SchuldnerAtlas Region Unterfranken 2017

SchuldnerAtlas Region Unterfranken 2017

ID: 1579041

Die Überschuldung der Verbraucher nimmt zu. Im Regierungsbezirk Unterfranken sind 76.023 erwachsene Einwohner ab 18 Jahre überschuldet (Stichtag: 1. Oktober 2017).



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(firmenpresse) - Überschuldung der Verbraucher nimmt zu

Im Regierungsbezirk Unterfranken sind 76.023 erwachsene Einwohner ab 18 Jahre überschuldet (Stichtag: 1. Oktober 2017). Die Zahl der überschuldeten Personen erhöhte sich gegenüber 2016 um 1.751 Personen. Dabei war der Anstieg in Unterfranken prozentual gesehen mit + 2,4 Prozent mehr als doppelt so stark wie in Deutschland insgesamt (+ 1,0 Prozent).

Der Creditreform SchuldnerAtlas definiert private Überschuldung als einen Zustand, in dem die Ausgaben und Zahlungsverpflichtungen einer Person dauerhaft höher sind als deren Einnahmen. Hierfür sind u. a. juristische Sachverhalte – wie ein Antrag auf Restschuldbefreiung – oder auch unstrittige Inkasso-Fälle ausschlaggebend.

Trotz der guten Arbeitsmarkt- und Einkommenssituation konnten die privaten Verbraucher in Unterfranken ihre Überschuldung nicht spürbar abbauen. Bestehende Überschuldungstendenzen haben sich weiter verstetigt. Verbindlichkeiten, die die privaten Haushalte in der Vergangenheit eingegangen sind (kreditfinanzierte Konsumausgaben), haben insbesondere bei bislang (nur) schwach überschuldeten Personen zunehmend zu Überschuldungstendenzen geführt.

Die Schuldnerquote, die die Zahl der überschuldeten Personen zur Bevölkerungszahl ins Verhältnis setzt, erhöhte sich in Unterfranken entsprechend von 6,80 auf 6,92 Prozent (+ 0,12 Prozentpunkte). Damit ist etwa einer von fünfzehn Erwachsenen überschuldet. Das ist der höchste Stand seit 2007. Allerdings ist die Schuldnerbetroffenheit in der Region weiterhin geringer als in Bayern (7,47 Prozent) und in Deutschland (10,04 Prozent).

Kräftiger Anstieg und starke Unterschiede in Schweinfurt

In fast allen Landkreisen und kreisfreien Städten im Regierungsbezirk Unterfranken erhöhte sich die Schuldnerquote im Jahresvergleich 2016/2017. Am stärksten nahm die Schuldnerquote in der Stadt Schweinfurt zu (+ 0,39 Prozentpunkte auf 10,72 Prozent). Es folgt der Landkreis Rhön-Grabfeld, der ebenfalls einen deutlichen Anstieg der privaten Überschuldung verzeichnete (+ 0,23 Prozentpunkte). Die Schuldnerquote bleibt mit 5,73 Prozent hier aber weiter moderat. Eine Stagnation der Schuldnerquote verzeichnete der Landkreis Schweinfurt – Rückgänge gab es auf der Kreisebene nicht.



Schuldnerhochburg in Unterfranken ist aktuell die Stadt Aschaffenburg. Knapp elf Prozent der erwachsenen Einwohner (10,99 Prozent) sind als überschuldet anzusehen. Gegenüber dem Vorjahr gab es einen leichten Anstieg (+ 0,14 Prozentpunkte). Von den Landkreisen ist Miltenberg Negativspitzenreiter (Schuldnerquote: 8,24 Prozent). Günstig ist die Überschuldungssituation der privaten Verbraucher noch im Landkreis Schweinfurt. Lediglich 5,06 Prozent der erwachsenen Einwohner gelten als überschuldet. Die niedrigste Überschuldungsquote in ganz Unterfranken weist die PLZ-Region 97283 (Riedenheim) auf mit einer Schuldnerquote von lediglich 2,13 Prozent.

In der Stadt Schweinfurt ist eine starke Spreizung innerhalb des Stadtgebietes (PLZ-Region) festzustellen. Am niedrigsten ist die Schuldnerquote aktuell mit 5,35 Prozent im PLZ-Gebiet 97422, am höchsten mit 17,83 Prozent im PLZ-Gebiet 97421.

Mehrheit der Betroffenen ist hart überschuldet

Der Anstieg der Verbraucherüberschuldung in Unterfranken ist auf einen Anstieg der Personen mit einer hohen Überschuldungsintensität zurückzuführen. Um 3,8 Prozent auf 48.401 Personen nahm die Zahl der Betroffenen zu. Offenbar weisen Personen, die im Vorjahr noch eine geringe Überschuldungsintensität besaßen, nun bereits gerichtliche Negativmerkmale auf. Rund 64 Prozent und damit die überwiegende Mehrzahl der überschuldeten Personen in Unterfranken gelten mittlerweile als hart überschuldet. Vor zehn Jahren war die Situation noch nahezu ausgeglichen (2008: 49,6 Prozent). Leicht abgenommen hat zuletzt die Zahl der Personen mit sogenannten „weichen“ Überschuldungsfaktoren (- 0,1 Prozent auf 27.622 Fälle). In der Stadt Aschaffenburg sowie in den Landkreisen Kitzingen, Haßberge und Miltenberg gab es aber eine Zunahme der Personen mit weichen Überschuldungsmerkmalen.

30- bis 39-Jährige haben finanzielle Schwierigkeiten

Männer sind auch in Unterfranken deutlich stärker als Frauen von Überschuldung betroffen. 8,59 Prozent der erwachsenen Männer weisen Überschuldungsmerkmale auf. Bei den Frauen liegt die entsprechende Quote nur bei 5,16 Prozent. Die Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen verzeichnet in Unterfranken die höchste Schuldnerquote. Fast jede zehnte Person (9,96 Prozent) in dieser Altersklasse ist als überschuldet anzusehen. Vergleichsweise gering ist die Überschuldungsbetroffenheit bei den Senioren ab 70 Jahre (Schuldnerquote: 2,16 Prozent).

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Würzburg, 06. Februar 2018Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:

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Datum: 09.02.2018 - 08:09 Uhr
Sprache: Deutsch
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Kategorie:

Recht und Verbraucher


Meldungsart: Finanzinformation
Versandart: Veröffentlichung
Freigabedatum: 06.02.2018

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