G20-Gipfel und vieles mehr - Ein Ausblick
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Ob es mit dem G20-Gipfel Ende Juni im japanischen Osaka etwas zu tun hatte, dass letztlich nur ein Cyber-Angriff auf die iranischen Raketenabschusssysteme stattfand, können wir nur vermuten - zumal der Raketenangriff lediglich vorläufig gestoppt wurde, wie es aus dem Weißen Haus hieß.
USA - China
Die Probleme, die auf dem Gipfel besprochen werden sollen, nämlich der Plastikmüll in den Weltmeeren und dessen Vermeidung, sind zwar auch wichtig, die Welt wird aber vor allem auf zwei Männer schauen, die sich im Handelskrieg miteinander befinden. US-Präsident Trump wird dort nämlich mit Sicherheit Chinas Nr. 1, Präsident Xi, treffen. Über seinen Lieblingskommunikationskanal Twitter hatte Donald Trump bekannt gegeben, Xi habe ihn angerufen und um ein Gespräch gebeten. Das hört sich zwar erst einmal gut an, aber wir erinnern uns, dass es genau so vor dem Gipfel in Argentinien war: Die Gespräche damals blieben erfolglos, und Trump setzte erste Strafzölle um.
Nun scheinen die Chinesen am Ende zu sein, was die Zölle betrifft. Aber wer mit China spielt, muss immer mit einer Überraschung rechnen, und genau so ist es gekommen: Die seltenen Erden spielt Peking als nächsten Trumpf aus, denn sie haben einen Großteil der bekannten Vorkommen auf der Welt auf ihrem Territorium. Das kann spannend werden. Wir werden nach dem Ende des Gipfels sehen, zu welchem Ergebnis das Gespräch geführt hat und welche Auswirkungen für unsere Kleinanleger daraus abzuleiten sind.
Die EU - Führungslos und paralysiert
Bei der EU-Wahl hat die in der konservativen Parteienfamilie zusammengefasste EVP kräftig Federn gelassen. Dennoch ging sie als stärkste Partei aus der Wahl hervor. Deren Spitzenkandidat Manfred Weber bekommt nun jedoch nicht die für die Wahl zum Kommissionspräsidenten erforderliche Mehrheit im EU-Parlament. Auch die Bundeskanzlerin auf Abruf kann sich aktuell gegen die Widerstände speziell aus Frankreich nicht durchsetzen. Ohne die EVP oder Weber nun aber einer Bewertung zu unterziehen, müssen wir feststellen, die EU ist noch meilenweit von einer demokratischen Entwicklung entfernt.
Grundsätzlich gilt, dass die Wirtschaft am besten läuft, wenn sie Planungssicherheit hat. Aber wir sehen, dass weder auf EU- noch auf Bundesebene auch nur die kleinsten Vorhaben umgesetzt werden können. Nun könnte man zwar sagen, lass die Politik doch machen, was sie will, Hauptsache sie stört die Konjunktur nicht. Fakt ist aber, dass sich die Welt um uns herum gerade dramatisch verändert und deswegen eigentlich entsprechende Anpassungen in der Politik vorgenommen werden müssten. Doch daran ist derzeit nicht zu denken.
Die Notenbanken und die Geldflutung
Wenn das meiste schiefläuft, schaut alles auf die Notenbanken, und die liefern. US-Notenbankchef Jay Powell hat diese Woche Anleger auf eine Zinssenkung vorbereitet. Das bedeutet in den USA eine Zinswende. Hier hat man vom aktuellen Niveau im Korridor von 2,25 Prozent bis 2,5 Prozent reichlich Luft, um die Konjunktur mit traditionellen geldpolitischen Maßnahmen anzukurbeln.
Wir erinnern uns: Trump hat mit einer historischen Unternehmenssteuerreform die US-Wirtschaft für den Handelsstreit vorbereitet. Der einmalige Effekt der Reform läuft nun aus. Deshalb werden nun weitere Hilfestellungen vonseiten der FED benötigt, um die kurzfristig negativen Auswirkungen seiner Strafzölle zu verschleiern, zumindest bis zur nächsten Präsidentenwahl. Eine lockere Geldpolitik stellt da die für ihn einfachste Lösung dar. Daher hackt er bei jeder Gelegenheit auf Jay Powell herum. Aber jetzt ist Powell Trump ja entgegen gekommen.
In China werden derweil mit einem Konjunkturprogramm in Höhe von 700 Milliarden Dollar die Folgen aus dem Handelskrieg mit den USA abgefedert.
Russland hat diese Woche den Leitzins gesenkt, ebenso wie Indien vor zwei Wochen. Und wahrscheinlich stehen auch noch weitere Zinssenkungen an. Fakt ist, jedes Land möchte seiner Wirtschaft mit einer günstigen Währung Handelsvorteile verschaffen.
Und die EZB? Nun, die EZB hat es aus den bekannten Gründen verschlafen, die Zinsen im Laufe einer günstigen Konjunktur anzuheben, um jetzt auf gleiche Weise zu reagieren. Aber Supermario hat eine ihm eigene Ankündigungsrhetorik entwickelt, die im Augenblick den Euro schwächt und Präsident Trumps Blutdruck in die Höhe schießen lässt. So sind die Europäer, speziell Deutschland, dem Vorwurf des Weißen Hauses ausgesetzt, Währungsmanipulation zu betreiben.
Fazit
Wenn nächstes Wochenende der Gipfel gelaufen ist, dann werden wir sehen, ob eine wachsweiche Absichtserklärung über die Vermeidung von Plastikmüll das einzige greifbare Ergebnis sein wird.
Dem NDAC schwant, dass es wohl so sein wird. Aber auf diesem niedrigen Erwartungsniveau wird zumindest jedes positive Ergebnis von bilateralen Treffen und jeder bindende Beschluss zur Stabilisierung der Weltkonjunktur eine Überraschung sein.Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
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Datum: 29.08.2019 - 12:40 Uhr
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