Grünbrücke bei Oberthulba
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Grünbrücke bei Oberthulba
"Bau der Grünbrücke Oberthulba schafft wichtigen Wildtierkorridor für die bayerische Rhön ? natürliche Lebensräume des Wildes vernetzen, Biodiversität verbessern, gefährliche Wildunfälle vermeiden"
"Mit dem Konjunkturprogramm der Bundesregierung stehen zum ersten Mal Mittel zur Wiedervernetzung natürlicher Lebensräume unserer Wildtiere an bestehenden Bundesfernstraßen zur Verfügung. Dies sorgt einerseits für den Fortbestand von mittlerweile selten gewordener Arten wie Luchs oder Wildkatze und unterstützt damit unsere bayerische Biodiversitätsstrategie. Andererseits trägt die Grünbrücke über die A 7 bei Oberthulba auch dazu bei, gefährliche Wildunfälle zu vermeiden", betonten Innenstaatssekretär Gerhard Eck und Umweltstaatssekretärin Melanie Huml heute bei der Vorstellung dieses wichtigen Projektes.
Das Konjunkturprogramm erweitert die Möglichkeiten der Länder, die diese Maßnahmen bisher nur beim Neu- und Ausbau von Bundesfernstraßen durchführen konnten. An bestehenden Strecken war dies bislang nicht möglich, so Eck. Umweltstaatssekretärin Huml sagte: "Ein Ziel Bayerns Biodiversitätsstrategie ist, die Lebensräume von wandernden Tierarten besser zu verbinden. Grünbrücken ermöglichen es Wildtieren wie Luchs und Wildkatze, sicher die Straßen zu queren." In Bayern existiert mit den Natura 2000-Gebieten, den Naturschutzgebieten, den Nationalparken sowie den BayernNetz-Natur Projekten ein dichtes Netz von Biotopen. Mit Hilfe einer landesweiten Zerschneidungs-Analyse wurden die bedeutendsten von Straßen durchschnittenen Wildtierkorridore ermittelt, so Huml. Die Grünbrücke Oberthulba erhöht die ökologische Durchlässigkeit an entscheidender Stelle. Vom Spessart über Rhön, Haßberge, Frankenwald, Fichtelgebirge bis zum Oberpfälzer und Bayerischen Wald gibt e!
s einen nahezu geschlossenen Waldkorridor, der sich in unseren Nachbarländern fortsetzt. Dieser wurde durch die A 3, A 7 und A 93 zum Teil getrennt. "Beim Ausbau der A 3 im Spessart und Steigerwald bauen wir schon derzeit zwei neue große Querungsmöglichkeiten ein. Für den nachträglichen Bau von Grünbrücken haben wir uns deshalb gezielt die A 7 in der Rhön ausgesucht, da hier im Moment keine Ausbaumaßnahmen anstehen. So können wir auch hier in der bayerischen Rhön den bestmöglichen ökologischen Nutzen erzielen. Daneben ist die Grünbrücke Oberthulba auch eine sehr sinnvolle Investition in mehr Verkehrssicherheit. Jährlich werden bei Wildunfällen in Deutschland mehr als 3.000 Menschen verletzt und mehr als 20 getötet. Bei insgesamt 250.000 Unfällen mit Wildtieren entsteht auch ein enormer volkswirtschaftlicher Schaden, so Eck.
Im Bereich der geplanten Grünbrücke Oberthulba liegt die Autobahn tiefer als das umgebende Gelände. So kann mit einem überschütteten Bogenbauwerk ein geländegleicher, etwa 50 Meter breiter Übergang für die Wildtiere geschaffen werden. Für die notwendige Bepflanzung mit Sträuchern und Bäumen ist eine Überdeckung von mindestens einem Meter Boden erforderlich. Schutzwände komplettieren das Bauwerk und verhindern, dass Wildtiere durch Licht und Lärm irritiert werden. Das Brückenbauwerk wird bis Jahresende 2010 errichtet. Die endgültige Fertigstellung mit Erdarbeiten und Schutzwänden und der Bepflanzung ist im Laufe des Jahres 2011 vorgesehen. Die Kosten betragen insgesamt rund fünf Millionen Euro.
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Datum: 03.05.2010 - 10:47 Uhr
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