Weiterbildung steht vor drastischer Kürzung
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(firmenpresse) - Im Falle einer Regierungsübernahme will die CDU Programme in der Arbeitsmarktpolitik drastisch einschränken. Führen monatelange Weiterbildungen oder Kurse nicht zu einem Job, muss Schluss sein. Das kündigte Hessens Ministerpräsident Roland Koch an. Dafür soll sich auch der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung verringern. Der CDU-Politiker betonte: "Umschulungen und Qualifizierungen gibt es nur noch, wenn die konkrete Hoffnung auf einen Arbeitsplatz besteht". Nur wenn ein Unternehmen einen konkreten Job hat, für den es keinen geeigneten Bewerber gibt, zahlt die Arbeitsagentur die Ausbildung. Durch diesen Kursschwenk will die Union die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung von 6,5 auf fünf Prozent senken, sagte Koch.
Was meinen PR-Aus- und Weiterbilder dazu? Wir fragten Ingo Reichardt (49), Chef des www.communication-college.org, dem einzigen deutschen PR-Ausbildungsinstitut, das über eine staatliche Zulassung und staatlich legitimierte Zertifizierung verfügt und von den Arbeitsagenturen gefördert wird.
Die Weiterbildung ist noch viel zu teuer
Frage an cc Chef Ingo Reichardt: Wie viele Euros werden denn so in Deutschland jährlich für die Weiterbildung ausgegeben?
Ingo Reichardt: Da sind verschiedene Abschätzungen auf dem Markt, die weit auseinander klaffen. Wir bewegen uns auf jeden Fall in einem Milliarden-Markt. Doch nicht mehr als zehn Prozent davon sind gut angelegt. Eine Zahl lässt sich belegen: fast 14 Milliarden Euro im Jahr wurden zuletzt von fast 28 Millionen Menschen für die eigene berufliche Weiterbildung aufgewendet.
Es wird suchenden Menschen sehr schwer gemacht wird, da sich eine Vielzahl von Anbietern im PR Markt tummeln … und es ist dementsprechend schwierig ist, den richtigen zu finden wie die Nadel im Heuhaufen
Frage: Wo geht das Geld verloren?
Ingo Reichardt: Geld geht verloren, wird verschwendet, weil falsch investiert, wenn im Vorfeld nicht geklärt wird, welches Wissen in einer Weiterbildung vermittelt werden soll. Von daher ist es schon verwunderlich, wenn Branchenfremde, z. B. PR-Ausbildungsinstitute leiten. Auch die Auswahl der Weiterbildungsmassnahmen fällt eher zufällig aus. Im Anschluss wird deren Effizienz dann oft nicht kontrolliert. Man geht einfach davon aus, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Inhalte der Fortbildung anwenden können. Ob das tatsächlich geschieht und zur Verbesserung der Arbeitssituation und der Produktivität beiträgt, wird selten systematisch erhoben.
Frage: Wie motiviert sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Weiterbildungstrainings teilzunehmen?
Ingo Reichardt: In vielen Fällen hat Weiterbildung noch immer einen reinen Belohnungscharakter, nach dem Motto: Sie sind jetzt mal wieder dran, Weiterbildung ist angesagt. Schlagen sie doch mal etwas vor, haben Sie einen Wunsch? Da kommen dann angebote in Berlin oder Mallorca im Augenblick in Frage. Parallel machen Mitarbeiter die Erfahrung, dass ihnen die Massnahmen nicht viel bringen. Beispiel Schreib-Training: Die Trainerin führt ihnen viele tolle Aspekte beim Schreiben einer Presseinformation vor, kann aber selbst keinen vernünftigen Satz in Nachrichtensprache schreiben und die Teilnehmer haben Lücken in deutsch und dem Gebrauch gebräuchlicher Fremdworte.
Frage: Was könnte die Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stärken?
Ingo Reichardt: Die Beteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Gebühren der Weiterbildung. Oder man geht nach dem Win-win-Prinzip vor: Der Arbeitgeber zahlt die Weiterbildung, der Mitarbeiter gibt seine Freizeit. Schon gewinnt Weiterbildung einen verantwortungsbewussten Charakter z.B der sechswöchige Englischkurs in einem englischen Kloster. Arbeitgeber zahlt Kurs und Reisekosten, Mitarbeiter nimmt dafür seinen Jahresurlaub.
Frage: Wie sieht überhaupt gute Weiterbildung aus?
Ingo Reichardt: Wir dürfen bei Fort- und Weiterbildung nicht mehr nur an die typischen Seminare denken, sondern müssen auch neue Formen des Lernens am Arbeitsplatz und zu Haus einbeziehen. Das ist die Zukunft. Die Weiterbilder von heute sind sozialisiert in der Zeit der Bücher, Scripte und Papiere. Ihre Zeit geht zu ende. E-Learning ist hier das Stichwort: Unsere Erfahrungen zeigen, dass diese Massnahmen heute schon besser funktionieren als klassische Kurse.
Frage: Wie beurteilen Sie die von Instituten angebotenen Weiterbildungen?
Ingo Reichardt: Es gibt ein überzogenes Angebot, was Preise und Leistungen anbelangt. Da wird zum Teil noch richtig abgesahnt und die nächsten Preiserhöhungen stehen sogar noch an. Wir haben oft stark aufgebauschte Inhalte und viel zu teure Seminare, die sich in der Regel nicht an den Bedürfnissen der Agenturen und Unternehmen orientieren. Langsam kommt jedoch Veränderung in den Markt. Denn die Weiterbildungsinstitute erkennen doch, dass sie keine Drei-Tages-Seminare mehr verkaufen können, deren Inhalt in zwei Stunden vermittelt werden könnte. Die Anbieter müssen künftig flexibler und facettenreicher arbeiten, ihre Angebote stärker auf den Kunden zuschneiden, um wettbewerbsfähig zu sein. Und anfangen, Kursteilnehmer überhaupt als Kunden zu begreifen. Ein beispielhaftes Feedback einer Geschäftsführerin muss endgültig der Vergangenheit angehören: "Mit solchen Teilnehmern haben wir aber mehr Arbeit….." …
Frage: Wie finden Unternehmen ein gutes Institut?
Ingo Reichardt: Der erste Schritt besteht darin, die Ziele der Weiterbildung zu beschreiben. Schon in dieser Phase lohnt es sich, z.B. eine Recherche im Internet anzustellen. Staatlich zugelassene Kurse, zertifiziert, auch akzeptiert von den Arbeitsagenturen, Trainer und Leitung aus der Branche… da ist man schon auf dem richtigen Weg. Die Suche nach der optimalen Preis-Leistungskombination kann auch einem marktneutralen Vermittler übertragen werden. So agieren Unternehmen bei anderen Angebotsnachfragen doch auch, um überzogene Kosten zu sparen. Ganze Bereiche werden mit Supply Management beschäftigt. Der Anbieter mit bester Ware zum günstigsten Preis bekommt den Zuschlag. Es ist interessant, wie locker ansonsten professionelle Unternehmen die Auswahl ihrer Weiterbildung angehen…und die auch noch bereit sind, überteuert bezahlen. Das communication-college hat jedenfalls erst letztens auch die IHK in Köln von dem Lehrgang und der Qualität des cc überzeugt, so dass Absolventen der cc PR-Ausbildung deutlich variabler auch die staatlich anerkannte Prüfung zum Fachwirt PR der IHK absolvieren können neben den bisherigen eigenen Abschlüssen und die einer PR-Prüfungsinstitution.
Bild 300 dpi Dr. Ingo Reichardt zum Downlaoad
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BU: "Ausbildungsleitlinien und z.B. die Integration der Ausbildungsgrundsätze des DIHT und der Industrie- und Handelskammern (IHK), wenn ein Weiterbildungsinstitut dies vorweisen kann, dann liegt man richtig" so der Chef des communication-college, Dr. Ingo Reichardt.
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Diplom-Finanzökonom (BI)
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Datum: 03.07.2005 - 15:42 Uhr
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