Tiger am Abgrund
ID: 161415
Tiger am Abgrund
Klimawandel, Wilderei und Lebensraumverlust: In ganz Asien gerät der Tiger zunehmend unter Druck. / Mehr gefangene Großkatzen in den USA als in freier Wildbahn.
Frankfurt - Anlässlich des am 14. Februar beginnenden chinesischen "Jahr des Tigers" hat die Umweltschutzorganisation WWF eine aktuelle Bedrohungsanalyse für die seltene Großkatzenart veröffentlicht. Demnach gerät der Tiger in seinem gesamten Verbreitungsgebiet immer stärker unter Druck. "Die Situation für die letzten rund 3200 Tiger in freier Wildbahn ist dramatisch. Hier steht eine der charismatischsten Tierarten der Erde am Abgrund und die Bedrohungen werden immer vielfältiger und akuter", warnt Volker Homes, Leiter Artenschutz beim WWF Deutschland. Wilderei, Lebensraumzerstörung und auch die Auswirkungen des Klimawandels seien die Hauptgefahren für das Überleben der Tierart.
So ist es zwar weltweit verboten Medizin mit Tiger-Bestandteilen herzustellen, doch der Hunger auf diese Produkte sei ungebrochen. Daher werde der Tiger weiterhin illegal geschossen, so der WWF. Aber auch Europas enormer Bedarf an Palmöl bringe die Großkatzen in Bedrängnis. Jedes Jahr importieren die europäischen Staaten nach Angaben der Umweltschützer rund 5,8 Millionen Tonnen für unzählige Produkte wie Eiscreme, Bio-Sprit oder Waschmittel. Auf Sumatra hätten daher innerhalb von nur 23 Jahren (1985-2008) über 12 Millionen Hektar Wildnis den Plantagen und Monokulturen weichen müssen. Das ist die Hälfte des gesamten Waldes von Sumatra. Für die letzten höchstens vierhundert Sumatra-Tiger werde es auf der Insel immer enger. Ein weiteres Problem stellen laut WWF die weitgehend unkontrolliert in Gefangenschaft lebenden Tiere zum Beispiel in den USA dar. So gebe es in den Vereinigten Staaten mit 5.000 Exemplaren mehr Tiger, die von Privatpersonen gehalten würden, als heute in ganz Asien durch die freie Wildbahn streiften. "Es wird immer wieder beteuert, dass die Tiere nur zu Unterhaltungszwecken gehalten werden, doch Gesetzeslücken in den USA öffnen dem illegalen Handel Tür und Tor", warnt Volker Homes. Damit würden die amerikanischen Tiger zu einer Bedrohung für ihre wilden Artgenossen.
Noch kritischer sieht der WWF Chinas Tiger-Farmen. Sie werden offiziell als Unterhaltungs-Einrichtungen oder Zuchtstationen betrieben, doch klar ist, dass diese zum Erhalt der Tiger in der Wildnis nichts beitragen. Auch seien einige der Farmer Teil einer einflussreichen Lobby, die in China eine Aufhebung des nationalen Handelsverbots für Zuchttiger herbeiführen will. Damit könnten tote Farm-Tiger für die Herstellung ostasiatischer Medizinprodukte verkaufen. Der WWF befürchtet, dass es dadurch zu einem weiteren Anstieg der Wilderei auf Wildtiger kommen könnte. "Untersuchungen und Befragungen haben gezeigt, dass viele Käufer von Tiger-Produkten jene bevorzugen, die aus wildlebenden Tieren hergestellt wurden. Farm-Tiger sind in deren Wahrnehmung minderwertige Ware", warnt Volker Homes.
Kontakt
Roland Gramling
Pressestelle
WWF Deutschland
069-79144-216
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 10.02.2010 - 23:34 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 161415
Anzahl Zeichen: 3227
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 330 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Tiger am Abgrund"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
World Wide Fund For Nature (WWF) (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Mauritius tötet tausende gefährdeter Maskaren-Flughunde / WWF kritisiert Vorgehen als irrational Im Inselstaat Mauritius haben Polizei und Militär mit der Tötung tausender Flughunde begonnen. Rund 18.000 der als gefährdet geltenden Maskaren-Flughunde (Pteropus niger) sollen in den kommenden
Keine Kettensägen im Tigerwald: Russische Bikin-Region wird Nationalpark ...
Die russische Regierung hat die weltweit einmaligen Wälder der Bikin-Region zum Nationalpark erklärt. Mehr als 1,16 Millionen Hektar Urwald rund um den namensgebenden Bikin-Fluss sollen somit dauerhaft vor Abholzung und Wilderei geschützt werden. Das Flussbecken im Fernen Osten Russlands ist ei
Klimawandel erreicht Supermärkte ...
Dürren und Wetterkapriolen bedrohen Existenz von Kleinbauern in Erzeugerländern / In Deutschland Folgen für Preise und Produktqualität Der Klimawandel wirbelt bekannte Temperatur- und Niederschlags-muster durcheinander und Extremwetter wird häufiger. Die Folgen können für Bauern zunehmend
Weitere Mitteilungen von World Wide Fund For Nature (WWF)
Klage gegen Ostseepipeline ...
WWF und BUND klagen gegen Genehmigung für Nord Stream-Pipeline Schwerin/Stralsund - WWF Deutschland und BUND haben gegen die Genehmigung der Ostseepipeline durch die deutschen Behörden fristgerecht Klage eingereicht. Die Umweltverbände fordern eine Aufhebung des Planfeststellungsbeschluss, d
Greenpeace-Protest vor japanischer Botschaft: Verfahren gegen Walschützer verstösst gegen UNO-Bestimmungen ...
Bern, 10. Februar 2010. Mit leuchtenden Himmelslaternen und Lampions haben Greenpeace-Aktivistinnen und -Aktivisten heute vor der japanischen Botschaft protestiert. Sie fordern die Einstellung des Verfahrens gegen zwei Walschützer, denen nächste Woche in Japan der Prozess gemacht wird, weil sie
Umweltministerium unterstützt Empfehlungen des Runden Tisches ?Gewässerschutz Werra/Weser und Kaliproduktion? ...
Das Thüringer Umweltministerium unterstützt ausdrücklich die Empfehlungen des Rundes Tisches "Gewässerschutz Werra/Weser und Kaliproduktion". "Der Bau einer Nordsee-Pipeline für die Entsorgung der Salzlauge scheint derzeit alternativlos", sagte Umweltminister Jürgen Reinh
Überwachung Baden-Württemberg: 2009 weniger Sojaprodukte mit Gentechnik-Spuren ...
(11.02.2010) Die amtliche Lebensmittelüberwachung in Baden-Württemberg hat 2009 in jedem vierten sojahaltigen Lebensmittel Anteile von gentechnisch veränderten Sojabohnen festgestellt. Von 770 untersuchten Lebensmitteln erwiesen sich 109 als "GVO-positiv". Neben Soja war vor allem Lei




