Verbesserter Strahlenschutz in der Nuklearmedizin
ID: 1642329
EANM und andere wissenschaftliche Organisationen bündeln ihre Kräfte, um die medizinische Strahlenbelastung für Patienten und Personal genauer zu erforschen
Ohne die Nuklearmedizin ist eine moderne Gesundheitsversorgung kaum denkbar. Die nuk-leare Bildgebung umfasst höchst effektive Methoden, die präzise Informationen über zahlrei-che Krankheiten im Frühstadium liefern - das Spektrum reicht von Arterienverengungen über das Vorhandensein von Tumoren bis zu beginnenden Demenzen. Diese Informationen sind äußerst wertvoll für Ärzte, die auf dieser Grundlage frühzeitige und individuell angepasste Behandlungen für ihre Patienten konzipieren können. Abgesehen von diesen diagnostischen Aspekten ermöglicht die Nuklearmedizin auch die gezielte Behandlung von Krebspatienten, indem hohe, auf die Tumore eingegrenzte Dosen eingesetzt werden können, während gleich-zeitig die Strahlenbelastung für das umgebende gesunde Gewebe minimiert wird.
Gemeinsames Engagement für bessere Daten
Für nuklearmedizinische Diagnosen und Behandlungen werden den Patienten Substanzen - zum Beispiel Traubenzucker - injiziert, die radioaktiv markiert sind. Zwar sind die verwende-ten Dosen niedrig, trotzdem diskutieren Fachleute seit längerem darüber, bis zu welchem Grad sich Risiken wie die Entstehung von Krebs ausschließen lassen. Doch trotz der Bedeu-tung, die dieses Thema für Patienten und Personal gleichermaßen hat, sind klinisch aussage-kräftige Studien auf der Basis ausreichender und geeigneter Daten bislang rar. Um diese Lü-cke zu füllen und so die Voraussetzungen für verlässliche Risikoeinschätzungen zu liefern, wurde die European Alliance for Medical Radiation Protection Research (EURAMED) gegrün-det. Das Ziel dieses Verbandes ist es, Forschung zu fördern und zu unterstützen, die bei der Klärung der vielen und komplexen Themen des medizinischen Strahlenschutzes hilft, und die Ergebnisse in die Praxis umzusetzen. Die EANM ist - gemeinsam mit mehreren anderen Or-ganisationen aus dem wissenschaftlichen Umfeld - ein Gründungsmitglied von EURAMED und wird in den kommenden Jahren durch die Bekleidung der Positionen des Präsidenten und Vizepräsidenten eine führende Rolle spielen. Zum ersten Mal schließen sich unterschiedliche Disziplinen wie Radiologie, Strahlentherapie, medizinische Physik und Nuklearmedizin in die-ser Art zusammen. Eine gemeinsame strategische Forschungsagenda (SRA) für den medizi-nischen Strahlenschutz wurde bereits veröffentlicht.
Empfehlungen sind in Arbeit
Einen weiteren wichtigen Schritt hin zu einer Verbesserung des Strahlenschutzes bildet ME-DIRAD (Implications of Medical Low Dose Radiation Exposure). In diesem Projekt werden die Auswirkungen von niedrig dosierter medizinischer Strahlung auf Patienten und medizinisches Personal untersucht sowie wissenschaftsbasierte Handlungsempfehlungen zu ihrem wirksa-men Schutz erarbeitet. EURAMED und EANM waren hier federführend beteiligt und haben wichtigen Input geliefert (www.medirad-project.eu/). Das Forschungskonsortium von MEDI-RAD, dem mehr als 70 Wissenschaftler aus 33 Organisationen und 14 Ländern angehören, erhielt von der Europäischen Kommission eine Fördersumme von 10 Millionen Euro und star-tete im Juni 2017. "Die Forschung wird unser medizinisches Verständnis wie auch die Praxis des Strahlenschutzes deutlich verbessern", sagt Prof. Bacher. Im Bereich der Nuklearmedi-zin steht zu erwarten, dass die Forschungsergebnisse die Strahlenbelastung während diag-nostischer PET/CT-Untersuchungen optimieren und die Behandlung von Schilddrüsenkrebs-patienten mit Radiojodtherapie verbessern werden. In anderen Forschungsbereichen geht es um die Belastung durch Strahlentherapie bei Brustkrebs und die Auswirkungen nuklearmedi-zinischer Verfahren bei Herzkreislauf-Erkrankungen. "Die EANM hat den Strahlenschutz schon immer ernst genommen und begrüßt die enge Zusammenarbeit von Klinikern und me-dizinischen Physikern. Dadurch dass wir diese Themen in mehreren interdisziplinären wis-senschaftlichen Ausschüssen diskutieren und erforschen, werden wir sehr bald über geeig-nete Empfehlungen für den begründeten Einsatz nuklearmedizinischer Verfahren verfügen", so Prof. Bacher.
https://www.facebook.com/officialEANM.
www.whatisnuclearmedicine.com
eanm.orgWeitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Presseagentur für Medizinthemen
impressum health & science communication
Frank von Spee
Hohe Brücke 1
20459 Hamburg
vonspee(at)impressum.de
040 31786410
http://www.impressum.de
Datum: 23.08.2018 - 12:45 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1642329
Anzahl Zeichen: 5539
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Frank von Spee
Stadt:
Hamburg
Telefon: 040 31786410
Kategorie:
Gesundheitswesen - Medizin
Diese Pressemitteilung wurde bisher 378 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Verbesserter Strahlenschutz in der Nuklearmedizin"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
impressum health& science communication (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
(Wien, 14. Dezember 2018) In ihrer Deklaration von Alma-Ata (September 1978) erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass die Menschen das Recht und die Pflicht haben, sich einzeln und gemeinsam an der Planung und Umsetzung ihrer Gesundheitsversorgung zu beteiligen. Gemeint ist eine enge Zu
Nuklearmedizin hilft bei unspezifischen Rückenschmerzen ...
(Wien, 16. Oktober 2017) Lendenschmerzen sind eine Erkrankung, die sich immer weiter ausbreitet. Bei vielen Patienten wird sie chronisch und führt zu gravierenden körperlichen und psychischen Beschwerden. Darüber hinaus bedeuten Rückenschmerzen eine enorme wirtschaftliche Belastung, denn sie geh
Neu: Comicfiguren assistieren Nuklearmedizinern ...
Nuklearmedizinische Untersuchungen können für die Patienten belastend sein - vor allem für Kinder. Aber Sunny das Isotop, Tim der Tracer und Rob der Rezeptor helfen Ängste abzubauen. Entworfen hat diese Comicfiguren Ronald van Rheenen, Experte der Europäischen Gesellschaft für Nuklearmedizin/E
Weitere Mitteilungen von impressum health& science communication
Europäischer Kardiologiekongress 2018 in München: Entwicklungen in der Herz-Medizin betreffen Millionen Menschen - BILD ...
Von 25.- bis 29. August 2018 werden in München auf dem Europäischen Kardiologiekongress 31.000 Teilnehmer aus 150 Ländern erwartet, was den Kongress der European Society of Cardiology (ESC) zu einem der weltweit größten Medizinkongresse macht. Der Kongress bietet auch eine eindrucksvolle Leistu
Stadtnah bauen für Normalverdiener: Das neue Stadthaus 100 ...
(Mynewsdesk) Mit dem neuen ?Stadthaus 100? bringt Deutschlands führende Massivhausmarke nun einen weiteren Haustyp auf den Markt, der Normalverdienern den Traum vom stadtnahen Bauen zu mietähnlichen Konditionen ermöglichen soll. ?Dieses Massivhaus bietet eine optimale Balance zwischen urbanem Woh
Faltenbehandlung - auch für Männer. ...
23.08.2018, Neustadt - Faltenunterspritzung - Faltenbehandlung für Männer Männer bekommen keine Falten, oder? Schön wär's. Auch Männer bleiben nicht verschont und bekommen mit zunehmenden Alter die wenig begehrten Hautfalten. Genetische Veranlagung sowie Umwelteinflüsse beeinflussen
rbb-exklusiv: Immer wenigerÄrzte führen Abtreibungen durch / Bundesärztekammer klagt über zunehmenden Druck von Abtreibungsgegnern ...
Bundesweit gibt es immer weniger Arztpraxen und Kliniken, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen. Die Zahl ist nach einer Berechnung des Statistischen Bundesamtes für das ARD-Politikmagazin Kontraste seit 2003 um 40 Prozent zurückgegangen - von 2.000 auf 1.200 Stellen. In einigen Region




