Ex-General Kujat zu Syrien-Konflikt: "Wir stehen an der Schwelle zu einem heißen Krieg"
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angedrohten Militärschlags in Syrien hat der ehemalige
Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat, vor einer
folgenschweren Eskalation des Konflikts gewarnt: "Wir stehen an der
Schwelle zu einem heißen Krieg. Alles läuft auf eine Konfrontation
zwischen den beiden nuklearstrategischen Supermächten, den
Vereinigten Staaten und Russland, zu. Das ist eine Situation, die
auch auf unsere eigene Sicherheit erhebliche Auswirkungen haben
könnte", sagte Kujat im phoenix-Interview. In der aktuellen Situation
gehe es allein darum, Eskalation zu verhindern. Stattdessen sehe er
eine Bundeskanzlerin, "die den Konflikt verbal anheizt und sich nicht
darum bemüht, für Zurückhaltung und Mäßigung zu sorgen und nicht dazu
beiträgt, das Vertrauen in die Großmächte wieder aufzubauen",
bedauerte Kujat.
Im Gegensatz zum Kalten Krieg, wo "die Fronten klar waren und
beide Seiten auf Stabilität gebaut", hätten die internationalen
Beziehungen heute eine völlig neue Qualität, sagte der General a.D.:
"Wir haben einen unerfahrenen französischen Präsidenten, der sich an
der Eskalation beteiligt, eine britische Ministerpräsidentin, die
innenpolitisch unter starkem Druck steht und einen erratischen
amerikanischen Präsidenten, der der nuklearstrategischen Supermacht
Russland nicht nur droht, sondern einen Schlag ankündigt." Das Ganze
erinnere an die Lage vor dem Ersten Weltkrieg, "wo die Mächte auch
wie Schlafwandler in einen Krieg hineingeschlittert" seien, deren
Folgen und vernichtende Kraft sie nicht einschätzen konnten. "Auch
heute sind unsere Politiker offensichtlich nicht in der Lage, die
sicherheitspolitischen und strategischen Konsequenzen eines möglichen
Konfliktes und die Auswirkungen, die es auf unsere Sicherheit hat,
richtig einzuordnen", so Kujat.
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Datum: 12.04.2018 - 12:40 Uhr
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