Aachener Zeitung: Welcher Kontrast!Überzeugender Karlspreisträger: Emmanuel Macron
Bernd Mathieu
ID: 1560704
Helmut Schmidt meinte, zum Arzt. Man sollte in Zeiten des politischen
Kleinstpepitas, Beispiel Jamaika-Sondierungen, nach Visionären
fahnden; denn sie verfolgen ein Ziel. Sie entwickeln eine
Vorstellung. Sie betreten mit ersten Schritten einen Weg. Sie
orientieren sich nach vorne. Sie beschreiben Meilensteine, die
erreichbar sein werden, und sie möblieren mit kühnen Gedanken
Traumschlösser, die sich teilweise dann doch als zu ambitioniert
erweisen. Aber sie tun was! Sie gehören nicht zu denen, die in der
gepflegten Langeweile des "Weiter so" Bedenken einsammeln, sondern
riskieren es, mit der Faszination für das Neue auch belächelt und
nicht ernstgenommen zu werden. Sie verwalten nicht scheinbar noch
lang existierende Wohlfühlzonen, sondern sie begeben sich an die
Spitze einer dynamischen Bewegung. Sie schauen nicht aufs Erreichte
(und damit schon Vergangene), sondern sehen die Gefahren, die
zukünftig drohen, wenn man sich nötigen Veränderungen verweigert.
Emmanuel Macron hat Visionen. Das halten manche für bedenklich. Der
französische Staatspräsident hat sogar europäische Visionen. Das
empfinden einige Realpolitiker (also Akteure, die irrtümlich glauben,
sie seien auf dem Boden der Tatsachen) als unerträglich. Sie gehören
in Deutschland einer großen Fraktion an, die aus Angst vor den
Wählerinnen und Wählern und noch mehr vor der AfD nicht mehr viel von
einem gemeinsamen Europa wissen will. Sie werfen dem populistischen
Original eine fade Kopie hinterher. Es war mutig, mit dem Thema
Europa in den Wahlkampf zu ziehen. Macron gelang es, die rechte
Flanke relativ klein zu halten. Das war zunächst und in erster Linie
ein Meisterstück politischer Strategie, dann erst ein europäisches.
Macron hat nach seiner Amtseinführung jedoch den europäischen Faden
nicht verloren, sondern mit Verve weitergesponnen. Diese Kontinuität
und die Wucht seiner Aussagen sind einzigartig - und deshalb
umstritten. Gut so! Diese Debatte spricht für, nicht gegen ihn. Sie
überhaupt angestoßen zu haben, ist sein hohes Verdienst. "Wir haben
keine Zeit mehr": Das ist wohl einer der wichtigsten Sätze seiner
schon heute legendären Pariser Sorbonne-Rede. Diese Rede ist konkret
- und schon deshalb etwas Außerordentliches, Seltenes,
Bemerkenswertes. Diese präzisen Aufzählung platzte mitten in die
verschachtelte Rhetorik der Berliner Jamaika-Freunde. Welcher
Kontrast! Zum ersten Mal sprach ein französischer Präsident von
europäischer Souveränität. Ob Charles de Gaulle und François
Mitterrand sich im Grabe umgedreht haben? Das Votum für Macron ist,
bei allem Respekt vor Skeptikern, Zögerlichen und Bedenkenträgern,
uneingeschränkt zu begrüßen. Der 39-Jährige bleibt ein
Hoffnungsträger in einer schlappen EU und ein erfolgreicher Gegner
nationalistischer Stimmungsmacher, die bei jedem wichtigen Schritt
Richtung Europa die Wahrung der nationalen Identität gefährdet sehen.
Pressekontakt:
Aachener Zeitung
Redaktion Aachener Zeitung
Telefon: 0241 5101-389
az-blattmacher@zeitungsverlag-aachen.de
Original-Content von: Aachener Zeitung, übermittelt durch news aktuell
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 08.12.2017 - 18:10 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1560704
Anzahl Zeichen: 3507
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Aachen
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 320 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Aachener Zeitung: Welcher Kontrast!Überzeugender Karlspreisträger: Emmanuel Macron
Bernd Mathieu"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Aachener Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Reiner Calmund hat sich für Ex-Fußball-Profi Christoph Metzelder als neuen DFB-Präsidenten ausgesprochen. "Wir brauchen einen jungen Präsidenten. Selbst wenn ich mir die größte Mühe gebe, finde ich keinen besseren Kandidaten als Christoph", sagte der Ex-Manager von Bayer Leverkus
Aachener Zeitung: Kommentar zur Brandkatastrophe von Paris: Zerstörtes Erbe Von Christian Rein ...
In nur wenigen Tagen, in der Nacht von Samstag auf Sonntag, wollten Tausende Pariser wie in jedem Jahr das höchste Fest im Kirchenjahr in Notre-Dame begehen. In der Osternacht, in der die Christen die Auferstehung Jesu feiern, ist es ähnlich wie an Weihnachten immer ihre Kathedrale gewesen - d
Aachener Zeitung: Kommentar zum Aachen-Vertrag:Élysée. Aachen. Europa! Von Thomas Thelen ...
Immer mehr Ehepaare, das scheint ein Trend zu sein, verspüren den Wunsch, ihr Eheversprechen zu erneuern. Noch einmal Ja sagen, gerne im Rahmen einer feierlichen Zeremonie. Was besiegelt war, soll noch einmal untermauert werden. Wenn der 1963 zwischen Frankreich und Deutschland geschlossene
Weitere Mitteilungen von Aachener Zeitung
Frankfurter Rundschau: Trumps Werk ...
Die Bilanz nach der Anerkennung von Jerusalem als israelische Hauptstadt durch US-Präsident Donald Trump ist verheerend: Tote und Verletzte bei Demonstrationen sind nur die offensichtlichen Folgen. Israel fühlt sich bestärkt und will nun im völkerrechtswidrig annektierten Ost-Jerusalem Wohnu
Neue Westfälische (Bielefeld): Brok warnt vor zu hohen Erwartungen bei Brexit-Verhandlungen ...
Bielefeld. Der Bielefelder Europaabgeordnete Elmar Brok, Brexit-Koordinator der Europäischen Volkspartei (EVP), hat vor zu großen Erwartungen an die Fortschritte bei den Verhandlungen zwischen EU und London gewarnt. Gegenüber der in Bielefeld erscheinenden Neuen Westfälischen (Samstagsausgab
Deutsches Tierschutzbüro veröffentlicht Test-Ergebnisse des Bonner Pelz-Checks - 44 % der untersuchten Produkt ...
Die Tierrechtler haben dabei in kleinen Geschäften, Boutiquen, Kaufhäusern und Modeketten recherchiert und u.a. überprüft, ob die EU-Textilkennzeichnung eingehalten wird. Weiterhin wurde stichprobenartig auch das Verkaufspersonal mit versteckter Kamera getestet. "Das Ergebnis zeigt, da
Statement zur neuen Tannhäuser-Inszenierung der Oper Leipzig (Premiere: 17. März 2018) ...
Aufgrund organisatorischer Schwierigkeiten war es leider nicht möglich, die Produktion Tannhäuser unter der Regie von Frau Professor Wagner zum angekündigten Zeitpunkt zu realisieren. Die Oper Leipzig und Frau Professor Wagner bedauern dies sehr, freuen sich jedoch auf eine künftige gemeinsame




