Studie des Bundesgesundheitsministeriums fordert mehr Cannabisforschung
ID: 1562619
zum Ergebnis, dass mehr Forschung zum Thema Cannabis notwendig ist.
Durch Auswertung aller bedeutsamen in den letzten zehn Jahren in
deutscher und englischer Sprache publizierten Daten und
Forschungsarbeiten, wurde der aktuelle Kenntnisstand zusammengefasst.
"In den letzten zehn Jahren ist vor allem ein deutlicher Anstieg
der wissenschaftlichen Literatur zu vermerken, die sich mit den
Risiken des Cannabiskonsums zu Rauschzwecken befasst", berichtet
Studienleiterin Dr. Eva Hoch. Vorwiegend im akuten Konsum zeigen sich
"Beeinträchtigungen der Entscheidungsfindung sowie der Gehirnfunktion
beim Lösen kognitiver Aufgaben." Eine geminderte Intelligenz im
Zusammenhang mit regelmäßigem Cannabiskonsum konnte nicht konsistent
belegt werden. Festgestellt wurde allerdings ein "deutlicher Bedarf
an Längsschnitt-Studien" sowie eine "international gültige,
standardisierte Erfassung von wichtigen Variablen des Cannabiskonsums
(insbesondere von THC)".
Dazu Marko Dörre, Geschäftsführer der Forschungsinitiative
Cannabiskonsum: "Wir sehen unser Forschungsvorhaben bestätigt.
Ausschließlich eine langdauernde Untersuchung des Freizeitgebrauchs
von Cannabis, bei gleichzeitiger Kontrolle von Konsummenge und
Wirkstoffgehalt, unter Berücksichtigung möglicher Risiken, kann die
notwendigen Ergebnisse liefern." Die Forschungsinitiative
Cannabiskonsum stellte im November 2016 einen Studienantrag beim
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Der Antrag
richtet sich auf Durchführung einer "Wissenschaftlichen Studie zu
Cannabisfolgen bei psychisch gesunden erwachsenen Konsumenten" im
Zeitraum von zehn Jahren. Teilnehmen könnten Cannabiskonsumenten mit
Wohnsitz in Berlin. Ausgeschlossen sind Erstkonsumenten,
Minderjährige sowie Risikoprobanden (z.B. abhängiger Konsum oder
psychische Störungen).
Die vom Bundesgesundheitsministerium geförderte Studie "Cannabis:
Potential und Risiken. Eine wissenschaftliche Analyse (CaPRis)" wurde
unter der Leitung von Privat-Dozentin Dr. rer. nat. Eva Hoch von der
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am LMU-Klinikum in München
und Privat-Dozentin Dr. rer. nat. Miriam Schneider vom Institut für
Entwicklungspsychologie und Biologische Psychologie der Universität
Heidelberg durchgeführt. Der Kurzbericht ist beim
Bundesgesundheitsministerium einzusehen:
www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/5_Publikatio
nen/Drogen_und_Sucht/Berichte/Kurzbericht/171127_Kurzbericht_CAPRis.p
df
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Datum: 14.12.2017 - 12:08 Uhr
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