Inkasso-Umfrage:Überschuldung von Verbrauchern setzt Gläubigern zu - Jeder Zehnte kann Rechnungen nicht pünktlich bezahlen
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der Inkassounternehmen, dass Verbraucher Rechnungen genauso gut oder
sogar besser bezahlen als zu Jahresbeginn. Aber die Branche macht
auch negative Erfahrungen. "Vor allem junge Verbraucher - die ja die
guten Kunden von morgen sein sollten - gehören tendenziell zu den
schlechten Zahlern", berichtet Marion Kremer, Vizepräsidentin des
Bundesverbands Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V. (BDIU). 38 Prozent
der Inkassounternehmen beobachten, dass Verbraucher zwischen 18 und
24 Jahren Rechnungen nachlässiger begleichen als Ältere.
"Viele Jüngere sind bereit, sich für die Erfüllung kurzfristiger
Konsumwünsche zu verschulden. Sei es, weil die Augen größer sind als
der Geldbeutel oder weil man im Freundes- oder Bekanntenkreis
vermeintlich 'mithalten' will", so Kremer. Vier Fünftel der
Inkassounternehmen nennen zu hohe Konsumausgaben als Grund, warum
junge Verbraucher in den Miesen sind, direkt gefolgt von einem zu
gering ausgeprägten Sinn für wirtschaftliche Eigenverantwortung (68
Prozent), einem schlechten Vorbild durch das eigene Elternhaus (67)
und zu wenigen Kenntnissen über vertragliche Verpflichtungen, etwa
bei Onlinegeschäften (64).
Der Wirtschaft muss das Sorge bereiten. Denn trotz guter
Konjunktur steigt die Zahl überschuldeter Verbraucher. Für ihren
"Schuldneratlas" meldete jüngst Creditreform, dass 6,9 Millionen
Deutsche und damit jeder zehnte Erwachsene nachhaltige
Zahlungsstörungen haben - das sind 0,9 Prozent mehr als 2016. 76
Prozent der BDIU-Mitglieder berichten in ihrer Umfrage, dass
Überschuldung der Grund ist, warum Privatschuldner Rechnungen nicht
bezahlen. Kremer: "Mündige Verbraucher benötigen ein umfassendes
finanzielles Basiswissen, um verantwortungsvolle Entscheidungen zu
treffen und sich vor Überschuldung zu schützen. Die Schulen und die
beruflichen Ausbildungseinrichtungen sollten ihnen dazu eine
Grundausstattung an praktischem Finanzwissen liefern."
Häufige Gläubiger junger Erwachsener sind Onlinehändler, wie 81
Prozent der Inkassounternehmen melden. Ihre weiteren Gläubiger sind
demnach Telekommunikationsunternehmen (76) und Fitnessstudios (67).
Grafiken unter: www.inkasso.de/presse/zahlungsmoral
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Datum: 06.12.2017 - 11:17 Uhr
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