Wirtschaft blickt in ungewisse Zukunft

Wirtschaft blickt in ungewisse Zukunft

ID: 1977595
(PresseBox) - Die Wirtschaft im Norden von Sachsen-Anhalt blickt in eine ungewisse Zukunft. Die anhaltenden Einschränkungen in Folge der Coronapandemie und die massive Verunsicherung durch den Krieg in der Ukraine haben das Geschäftsklima regelrecht einbrechen lassen. Das ist das Ergebnis der Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Magdeburg für das 1. Quartal 2022. Der Klimaindex fällt im Vergleich zum Vorquartal um 27,5 auf aktuell 69,7 Punkte und liegt damit unter dem bisherigen Tiefstwert von 75,6 Punkten in den Jahren 2008 und 2020.

„Der Abwärtstrend wird im Wesentlichen durch eine starke Eintrübung der Geschäftserwartungen in nahezu allen Branchen verursacht“, sagte der Vizepräsident der IHK Magdeburg, Stefan Korneck. „Die bereits massive Belastung der Unternehmen zum Jahresende durch die Störungen in den Lieferketten werden nun durch die Sanktionen gegen Russland und die ausbleibenden Lieferungen aus der Ukraine weiter verschärft“, ergänzte er. Hinzu kämen die gestiegene Inflation, der Preisschock im Energie- und Rohstoffbereich sowie die wachsende Unsicherheit zur generellen Sicherung der Energieversorgung in Deutschland.

„Die Wirtschaft im Bezirk der IHK Magdeburg ist stärker mit der Ukraine und Russland verflochten als anderswo“, betonte der IHK-Vizepräsident. „Die Krise und die damit einhergehenden Sanktionen treffen viele Unternehmen deswegen besonders hart und sind existenziell.“

„Die Wirtschaft blickt in eine ungewisse Zukunft“, fasste Korneck zusammen. „Wie sich die weitere Entwicklung gestaltet, wird davon abhängen, wie schnell der Krieg in der Ukraine beendet wird und wie schnell wir stabile Lösungen für die Energieversorgung finden.“

Aus Sicht der Wirtschaft sei es zwingend geboten, die Sicherung der bezahlbaren und wettbewerbsfähigen Energieversorgung der deutschen Wirtschaft mit oberster Priorität zu behandeln. Deren Stabilität dürfe nicht durch (neue) Einzelabhängigkeiten von anderen Staaten gefährdet werden.



„Es ist nicht einfach, in diesen Zeiten passende Worte zu finden“, kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Andrè Rummel die aktuelle Konjunkturentwicklung. „Die Verunsicherung bezüglich der kommenden Monate ist bei unseren Unternehmen so groß, wie seit vielen Jahren nicht mehr. Neben der - trotz aller Lockerungen - noch immer existenten Coronapandemie, folgt nun die zweite Krise.“

Als Beispiel nannte er das Verkehrsgewerbe. Der Dieselpreis sei innerhalb des 1. Quartals 2022 um 50 Prozent gestiegen. Der LNG-Preis legte binnen eines Jahres bis Januar 2022 sogar um 258 Prozent zu. „Diese Entwicklungen nehmen den Betrieben im Verkehrsgewerbe die langfristige Planbarkeit“, konstatierte Rummel.

„Die im Entlastungspaket enthaltene Senkung der Energiesteuer auf Diesel und Benzin ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung, um der regionalen Wirtschaft zu helfen, aber er reicht aus Sicht unserer Unternehmen nicht aus“, fuhr er fort. „Vor allem die Befristung auf drei Monate schürt weitere Sorgen.“

Rummel: „Wir appellieren daher an die Bundesregierung, Planungssicherheit und Klarheit zu schaffen, wie die Vorgehensweise nach der dreimonatigen Absenkung der Energiesteuer aussieht. Ohne weitere und stärkere Unterstützungsmaßnahmen kann die Versorgung der Bevölkerung in Gefahr geraten, denn steigende Preise bedrohen die Lieferketten. In der Folge wäre jedes Produkt im Land betroffen, das per LKW transportiert wird.“

Zur Lage bei der Gasversorgung sagte Rummel, zwar gebe es aktuell keinen Versorgungsengpass, die IHK Magdeburg begrüße aber das Inkrafttreten der Frühwarnstufe des Notfallplans Gas, um auf mögliche Liefereinschränkungen oder -ausfälle vorbereitet zu sein. „Wir stehen dazu auch im engen Austausch mit der Landesregierung und unseren Industriebetrieben“, betonte Rummel.

Aus Sicht der IHK Magdeburg bedürfe es aber mehr als eines Notfallplans. „Es bedarf zielgerichteter und schneller Hilfe für unsere Unternehmen“, betonte Rummel.

Anfang April habe die Bundesregierung ein Maßnahmenpaket für vom Krieg betroffene Unternehmen verkündet. Unter anderem soll es einen zeitlich befristeten Zuschuss für Unternehmen mit hohen Zusatzkosten aufgrund gestiegener Erdgas- und Strompreise geben. Diese Zuschüsse sollen aber nur den Unternehmen zugutekommen, die zu den Sektoren zählen, die in der EU-Beihilfeleitlinien für Klima-Umweltschutz und Energie (KUEBLL) enthalten sind. Das würde bedeuten, dass viele Unternehmen in Sachsen-Anhalt diesen Zuschuss nicht beantragen könnten.

„Eine Eingrenzung ist aus unserer Sicht nicht tragbar. Es muss für alle Unternehmen Unterstützungsangebote geben. Sei es über Zuschüsse oder über die Senkung der Mehrwertsteuer“, forderte der Hauptgeschäftsführer.

Die IHK Magdeburg werde sich wie immer aktiv dafür einsetzen, dass sowohl die Landes- als auch die Bundesregierung die Probleme der Unternehmen berücksichtigt und Lösungen schafft, versicherte Rummel.

Ein wichtiger Baustein seien die Wirtschaftspolitischen Positionen der IHK Magdeburg, die unter Mitwirkung unser Mitgliedsunternehmen entstanden und im April 2022 verabschiedet wurden. „Sie geben uns eine legitimierte Handlungsbasis, um das Gesamtinteresse unserer Mitgliedsunternehmen aktiv vertreten zu können“, unterstrich Rummel.

Die IHK Magdeburg ist eine von 79 Industrie- und Handelskammern in Deutschland. Neben der Hauptgeschäftsstelle der IHK Magdeburg in Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt Magdeburg bestehen IHK-Geschäftsstellen in Salzwedel und Wernigerode.

Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:

Die IHK Magdeburg ist eine von 79 Industrie- und Handelskammern in Deutschland. Neben der Hauptgeschäftsstelle der IHK Magdeburg in Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt Magdeburg bestehen IHK-Geschäftsstellen in Salzwedel und Wernigerode.



drucken  als PDF  Lilian Thuram auf Lesereise / Französischer Ex-Fußballstar stellt Buch vor: ITZBund heißt 4.000. Beschäftigte willkommen
Bereitgestellt von Benutzer: PresseBox
Datum: 04.05.2022 - 12:45 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1977595
Anzahl Zeichen: 5788

Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Torsten Scheer
Stadt:

Magdeburg


Telefon: +49 (391) 5693-170

Kategorie:

Bildung & Beruf



Diese Pressemitteilung wurde bisher 231 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Wirtschaft blickt in ungewisse Zukunft"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Industrie- und Handelskammer Magdeburg (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

IHK Magdeburg gratuliert Sven Schulze zur Wahl zum Ministerpräsidenten ...
Die Industrie- und Handelskammer Magdeburg gratuliert Sven Schulze herzlich zu seiner Wahl zum Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalt. „Mit der Wahl verbinden wir die Gewissheit, dass die stets konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Landesregierung sowie der wirtschaftspol

„Journalisten-Nachwuchspreis Sachsen-Anhalt 2024“ ausgeschrieben ...
Der Deutsche Journalisten-Verband, Landesverband Sachsen-Anhalt, und die Industrie- und Handelskammer Magdeburg schreiben den „Journalisten-Nachwuchspreis Sachsen-Anhalt 2024“ aus. Die Auszeichnung wird verliehen für die besten Beiträge in den Themenbereichen Wirtschaft, Soziales und Bildung

IHK Magdeburg ehrt die besten Azubis 2024 ...
Die Industrie- und Handelskammer Magdeburg hat die besten Azubis des Jahres 2024 geehrt. In der stimmungsvollen Atmosphäre der Johanniskirche in Magdeburg wurden am vergangenen Wochenende insgesamt 70 herausragende Auszubildende ausgezeichnet - die Besten von insgesamt 3060 Azubis, die ihre Prüfun


Weitere Mitteilungen von Industrie- und Handelskammer Magdeburg


Gezielte Informationen und Hilfestellung für Existenz-gründungen und Start-Ups ...
Existenzgründungen sind ein wesentlicher Faktor für die Entwicklung einer Volkswirtschaft und dürfen daher auch in wirtschaftlich unsicheren Zeiten nicht außer Acht gelassen werden. Für den erfolgreichen Aufbau eines eigenen Unternehmens benötigen Gründerinnen und Gründer jedoch fachkundige

Lilian Thuram auf Lesereise / Französischer Ex-Fußballstar stellt Buch vor: "Das weiße Denken" / In Berlin, Leipzig, München, Dortmund und Hamburg / Gespräche mit Autor nach Terminverei ...
Der frühere französische Fußballstar Lilian Thuram engagiert sich seit langem in der antirassistischen Bildungsarbeit. Nun reist er einen Monat durch Deutschland und liest aus seinem kürzlich erschienen Buch "Das weiße Denken" (https://edition-nautilus.de/programm/das-weisse-denken/

Erfolg für Zweibrücker Professor beim Landeslehrpreis ...
Für herausragende Leistungen in der Hochschullehre hat Wissenschaftsminister Clemens Hoch letzten Montag zehn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und mit Professor Dr. Dr. Oliver Müller auch einen Vertreter der Hochschule Kaiserslautern mit dem Landeslehrpreis Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. P

Spitzenplatzierungen für die Hochschule Aalen im bundesweiten CHE Ranking ...
Deutschlandweit Spitze: Im aktuellen Ranking des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) kann die Hochschule Aalen fachübergreifend punkten. Die Studierenden heben in ihren Bewertungen vor allem die hervorragende Unterstützung am Studienanfang, die außergewöhnlich guten Kontakte zur Praxis sowi


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z