Demokratische Republik Kongo: Alarmierende Meldungenüber Gräueltaten und Massenvertreibungen
ID: 1582902
(UNHCR) hat vor einer drohenden humanitären Katastrophe immensen
Ausmaßes im Südosten der Demokratischen Republik (DR) Kongo gewarnt.
Demnach versinke vor allem die Provinz Tanganyika im Strudel von
Gewalt, Menschenrechtsverletzung und Vertreibung.
Die Gewalt breitet sich immer weiter in Tanganyika aus, in einem
Gebiet, das dreimal so groß wie die Schweiz ist und wo drei Millionen
Menschen wohnen. Bislang wurden dort 630.000 Menschen vertrieben.
"Damit hat sich die Zahl der Flüchtlinge in Tanganyika gegenüber Ende
2016 fast verdoppelt", so der Geschäftsführer der
UNO-Flüchtlingshilfe, Peter Ruhenstroth-Bauer.
Im letzten Jahr erhielt der UNHCR für seine Hilfsoperationen für
Vertriebene in der DR Kongo nur weniger als einen US-Dollar (0,81
Euro) pro Person. "Diese dramatische Unterfinanzierung hat zur Folge,
dass viele Vertriebene in Tanganyika nicht versorgt werden können.
Weil über diese Krise kaum berichtet wird, müssen wir immer wieder
darauf hinweisen", so Ruhenstroth-Bauer.
Mehrere Regionen von Tanganyika sind von den Gewaltexzessen
betroffen, die vor allem auf ethnische Konflikte zurückzuführen sind.
Seit Ende Januar bekämpfen sich außerdem wieder Regierungstruppen und
Milizen. Flüchtlinge, die in der Provinzhauptstadt Kalemie Zuflucht
suchten, berichten von Überfällen auf ihre Dörfer, bei denen viele
Menschen getötet, entführt oder vergewaltigt wurden.
Allein in den ersten beiden Februarwochen dokumentierten der UNHCR
und seine Partner 800 Vorfälle in dieser Region. Die Krise
verschärfte sich bereits im letzten Jahr, als den UNHCR mehr als
12.000 Berichte von Menschenrechtsverletzungen in Tanganyika und in
der benachbarten Provinz Haut Katanga erreichten. Bei 4.700 dieser
Fälle handelte es sich um Folter, Mord, willkürliche Verhaftung,
Zwangsarbeit, Vergewaltigung und Zwangsheirat.
Insgesamt leben etwa 4,5 Millionen Binnenvertriebene in der DR
Kongo, die dringend auf Unterstützung angewiesen sind.
Hilfe für Vertriebene und Flüchtlinge in der DR Kongo:
Spendenkonto UNO-Flüchtlingshilfe
Sparkasse Köln-Bonn
IBAN: DE78 3705 0198 0020 0088 50 - BIC: COLSDE33
Stichwort: Nothilfe Kongo
Informationen und Spenden online:
www.uno-fluechtlingshilfe.de/nothilfe/kongo.html
Pressekontakt:
Dietmar Kappe
Tel. 0228-90 90 86-41
kappe@uno-fluechtlingshilfe.de
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Datum: 21.02.2018 - 11:27 Uhr
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