"Vorbeugung vor Afrikanischer Schweinepest Gebot der Stunde" - DBV-Vizepräsident Schwarz

"Vorbeugung vor Afrikanischer Schweinepest Gebot der Stunde" - DBV-Vizepräsident Schwarz erläutert Maßnahmen

ID: 1569465
(ots) - (DBV) Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat ein
Konzept mit den aus Sicht der Landwirtschaft notwendigen, zu
ergreifenden Maßnahmen zur Vorbeugung und Bekämpfung der
Afrikanischen Schweinepest vorgestellt. "Für uns haben vorbeugende
Maßnahmen und deren Umsetzung angesichts des scheinbar unaufhaltsamen
Vorrückens der gefährlichen Tierseuche, gegen die es noch keine
Impfung gibt, derzeit oberste Priorität. Wir fordern ein
bundeseinheitliches Vorgehen in der Seuchenprävention", betonte
DBV-Vizepräsident Werner Schwarz vor Journalisten in Berlin.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine hochansteckende
Tierkrankheit. Sie befällt ausschließlich Wild- und Hausschweine.
Menschen und andere Tierarten können sich nicht anstecken. Daher ist
ASP für Menschen ungefährlich.

"Die volkswirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen
eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest sind kaum vorstellbar.
Bereits das Auftreten im Wildschweinbestand würde bedeuten, dass kein
Schweinefleisch mehr in Drittländer, also in Länder außerhalb der EU,
exportiert werden kann. Diese Restriktionen würden somit zu einem
dramatischen Preisverfall im deutschen Schweinemarkt führen. Für
unsere Schweinehalter könnten die Verluste geschätzt zwei bis drei
Milliarden Euro pro Jahr bedeuten. Mit Folgekosten für die vor- und
nachgelagerten Bereiche und für die eigentliche Seuchenbekämpfung
würden Kosten in zweistelliger Milliardenhöhe entstehen. Dies würden
viele Betriebe nicht verkraften," erklärte Schwarz.

Schwarz machte deutlich, dass der Bauernverband seit Mitte letzten
Jahres intensive Gespräche mit den Landwirten, Tierärzten, Jägern
sowie mit Ministerien und Verbänden führe, um zu sensibilisieren und
für sinnvolle Präventionsmaßnahmen zu werben. Gleichzeitig bereite
man die Schweine haltenden Betriebe aber auch auf einen möglichen


Ausbruch der Tierseuche vor. "Doch wir benötigen zur Umsetzung der
Präventionsmaßnahmen jetzt dringend auch die Unterstützung von Bund
und Ländern", forderte Schwarz.

"Die Branche mit ca. 120.000 Erwerbstätigen in knapp 24.000
Betrieben mit Schweinehaltung ist in großer Sorge vor einem
Einschleppen der Tierseuche. Übertragen wird die Afrikanische
Schweinepest durch direkten Tierkontakt, aber auch durch
Speiseabfälle oder über kontaminierte Gegenstände wie Fahrzeuge,
Geräte, Kleidung. Deshalb birgt der Tourismus und
grenzüberschreitendes Transportwesen ein hohes Gefährdungspotential.
Weggeworfene Essensreste können von Wildschweinen aufgenommen werden,
so dass sich die Seuche schnell über große Strecken verbreitet und
auch nach Deutschland kommen könnte", stellte Schwarz fest.

"Für die deutsche Schweinehaltung ist der Export in Drittländer
sehr wichtig, da diese vor allem die Teile vom Schwein nachfragen,
die der deutsche Verbraucher nicht mehr verzehrt wie Pfötchen, Ohren
und Schweinespeck. 2016 wurden über 800.000 Tonnen Schweinefleisch-
und Nebenprodukte in Drittländer exportiert", erläuterte Schwarz. Zu
den Präventionsmaßnahmen zählte er unter anderem wildsichere
Müllbehälter an allen Autobahnen, Bundes- und Landstraßen und
Rastplätzen, die regelmäßig geleert werden.

Für den Erfolg der vorbeugenden Maßnahmen sei entscheidend, den
Wildschweinbestand jetzt konsequent und nachhaltig zu verringern.
Deutschland hat einen sehr hohen Wildschweinebestand, obwohl allein
im letzten Jahr über 610.000 Wildschweine erlegt wurden. "Bund und
Länder müssen zeitnah handeln, um den Jägern eine konsequente
Reduktion zu vereinfachen. Dabei spielt auch eine
Aufwandsentschädigung für Jäger für erlegtes Schwarzwild eine Rolle.
Denn je nach Gebiet sind die Kosten und vor allem der zeitliche
Aufwand sehr hoch, um die Tiere zu beproben. Es gibt keine
ausreichende Anzahl an Annahme- und Untersuchungsstellen. Auch in den
Staats- und Bundesforsten muss ein Umdenken stattfinden, in welchen
teilweise monatelange Jagdruhen bestehen, die dem Schwarzwild
Rückzugsgebiete bieten. Neben den Präventionsmaßnahmen hat aber auch
die Entwicklung eines Impfstoffes höchste Priorität", betonte
Schwarz.

Schwarz appellierte auch an Reisende, Erwerbstätige und
LKW-Fahrer, die aus mit der Schweinepest befallenen Ländern
Osteuropas kommen, keine Wurst- und Fleischwaren nach Deutschland
mitzubringen. Experten sehen in solchen Lebensmitteln ein großes
Risiko für die Einschleppung des Virus.

Die Forderungen des DBV stehen zum Download unter
www.bauernverband.de/asp-forderungen.



Pressekontakt:
Kontakt:
Deutscher Bauernverband
Dr. Michael Lohse
Pressesprecher
Tel.: 030 / 31904 240

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