POSTBANK: INFLATIONSRISIKO STEIGT AB 2012 SCHNELL
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POSTBANK: INFLATIONSRISIKO STEIGT AB 2012 SCHNELL
er wirtschaftlichen Erholung die Kreditrisiken üblicherweise spürbar sinken. Mit der Ausweitung des Kreditvolumens geht dann zwangsläufig eine Ausweitung der Geldmenge einher.
Eine besondere Gefahr sehen die Volkswirte der Postbank darin, dass die Geldmengen-Zügel der Zentralbanken zur Überwindung der Finanzkrise nochmals bewusst gelockert worden sind. Gewöhnlich wird die Fähigkeit des Bankensystems, via Kreditvergabe Geldschöpfung zu betreiben, begrenzt durch die Verpflichtung, Guthaben auf Wunsch in bar auszuzahlen und auf bestimmte Einlagen Mindestreserven bei der Zentralbank zu unterhalten. Hierzu benötigen die Geschäftsbanken Zentralbankgeld, das nur die jeweilige Notenbank zur Verfügung stellen kann. Von einer Limitierung des Geldschöpfungspotenzials kann derzeit aber keine Rede sein: Die Europäische Zentralbank, die die monetäre Basis bereits seit 2004 ausgesprochen stark verbreitert hatte, hat die Versorgung des Bankensystems mit Zentralbankgeld im Zuge der Finanzkrise nochmals massiv ausgeweitet.
Noch brisanter ist die Lage in den USA. Hier liegt der Anteil der Überschussreserven an der Zentralbankgeldmenge bei über fünfzig Prozent. Theoretisch könnte das US-Bankensystem die Geldmenge damit auf mehr als das Doppelte ausweiten. Überdies könnte die US-Notenbank Probleme bekommen, die zur Verfügung gestellte Liquidität wieder einzusammeln. Da sie das Zentralbankgeld nämlich über direkte Käufe von Wertpapieren in das System gepumpt hat, ist das Gros des US-Bankensytems derzeit überhaupt nicht mehr auf Kredite der Fed angewiesen. Eine Limitierung der Kreditvergabe liefe damit in den USA ins Leere.
Um gegenzusteuern, müsste die US-Notenbank den Kreditinstituten Anreize etwa in Form höherer Zinsen geben, um sie zur Rückgabe des Zentralbankgeldes zu bewegen oder zumindest dieses längerfristig bei ihr anzulegen. Ob die Fed bereit und in der Lage ist, diesen Liquiditätsentzug rechtzeitig einzuleiten und dann schnell genug durchzuziehen, darf aber bezweifelt werden. Wenn es ihr tatsächlich gelingen sollte, wäre dies als Meisterleistung einzustufen, denn noch niemals hatte eine Zentralbank eine vergleichbare Aufgabe zu bewerkstelligen.
Pressekontakt:
Hartmut Schlegel
+49 228 920 12103
hartmut.schlegel@postbank.de
Die vollständige Studie "Postbank Perspektiven" für den Mai und zurückliegende Monate finden Sie auch im Internet unter www.postbank.de/research.
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Datum: 28.04.2010 - 12:17 Uhr
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