Experten erwarten Liberalisierung des deutschen Sportwettenmarktes
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"Die bekannteste davon ist das Gambelli-Urteil. Nach den Entscheidungen des EuGH können die Mitgliedsstaaten Glücksspiel aus Gründen des Gemeinwohls einschränken, allerdings ist die derzeit praktizierte Werbung der staatlichen Anbieter nicht mit den vorgebrachten Zielen der Eindämmung der Glücksspielangebote vereinbar. Ausserdem kann damit der Zugang zu ihren Märkten nicht mehr verweigert werden. Das staatlich Wettmonopol ist schon jetzt löchrig wie ein Schweizer Käse. Und da Glücksspielangebote per Internet ohnehin alle Grenzen sprengen, wird das Bundesverfassungsgericht private Sportwettenanbieter kaum weiteren Restriktionen aussetzen", sagt Sürtenich. Deutschland sollte die Liberalisierung des Wettmarktes als Chance nutzen und den milliardenschweren Markt nicht freiwillig den europäischen Nachbarn preisgeben.
"Egal wie die Verfassungsrichter entscheiden, wir sind für den Sportwettenmarkt gut gerüstet und überlassen das Geschäft nicht allein Oddset als Tochter der landeseigenen Lottogesellschaften", so Sürtenich. Stratega-Ost ist seit 2005 auf dem Sportwettenmarkt aktiv und hat nach eigenen Angaben über ihre einhundertprozentige Tochterfirma, die österreichische Wettcorner GmbH, mittlerweile ein Netz von Ladengeschäften aufgebaut, um für den grossen Run auf die Sportwetten gewappnet zu sein. "Allein in Deutschland verfügen wir schon über 34 Annahmestellen. Diese Zahl soll allerdings noch mehr als verdoppelt werden", kündigt Sürtenich an.
Eine Liberalisierung des Wettgeschäfts würde das Geschäft noch weiter beflügeln und zu neuen Arbeitsplätzen führen. So rechnet der Deutsche Buchmacherverband beim Wegfall des Staatsmonopols mit rund 30.000 neuen Jobs.
In Folge des Monopols befänden sich weniger als ein Prozent aller deutschsprachigen Online-Wettangebote in Deutschland, so eine aktuelle Studie, die der finnische Anbieter von Sportwetten und Casinospielen PAF für den deutschen Markt in Auftrag gegeben hat. Von rund 2,7 Milliarden Euro, die 2004 von Deutschen im Internet-Glücksspiel umgesetzt worden seien, seien daher über 70 Prozent am deutschen Fiskus vorbeigeflossen. Florian Disson, Area Manager für PAF in Deutschland, hält es für nicht stichhaltig, wenn die Liberalisierung des Sportwettenmarktes mit dem Wegfall der Sportförderung gleichgesetzt werde. Dies sei kein Grund, an einem in die Jahre gekommenen Monopol festzuhalten. Vielmehr müsse über neue Wege bei der Breitensportförderung nachgedacht werden. Im Falle einer Marktliberalisierung hätten seriöse Buchmacher bereits eine gemeinsame Verpflichtung aller Anbieter in Aussicht gestellt, den Breitensport auch weiterhin zu fördern.
Staatliche Monpolisten seien keine Schutzmauer gegen Manipulationen und Skandale. "Der so genannte Schiedsrichter-Skandal um Robert Hoyzer ist mit dem Namen dieses Anbieters eng verbunden. In den Wettbüros von Oddset konnten die Manipulatoren ihre Wetten anonym abwickeln. Dieser Fall zeigt: Es gibt keine guten staatlichen und bösen privaten Anbieter von Sportwetten. Moralisch macht es keinen Unterschied, ob dieses Geschäft nun in privater oder in staatlicher Hand bleibt", sagt Sürtenich.
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Datum: 15.03.2006 - 15:10 Uhr
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