondern auch das Drehmoment dafür
entscheidend, ob die Abgasrückführung ein- oder ausgeschaltet wird.
Für den Verkehrsexperten Axel Friedrich deutet das auf eine
Abschalteinrichtung hin. "Das ist nach meiner Einschätzung von der
europäischen Richtlinie nicht gedeckt", erklärt Friedrich in der
"WISO"-Sendung am Montag, 4. Dezember 2017, 19.25 Uhr.
Abschalteinrichtungen sind laut Europäischer Verordnung grundsätzlich
verboten und können nur ausnahmsweise erlaubt sein. Der
Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, Jürgen Resch,
erklärt dazu in "WISO": "Die vorliegenden Messergebnisse sind sehr
klare Indizien dafür, dass hier Abschalteinrichtungen in der
Motorsteuersoftware vorhanden sind." Diese müssten komplett entfernt
werden. Das Fahrzeug müsse in allen normalen Betriebssituationen eine
voll funktionstüchtige Abgasreinigung haben.
BMW lehnt ein "WISO"-Interview ab. Der Konzern teilt schriftlich mit:
Die "für die Abgasbehandlung erforderlichen Emissionskontrollsysteme"
deckten "in ihrer Wirksamkeit die typische Kundenfahrweise
vollumfänglich ab". Sie seien "im Rahmen der Typprüfung in ihrer
Funktionsweise korrekt beschrieben und von den zuständigen Behörden
genehmigt" worden.
Die zuständige Kontroll- und Zulassungsbehörde, das
Kraftfahrtbundesamt, lässt die "WISO"-Anfrage, ob BMW bei der
Typzulassung Abschalteinrichtungen im Sinne der EZU-Verordnung
angemeldet habe, unbeantwortet. Ebenso ohne Antwort blieb die
"WISO"-Frage, welche Abschalteinrichtungen das Kraftfahrtbundesamt
dem BMW-Konzern genehmigt habe.
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Datum: 04.12.2017 - 18:13 Uhr
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