Glücksspielbarometer 2/2018: Werbung für Online-Glücksspiel: Regulierung muss Lebenswirklichkeit

Glücksspielbarometer 2/2018: Werbung für Online-Glücksspiel: Regulierung muss Lebenswirklichkeit folgen

ID: 1586958
(ots) - Verbraucher werden einer aktuellen
Umfrage zufolge stark mit Werbung für Online-Glücksspiel
konfrontiert. Dieser Wachstumsmarkt ist aber nicht reguliert und darf
de facto nicht werben. So forderten auch die Autoren der kürzlich
veröffentlichten Studie des Handelsblatt Research Instituts zur
Digitalisierung des Glücksspiels, dass die Regulierung mit der
Lebenswirklichkeit Schritt halten müsse.

21 % der Bevölkerung sagen, dass "sehr viel" und 51 %, dass "viel"
Werbung für alle Formen von Glücksspiel gemacht wird. Für die große
Mehrheit gehört Glücksspielwerbung somit zur alltäglichen medialen
Lebenswirklichkeit. Allen voran wird Werbung für Lotterien (65 %),
Sportwetten (45 %), Gewinnspiele im TV (36 %) sowie für Glücksspiele
im Internet (31 %) von den Befragten wahrgenommen. Das belegen die
Ergebnisse des aktuellen Glücksspielbarometers zum Thema Werbung und
Glücksspiel. Mit Online-Glücksspielen wird ein Segment besonders
stark wahrgenommen, für das es in Deutschland derzeit keinen
wirksamen Regulierungsrahmen gibt. Das ist den Befragten allerdings
kaum bewusst.

Am Beispiel Online-Glücksspiel zeigt sich, dass nur 18 % mit ihrer
Annahme richtig liegen, dass Werbung für Online-Glücksspiele
eigentlich verboten ist. Die Wahrnehmung eines großen Werbevolumens
suggeriert der breiten Bevölkerung, dass auch das Online-Glücksspiel
reguliert sei und entsprechend dafür geworben werden darf. Werbung
und die Annahme eines legalen Status stehen also in einem engen
Zusammenhang. Die Umfrage-Ergebnisse verdeutlichen: Besonders im
nicht-regulierten Bereich wird stark geworben, während sich die
zertifizierten Anbieter des regulierten gewerblichen Glücksspiels in
Spielhallen an die restriktiven Werbebeschränkungen halten.

"Staatlich-konzessionierte Spielhallen erfüllen den


Kanalisierungsauftrag des § 1 Glücksspielstaatsvertrag. Für
Spielhallen ist aber jegliche Form der Werbung gesetzlich verboten,
während der illegale Online-Markt zur Prime-Time werben kann. Das
zeigt die Schizophrenie der deutschen Regulierung. Sie muss endlich
im 21. Jahrhundert ankommen. Es ist deshalb dringend an der Zeit, den
Wachstumsmarkt Online-Glücksspiel anhand nachvollziehbarer
Qualitätskriterien zu regulieren", kommentiert Dr. Daniel Henzgen,
Bevollmächtigter der Geschäftsführung für Politik und
Außenbeziehungen bei LÖWEN ENTERTAINMENT, die Ergebnisse.

"Unrealistische Verbote sind ein Bärendienst für den Spieler- und
Jugendschutz. Denn die Lebenswirklichkeit sieht anders aus", so
Henzgen. Das Beispiel Dänemarks habe gezeigt, dass nur eine
umfassende Regulierung des gesamten Glücksspiel-Marktes - online wie
offline - den Verbraucher effizient schütze. Das verdeutlichte auch
jüngst die Studie des Handelsblatt Research Institutes "Die
Digitalisierung des Glücksspiels".

Für das Glücksspielbarometer wurden von der Smartcon GmbH in Mainz
im Auftrag der LÖWEN ENTERTAINMENT GmbH im Dezember 2017 insgesamt
1.000 Online-Interviews geführt. Die Stichprobe war dabei
repräsentativ für die Gesamtbevölkerung der Bundesrepublik
Deutschland.

Quelle: Handelsblatt Research Institut: "Die Digitalisierung des
Glücksspiels" http://ots.de/TPnZ2e



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Prof. Dr. Oliver Kaul
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