F.A.Z. - Lufthansa-Konzern-Betriebsratschef warnt vor Nachtflugverbot in Frankfurt
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Der Konzernbetriebsratsvorsitzender der Deutschen Lufthansa AG, Eckhard Lieb,
hat im Gespräch mit der FAZ (Rhein-Main, Samstagsausgabe) vor den Folgen eines
strikten Nachtflugverbotes am Frankfurter Flughafen für das Frachtgeschäft
gewarnt: "Es darf nicht passieren, dass die Fracht am Ende der Verlierer einer
Nachtflugbeschränkung in Frankfurt ist. Es ist klar, dass ein Flughafen auch
Lärm verursacht, aber Frankfurt ist eben auch ein ganz großer
Wirtschaftstreiber, ist sehr wichtig für Arbeitsplätze, letztlich für das
Gemeinwohl insgesamt." Weiter lobte Lieb in dem Gespräch das Management der
Lufthansa Cargo AG, das mit einer raschen Einführung der Kurzarbeit in der Krise
Schlimmeres verhindert habe.
Im Zusammenhang mit dem Flottenabbau bei der Lufthansa-Tochter Eurowings sieht
Lieb bis zu 700 Stellen in Gefahr. Er forderte vom Lufthansa-Management,
betroffenen Eurowingsmitarbeitern eine Chance anderswo im Konzern zu geben.
Weiter rügte Lieb die Schließungspläne der Lufthansa für den Service-Center in
Kassel als ein Beispiel kurzsichtiger Sparpolitik, die womöglich auf Kosten der
Qualität gehe. Das Center wird wohl zur Mitte dieses Jahres geschlossen werden.
Zuvor hatte die Unternehmensleitung die Mitarbeiter wissen lassen, dass eine
Schließung nur dann vielleicht zu verhindern sei, wenn die Personalkosten für
die 180 dort beschäftigten Frauen und Männer um rund 40 Prozent gesenkt würden.
"Das war kein Angebot, sondern eine Provokation, auf die kein Mitarbeiter, kein
Betriebsrat und auch keine Gewerkschaft hätte eingehen können", sagte Lieb der
FAZ und fügte an: "In der Analyse muss man sagen, dass die Unternehmensleitung
von Beginn an entschlossen war, den Standort zu schließen."
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Datum: 12.02.2010 - 21:00 Uhr
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