Erzbischof Robert Zollitsch (Freiburg): Mit dem Gesicht zur Welt agieren - Christentum und Kultur g

Erzbischof Robert Zollitsch (Freiburg): Mit dem Gesicht zur Welt agieren - Christentum und Kultur gehören zusammen

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"Christentum und Kultur gehören zusammen"

Erzbischof Zollitsch bei Preisverleihung: Mit dem Gesicht zur Welt agieren



(pressrelations) -
Freiburg (pef). Christentum und Kultur gehören nach den Worten von Erzbischof Dr. Robert Zollitsch zusammen. "Christentum und Kultur bleiben auch in der Moderne zwei Seiten einer Medaille. Es gibt kein Christentum ohne Kultur. Es wäre als würde man dem Meer das Rauschen verbieten oder einen trockenen Regen fordern", sagte Zollitsch am Mittwoch (27.1.) in Freiburg. Dort hielt der Erzbischof die Festrede bei der Preisverleihung des Schülerwettbewerbs "Christentum und Kultur".

Christen müssen sich nach Überzeugung von Erzbischof Zollitsch den Fragen und Entwicklungen einer zunehmend säkularen und aufgeklärten Gesellschaft stellen: 'Weder Rückzug in eine kleine heile Welt noch das Herbeisehnen vergangener Zeiten helfen weiter." Zollitsch erklärte: "Wir haben unsere Botschaft vom Evangelium, unseren Glauben an Jesus Christus zu vermitteln, ihn in die heutige Sprache zu übersetzen und verständlich zu machen. Wir dürfen uns nicht abwenden - im Gegenteil." Christen müssten, wie es der Theologe Johann Baptist Metz formuliert habe, "mit dem Gesicht zur Welt" agieren: "Wir sind gefordert, wieder stärker unseren christlichen Glauben als die Hoffnung in der Welt erfahrbar zu machen." Eine solche Hoffnung könne und müsse sich in ein Handeln verwandeln, das frei mache und Zuversicht schenke ? in der Arbeitswelt, im Privatleben und mit Blick auf weltweite Gerechtigkeit.

Glaube gibt Halt in Zeiten von Beschleunigung und Wandel

Der Erzbischof von Freiburg sagte in seiner Festrede wörtlich: "Im Privaten wie auch im gesellschaftlichen Bereich können wir nur dann nachhaltig etwas bewegen, wenn auch uns etwas bewegt. Mut zur Leidenschaft für Gott und die Menschen ist angesagt." Ein solches Christentum gebe Struktur und Halt in einer Zeit, die von Beschleunigung, raschem Wandel und der Kurzfristigkeit im Denken geprägt sei. Erzbischof Zollitsch verwies auf einen Liedtext der Gruppe "Silbermond" ("Irgendwas bleibt"), der das Lebensgefühl vieler Menschen treffe: "Diese Welt ist schnell und hat verlernt, beständig zu sein. Gib mir ein kleines bisschen Sicherheit, in einer Welt, in der nichts mehr sicher scheint. Gib mir in dieser schnellen Zeit irgendwas, das bleibt".



Nach Auffassung des Erzbischofs von Freiburg ist eine "stabilisierende Verbindung von Christentum und Kultur in der heutigen Gesellschaft nötig und möglich". Zollitsch erinnerte etwa an Themen wie Abtreibung, Stammzellforschung, Ehe und Familienbild oder auch Euthanasie. In der Gesellschaft gebe es "neue Formen der Unfreiheit, Unmündigkeit und oft auch der Unwahrheit". Viele seien gefangen von den neuen Medien, von Computerspielen und Internet. "Es bereitet mir Sorge, dass die Zahl junger Menschen, die mit Alkoholvergiftung in eine Klinik eingeliefert werden, beständig steigt und immer noch jüngere Jugendliche davon betroffen sind. Misslungene Suche ? nach Glück, Anerkennung und Sinn ? führt nicht selten in die Sucht und Abhängigkeit." Mit Blick auf die komplexen modernen Formen der Manipulierbarkeit des Menschen brauche die Medien- und Konsumgesellschaft mehr denn je Christen ? "Menschen, die den Glauben und die christlichen Werte zur Sprache bringen und im Alltag leben". Dies zeige sich auch bei den ausgezeichneten Beiträgen, die von Schülerinnen und Schülern zum Thema 'Christentum und Kultur' eingereicht worden seien. Der Wettbewerb sensibilisiere junge Leute "für die Bedeutung des Christentums und einer christlich geprägten Kultur ? gerade in unserer globalisierten, pluralisierten und digitalisierten Welt". Auch durch die Finanz- und Wirtschaftskrise werde bei vielen Menschen eine Rückbesinnung auf die geistigen und spirituellen Wurzeln spürbar: "Das Christentum spielt wieder eine wahrnehmbarere Rolle".

Mission possible: Was Christen in die Welt treibt

Der Wettbewerb "Christentum und Kultur" wird seit 2003 jedes Schuljahr von den katholischen Bistümern und den evangelischen Landeskirchen in Baden-Württemberg gemeinsam ausgeschrieben. Er kann als "Besondere Lernleistung" die fünfte mündliche Prüfung im Abitur ersetzen - im beruflichen Gymnasium unter bestimmten Bedingungen auch eine schriftliche Prüfung. Selbständiges wissenschaftliches und interdisziplinäres Denken und Arbeiten und die ökumenische Zusammenarbeit werden durch ihn gefördert. Die Themenvorschläge für den diesjährigen Wettbewerb lauteten: "Mission possible ? Was Christen in die Welt treibt", "Markt und Moral" und "Singet dem Herrn ein neues Lied ? neue Geistliche Lieder". - Nähere Informationen ? auch zu den Preisträgern ? sind im Internetportal der Erzdiözese Freiburg (http://www.erzbistum-freiburg.de) zu finden.


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Datum: 27.01.2010 - 13:06 Uhr
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