Armband gegen GHB-Tropfen: wie gut es wirklich schützt
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Eine deutsche Firma bietet ein Armband an, das einen Schnelltest von Getränken auf GHB ermöglicht. Doch was taugt das Armband gegen GHB-Tropfen wirklich?
Experten gehen davon aus, dass bei Vorfällen mit so genannten K.-o.-Tropfen meist der betäubende Stoff GHB im Spiel ist. Diese Substanz führt zu völliger Wehrlosigkeit, Koma und ausgedehnten Gedächtnislücken. Die Opfer sind oft junge Frauen, die Täter oft Männer mit sexuellen Absichten. Die Tropfen sind farblos und ihr Geschmack wird von alkoholischen Getränken weitgehend kaschiert. Allein in Berlin kamen im letzten Jahr 230 Fälle zur Anzeige, in denen womöglich K.-o.-Tropfen eingesetzt wurden. Sich davor zu schützen ist schwer.
Um es etwas einfacher zu machen, hat die Twinvay GmbH aus Baden-Württemberg ein Armband entwickelt, mit dessen Hilfe sich feststellen lässt, ob ein Getränk mit GHB versetzt wurde. Wenn das der Fall ist, verfärbt sich das Testfeld blau. Die Nachweisgrenze liegt unter praxisnahen Bedingungen laut Hersteller bei 1,5 Gramm pro 100 Milliliter. Hochgerechnet auf ein kleines Bier (0,3 Liter) ergibt diese Menge eine Dosis, die bereits eine leichte Trübung des Bewusstseins zur Folge haben kann. Einen vollständigen Schutz bietet das Armband gegen GHB-Tropfen also nicht. Es schlägt aber schnell genug an, um wirklich gefährliche Mengen der Droge rechtzeitig zu erkennen.
Erhältlich ist das Armband auf der Website des Herstellers und in den Drogeriemärkten von dm. Mit einem Preis von 4,45 Euro für zwei Stück oder 9,95 Euro für das 4er-Pack ist es durchaus erschwinglich. Jedes Band erlaubt zwei Tests. Wenn es mit Wasser in Berührung kommt (Spritzwasser, Regen) geht das Testfeld allerdings kaputt und kann nicht mehr verwendet werden.
Mehrere rechtsmedizinische Institute in Deutschland haben das Armband getestet und konnten seine Funktionalität bestätigen. Die Tests sind nicht nur mit alkoholischen Drinks ausführbar, sondern auch mit fetthaltigen Getränken wie Milchshakes oder mit sauren Fruchtsäften. Nur bei stark färbenden Flüssigkeiten wie etwa Rote-Beete-Saft kommt das Armband an seine Grenzen.
Es gibt allerdings eine wichtige Einschränkung: Der Begriff „K.-o.-Tropfen“ umfasst eine ganze Reihe von Drogen und Medikamenten, die geeignet sind, eine Person wehr- und willenlos zu machen. Zwar ist in den meisten Fällen GHB im Spiel, doch manchmal kommen auch andere Substanzen zum Einsatz, darunter Benzodiazepine, Neuroleptika, Schmerzmittel oder Barbiturate. Diese Wirkstoffe erkennt das Armband nicht. Auch GBL, das aus chemischer Sicht eine Vorstufe von GHB ist und die selbe Wirkung hat, wird nicht erkannt. Diese Flüssigkeit ist in Deutschland weit verbreitet, etwa als industrielles Reinigungs- und Lösungsmittel. Sie fällt aber durch ihren stechenden Geruch und seifenartigen Geschmack schnell auf, wenn man sie in ein Getränk mischt.
Der Nutzer(-innen) des Armbandes sollten sich also nicht in trügerischer Sicherheit wiegen, sondern wie bisher auch weiterhin vorsichtig sein und die üblichen Maßnahmen zum Schutz vor K.-o.-Tropfen beachten: keine offenen Getränke annehmen, das eigene Getränk nie aus den Augen lassen und bei Verdacht sofort Freunde, Bekannte oder das Personal ansprechen. Der beste Schutz ist, nicht allein feiern zu gehen. Wer mit Freunden ausgeht, sollte vorab verabreden, dass man aufeinander achtet.
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Datum: 14.11.2019 - 13:47 Uhr
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