E-Mails nach Dienstschluss: Digitale Selbstkontrolle statt Sperren
ID: 1565348
Diskussion über die digitale Erreichbarkeit von Mitarbeitern: Maß halten und persönliches Medien-Management verbessern!
Das Problem ist die Erwartungshaltung
Während von Gewerkschaftsseite Zustimmung zum Vorschlag des Porsche-Betriebsrats kommt, üben Arbeitgeber Kritik: "So eine generelle Forderung ist Populismus pur", sagte der Sprecher des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Martin Leutz, der Passauer Neuen Presse (http://www.pnp.de). Dabei liegt das eigentliche Problem nicht beim puren Schreiben und Senden einer E-Mail, sondern in der Erwartungshaltung beider Seiten, dass diese so schnell wie möglich beantwortet werden müsse. Von diesem vermeintlichen Zwang sollte man sich lösen, denn dann ist es mit der Erholung nach Dienstschluss in der Tat nicht weit her. Jörg Mornhinweg, Sales Manager der auf Consulting und Java-Schulungen spezialisierten aformatik Training & Consulting GmbH & Co. KG (http://www.aformatik.de) in Sindelfingen, versachlicht die Diskussion: "Die E-Mail ist grundsätzlich ein ideales asynchrones Kommunikationsmittel, bei dem sichergestellt ist, dass der Adressat die Nachricht erhält, sie aber durchaus zeitversetzt beantworten kann. Das kann natürlich unmittelbar geschehen, muss es aber definitiv nicht. Und man sollte das auch nicht erwarten. Die E-Mail ersetzt den guten alten Brief, dessen Beantwortung auch einige Tage in Anspruch genommen hat. Ähnlich dürfen auch die Ansprüche an die E-Mail sein." Da es sich bei geschäftlichen E-Mails um Korrespondenz im Firmenaccount handele, könne niemand erwarten, dass diese auch abends spät beantwortet werden.
Dringende Nachrichten kommen nicht per E-Mail
Mornhinweg hält den Vorschlag der E-Mail-Sperre daher für Schikane für den Absender und sieht darin einen übertriebenen Schutz für den E-Mail Empfänger. "Für wirklich dringende Nachrichten, um zum Beispiel kurzfristig Termine abzusagen, gibt es immer noch das Telefon oder Mobiltelefon. Da kann sich der Mitarbeiter entscheiden, ob er ran geht oder den Chef auf die Mailbox sprechen lässt." Er verweist auf den Kommentar des Leiters der Wirtschaftsredaktion der Augsburger Allgemeinen (http://www.augsburger-allgemeine.de), Stefan Stahl, der anlässlich der Hück-Forderung davor warnt, das rechte Maß zu verlieren und für mehr digitale Selbstkontrolle plädiert. Der permanent erreichbare Mitarbeiter sei eine "Horror-Vision aus dem digitalen Frankenstein-Kabinett", schreibt Stahl. "Im digitalen Zeitalter muss jeder sein eigener Medien-Manager sein. Dazu gehört reichlich Selbstdisziplin."
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Auf den Hüllen 16, 57537 Wissen
Datum: 22.12.2017 - 14:50 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1565348
Anzahl Zeichen: 3957
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Andreas Schultheis
Stadt:
Sindelfingen
Telefon: 0171 4941647
Kategorie:
Wirtschaft (allg.)
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