Reinhardshagen, 29.04.2020 Igitt, eine Ratte! – Die psychischen Folgen eines Rattenbefalls
Der Mensch liebt seine Gesundheit, sein Besitz, sein Eigentum. Das alles möchte er lange und ungestört genießen können. Plötzlich dringt eine Ratte ins menschliche Refugium ein. Ekel, Abscheu und Angst machen sich beim Betroffenen breit. Aber warum eigentlich?
Menschen haben Bedürfnisse. Hierzu gehören Grundbedürfnisse, die lebensnotwendig sind und weitergehende Bedürfnisse. Zum besseren Verständnis der menschlichen Bedürfnisse wird in der Psychologie eine hierarchische Darstellung, die Bedürfnispyramide nach Abraham Maslow, genutzt. Maslow ordnete die unterschiedlichen Bedürfnisse wie Grundbedürfnisse, Sicherheitsbedürfnisse, soziale Bedürfnisse und weitere hierarchisch in eine Pyramidenform. Der Mensch strebt danach seine Bedürfnisse zu befriedigen. Als Grundsatz legt Maslow fest: Ein höheres Bedürfnis kann nur befriedigt werden, wenn die darunterliegenden Bedürfnisse weitgehend befriedigt sind.
Die unterste und grundlegendste Stufe der Pyramide sind die Grundbedürfnisse wie Hunger, Durst, Atmen. In der Hierarchie folgen nach den Grundbedürfnissen die Sicherheitsbedürfnisse. Zu Ihnen zählen die Erhaltung von Gesundheit genauso wie der sichere Wohn- und Lebensraum.
Was hat eine Ratte damit zu tun?
Die Ratte ist ein Kulturfolger und begleitet den Menschen seit jeher. Solange Ratten außerhalb des menschlichen Lebensraums genug Futter finden, haben die Menschen meist Ruhe vor den Schadnagern. Wenn aber das Futter in freier Wildbahn weiniger wird, gehen sie dorthin, wo es Futter gibt. Dabei dringen Ratten dann auch in Gebäude ein. Für Ratten spielt es keine Rolle ob es sich um eine Garage, einen Schuppen, ein Gartenhäuschen, eine Scheune oder um ein Wohnhaus handelt. Sie folgt der Spur zum Futter, wo auch immer es sich befindet. Wenn die Ratte in den Lebensraum des Menschen eindringt, beeinträchtigt sie Bedürfnisse des Menschen. Sie macht Lebensmittel unbrauchbar und greift somit das Grundbedürfnis Hunger des Menschen an. Mit dem Eindringen in Wohnungen werden Krankheitserreger eingeschleppt, die wiederum einen Eingriff in das Sicherheitsbedürfnis Gesundheit sind. Das pure Eindringen in die bisher doch so sichere Wohnung stellt ebenfalls eine Störung in der Befriedigung des Sicherheitsbedürfnisses dar. Denn anscheinend ist die Wohnung nicht sicher genug, um unerwünschte Schadnager vom Eindringen abzuhalten.
Die menschlichen Reaktionen
Es gibt eigentlich so gut wie keine Chance für den Menschen nicht zu reagieren. Er reagiert auf eine Vielzahl von äußeren und inneren Reizen. So ist es auch, wenn er auf Hindernisse trifft. Wenn er nun sein Grundbedürfnis Hunger mit einem Lebensmittelvorrat positiv beeinflusst und ein Schadnager diesen Lebensmittelvorrat mit Mundschleim durch Nagen, Urin und Kot kontaminiert, ist dies das Hindernis zur Bedürfnisbefriedigung des Hungers. Hier zusätzlich noch das Hindernis zur Gesunderhaltung durch die zahlreichen Krankheitserreger, die Ratten verteilen. Allein das Eindringen in den Wohnraum ist ein Hindernis in der Bedürfnisbefriedigung, eine gegen Eindringlinge sichere Wohnung zu haben.
Wie sieht das im echten Leben aus?
Meist ist die Feststellung eines Rattenbefalls mit großem Ekel verbunden. Noch schlimmer, wenn die Ratte tatsächlich erblickt wird. Der Schreck fährt durch die Glieder und Rufe wie „Igitt eine Ratte“, „Um Gottes willen“ oder „Ähh, das kann doch nicht wahr sein“ sind zu hören. Und das ist ganz normal.
Dem Menschen ist klar, bewusst oder unbewusst, welche Gefahren von Ratten ausgehen. Sie sind Überträger von Krankheiten bzw. von gesundheitsschädlichen Krankheitserregern. Immerhin können Ratten ca. 120 Krankheiten übertragen. Welche, ist regional unterschiedlich. In unseren Breitengraden beispielsweise kann es zur Übertragung von Hantaviren kommen, die bis zum Nierenversagen führen können.
Abgesehen von den gesundheitsschädlichen Erregern, die sie über Kot, Urin und Mundschleim übertragen, sind sie oft von Parasiten befallen. Flöhe, Bandwürmer und weitere Parasiten können durch Ratten auf den Menschen übertragen werden.
Lebensmittelvorräte, die einmal durch Ratten kontaminiert wurden, sind gefährlich und nicht mehr zu gebrauchen. Das gilt bei einem Rattenbefall für alle bevorrateten Lebensmittel, die im selben befallenen Bereich gelagert sind. Rund 25 Prozent der weltweiten Lebensmittelproduktion werden durch Schadnager vernichtet oder unbrauchbar.
Und wenn wir jetzt für einen kurzen Augenblick die Gesundheitsgefährdung und die Vernichtung von Lebensmitteln in den Hintergrund treten lassen, bleibt immer noch das Gefühl, einen ungebetenen Gast in der eigenen Wohnung zu haben. Bei jedem kleinen Geräusch dreht man sich um und kann sich nicht vom Gedanken befreien, dass der Nager sein Unwesen treibt. Der gesunde Schlaf ist nicht mehr möglich bei dem Gedanken, dass eine Ratte durch die Wohnung läuft oder womöglich übers Bett rennt. Ja, man wird geradezu paranoid. Denn jedes Geräusch und jede Bewegung im Augenwinkel kann die Ratte sein.
Was tun bei einer Rattensichtung?
Sollten Sie eine Ratte in Ihrem Lebensraum festgestellt haben, nehmen Sie sofort Kontakt mit einem professionellen Schädlingsbekämpfer auf. Der Profi hat die Mittel, schnell und sicher gegen den Schadnager vorzugehen. Von diversen Hausmitteln wie Essig zum Vertreiben oder andere Dinge, die in Social Media Kanälen verbreitet werden, raten wir dringend ab. Meist sind diese nicht wirksam oder im schlimmsten Fall locken sie weitere Tiere an.
Bleiben Sie gesund!
B. Suter, Servicetechniker für Schädlingsbekämpfung
für das Unternehmen
Andreas Vollack Fachwerkzentrum und Schädlingsbekämpfung
Mündener Str. 18
34359 Reinhardshagen
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Datum: 29.04.2020 - 10:54 Uhr
Sprache: Deutsch
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Freigabedatum: 29.04.2020
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