Katar lockt deutsche Unternehmen: Botschafter Al-Thani kündigt deutsch-katarisches Investitionsforum für Sommer an
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Nachbarstaaten / "Die WM-Stadien werden wie geplant fertig"
Berlin, 22. Januar 2018 - Um die Folgen der Handelsblockade seiner
Nachbarländer abzufedern, buhlt Katar verstärkt um Investitionen aus
dem Ausland. "Wir sind dabei, unsere Lieferanten zu diversifizieren
und setzen dabei auch auf deutsche Unternehmen", sagte der
Botschafter des Golf-Emirats in Berlin, Saoud Al-Thani, dem
Wirtschaftsmagazin 'Capital' (Online-Ausgabe). Großes Interesse habe
man insbesondere an Investitionen in vier Bereichen: bei
Baumaterialien und Nahrungsmitteln sowie in der Chemie- und
Pharmabranche.
Vor Beginn der Blockade Anfang Juni hatte Katar etwa Milch- und
Fleischprodukte weitgehend aus anderen Golfstaaten importiert. Auch
den Großteil des Rohmaterials für seine Bauprojekte habe man von den
Nachbarländern bezogen, sagte Botschafter Al-Thani. Nun beziehe Katar
das Baumaterial verstärkt aus der Türkei, dem Iran und Asien, aber
auch aus Europa. Die neuen Lieferanten sollen damit sicherstellen,
dass Katar sein umfangreiches Investitionsprogramm für den Bau- und
Verkehrssektor wie geplant umsetzen kann.
Al-Thani verwies auf Steueranreize und die Einrichtung neuer
spezieller Wirtschaftszonen, mit denen die Regierung in Doha
ausländische Unternehmen anlocken will. Katar könne als "Drehkreuz"
für die gesamte Region dienen, sagte er. Der Botschafter äußerte die
Hoffnung, dass sich auch die deutsche Wirtschaft noch stärker als
bisher in Katar engagiere. Derzeit seien 200 deutsche Firmen in Katar
tätig, die in den vergangenen zehn Jahren rund 80 Mrd. Dollar
investiert hätten.
Umgekehrt ist das Emirat längst auch ein wichtiger Player in der
deutschen Wirtschaft und an mehreren deutschen Konzernen wie der
Deutschen Bank, VW und Solarworld beteiligt. "Katar wird weiter in
Deutschland investieren", sagte Al-Thani. Für Mitte des Jahres
kündigte er ein großes deutsch-katarisches Investitionsforum in
Berlin an - nach dem Vorbild eines hochkarätig besetzten
Wirtschaftstreffens im Jahr 2013.
Auf den Bau der Stadien für die Fußball-WM 2022 habe der Konflikt
mit den anderen Golfstaaten keinerlei Auswirkungen, sagte Al-Thani:
"Die Stadien werden wie geplant fertig." Die zweite Arena werde in
diesem Jahr eröffnet, die letzte im Jahr 2020.
Pressekontakt:
Thomas Steinmann, Redaktion 'Capital',
Tel. 030 /220 74-5119,
E-Mail: steinmann.thomas@capital.de
www.capital.de
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Datum: 22.01.2018 - 15:38 Uhr
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