Das Ende der Denkverbote - Debatte über Arbeitszeiten wird entideologisiert
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Eine Verringerung des durchschnittlichen Rentenniveaus sei daher unvermeidbar. Die Arbeitnehmer wissen, dass ihre Rente demnächst wahrscheinlich nur noch für die Grundsicherung reicht. Mit Blick auf die grundlegenden Systemmängel umlagefinanzierter Rentenversicherungssysteme sei eine ergänzende Ersparnis auch sinnvoll, so Ragnitz in einem Gastkommentar für das Handelsblatt http://www.handelsblatt.de. Doch der Wirtschaftsforscher weist auch darauf hin, dass weite Teile der Bevölkerung dies finanziell gar nicht stemmen können, da sie zu wenig verdienen. Ausserdem haben etliche Arbeitnehmer unrealistische und zu hohe Vorstellungen über ihre zukünftige Rente: "Zu befürchten ist daher, dass viele Menschen im Alter nur über sehr niedrige Einkünfte verfügen werden."
Die Lösung für dieses Problem ist denkbar einfach, wird jedoch kaum öffentlich diskutiert: "Freiwillig länger arbeiten". Wer länger arbeiten möchte, müsse dies auf freiwilliger Basis tun können. Und damit erwerbe er dann automatisch höhere Rentenansprüche. Wer vorher ausscheiden wolle, dem werde dies - unter entsprechender Kürzung seiner Ansprüche - ebenfalls möglich gemacht. Der IWH-Forscher ist sich bewusst, dass angesichts von fünf Millionen Arbeitslosen Zweifel an seinem Konzept angebracht sind. Doch er entkräftet diese Skepsis mit Verweis auf die demographische Entwicklung: "Der absehbare Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials um mehr als 15 Prozent bis zum Jahr 2035 - dann erreichen die letzten geburtenstarken Jahrgänge das Rentenalter - wird zu einem erheblichen Mangel an Fachkräften führen. Und dies wiederum wird die Unternehmen von sich aus dazu bewegen, auch ältere Personen zu beschäftigen."
Udo Nadolski, Geschäftsführer des Düsseldorfer Beratungshauses Harvey Nash http://www.harveynash.de, befürwortet die Thesen von Ragnitz. "Wenn es um längere Arbeitszeiten geht, werden häufig gerade die Beispiele angeführt, die gegen eine Verlängerung sprechen. Selbstverständlich können körperlich oder im Akkord arbeitende Menschen nicht bis 70 arbeiten. Doch die Automatisierung und Technisierung hat es mit sich gebracht, dass viele Menschen nur einen Schreibtisch und einen Computer für ihre Arbeit benötigen. Warum sollte man es ihnen verbieten, ein paar Jahre länger zu arbeiten? Insbesondere bei Fachkräften werden wir in Zukunft nicht daran vorbeikommen, dass Potenzial älterer Arbeitskräfte besser auszuschöpfen. Ausserdem halte ich es für sozial gerechter, wenn Menschen auch die Chance gegeben wird, mehr Geld für das eigene Alter anzusparen", so Nadolski.
Generell rückt die Öffentlichkeit immer mehr ab von ideologischen Debatten über die Arbeitszeit. Die Zeit der Tabus und Denkverbote sei hoffentlich vorbei. Entscheidend sei die Flexibilität bei den Arbeitszeiten, betont Jürgen Riese, Geschäftsführer von exemptec http://www.exemptec.com und Vertriebsleiter der a & o-Gruppe http://www.ao-services.de: "Die Bereitschaft, mehr zu arbeiten, wenn die Umstände es verlangen, ist eine Voraussetzung für Jobsicherung und Wachstum." Riese verweist auf eine Studie des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) http://www.dihk.de. Bereits zwei Drittel der deutschen Betriebe hätten ihre Arbeitszeiten flexibilisiert. Erforderlich sei ein Korridor, der phasenweise höhere Wochenstundenzahlen ermögliche. Wichtig ist, dass diese Vorhaben nicht nur von den Arbeitgebern, sondern auch von den Arbeitnehmern getragen werden. Rationale Erwägungen sprechen dafür, dass die sich auf Dauer nicht verweigern werden. Denn nur derjenige sichert seine Rente oder seinen Arbeitsplatz, der sich auf flexible Modelle einlässt und auch zu einer längeren Wochen- oder Lebensarbeitszeit bereit ist.
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Datum: 21.02.2006 - 12:49 Uhr
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