Mehr Geld für Pflegekräfte ist möglich / Politik und Kassen müssen mitziehen
ID: 1566433
Sozialministerin Heike Werner machte die Vorsitzende des
Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) Margit
Benkenstein deutlich, dass neben der Steigerung des Mindestlohns für
Pflegehilfskräfte seit dem 1. Januar 2018 weitere Lohnzuwächse
möglich und nötig sind. Im November hatte der bpa den Startschuss für
einheitliche Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR) gegeben. "Der bpa hat
seine Hausaufgaben gemacht: Durch die Einführung der AVR gibt es ein
transparentes Vergütungssystem, das analog zu den Tarifverträgen
gestaltet ist. Dadurch können bereits die Einstiegsgehälter für
Fachkräfte in unseren rund 220 Mitgliedseinrichtungen auf 2.400 Euro
steigen; allerdings nur, wenn sowohl die Kranken- und Pflegekassen
als auch die Sozialhilfeträger mitziehen", so Margit Benkenstein, die
aufseiten der Kostenträger und der Politik mangelnde Entschlossenheit
bei der Einführung der höheren Entgelte bemängelt. "Wir haben
geliefert und vernehmen seit Wochen nichts als Zaudern und Zögern",
kritisiert die bpa-Vorsitzende und fügt hinzu: "Auch die
Verantwortlichen in der Politik müssen nun der Öffentlichkeit
vermitteln, dass höhere Löhne in der Pflege auch zu einer höheren
finanziellen Belastung für die pflegebedürftigen Menschen führen.
Pflege wird spürbar teurer."
Am 1. Januar 2018 ist der Mindeststundenlohn für Pflegehilfskräfte
in Thüringen um 5,8 Prozent gestiegen. Mit 10,05 Euro liegt er
deutlich über dem allgemeinen Mindestlohn von 8,84 Euro. Allerdings
verdienen schon jetzt viele Hilfskräfte in der Pflege in Thüringen
mehr; für Fachkräfte gilt das ohnehin.
In Thüringen hat sich die Pflege mehr als jede andere Branche als
beständiger Jobmotor erwiesen. Allein in den vergangenen gut zehn
Jahren hat sich die Zahl der Beschäftigten von 15.000 auf über 30.000
mehr als verdoppelt.
Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa)
bildet mit mehr als 10.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen (davon über
220 in Thüringen) die größte Interessenvertretung privater Anbieter
sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der
ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und
der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa
organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund
305.000 Arbeitsplätze und circa 23.000 Ausbildungsplätze (siehe
www.youngpropflege.de oder auch www.facebook.com/Youngpropflege). Das
investierte Kapital liegt bei etwa 24,2 Milliarden Euro.
Pressekontakt:
Für Rückfragen: Thomas Engemann, bpa-Landesbeauftragter, Tel.:
0361/653 86 88, www.bpa.de
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Datum: 02.01.2018 - 11:41 Uhr
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