Der neue Stern am Himmel
Autor: Sebastian Ganschow, Director Cybersecurity Solutions bei der NTT Ltd.
Sebastian Ganschow, Director Cybersecurity Solutions bei der NTT Ltd. (Quelle: NTT Ltd.)(firmenpresse) - 30. Mai 2022 – Kaum hat sich CASB als Abkürzung für Cloud Access Security Broker im Markt durchgesetzt, klopft schon die nächste Sicherheitslösung an: Cloud Security Posture Management oder kurz CSPM. Der von Gartner-Analysten geprägte Name steht für einen neuen Sicherheitsansatz, um der hohen Dynamik von Cloud-Infrastrukturen und ihrer immer komplexeren, zeitaufwändigeren Administration gerecht zu werden. Gerade bei der Frage „Sind meine öffentlichen Cloud-Anwendungen überhaupt sicher konfiguriert?“ können viele Unternehmen keine zufriedenstellende Antwort geben. Das allerdings kann schwerwiegende Folgen haben – denn das mit Abstand größte Sicherheitsproblem bei der Cloud-Nutzung sind Fehlkonfigurationen. Und die sind schnell passiert, insbesondere bei API-gesteuerten Ansätzen zur Integration. Wenn ein Unternehmen weder ein Verständnis noch den Überblick hat, welche Ressourcen miteinander interagieren, dann wird eine Fehlkonfiguration von Cloud-Ressourcen ziemlich wahrscheinlich. Mangelnde Transparenz und Sichtbarkeit sind allerdings nur ein Punkt, unerfahrene Techniker, zu komplexe Ressourcenrichtlinien oder sich ständig ändernde Benutzeroberflächen der andere. Die Folge sind Schwachstellen, die Angreifer ausnutzen oder die zu Compliance-Verstößen führen können.
Für Unternehmen mit einer Multi-Cloud-Strategie soll Cloud Security Posture Management deshalb sicherstellen, dass ihre Dienste auf sichere und konforme Weise über mehrere Anbieter hinweg implementiert werden. Gartner geht davon aus, dass Firmen, die eine CSPM-Lösung implementieren und diese auf die Entwicklung ausweiten, Cloud-bezogene Sicherheitsvorfälle aufgrund von Fehlkonfigurationen um 80 Prozent reduzieren können. CSPM-Systeme sammeln Informationen über die Konfigurationen der vom Unternehmen genutzten IaaS-, SaaS- und PaaS-Plattformen in Container-, hybriden und Multi-Cloud-Umgebungen, identifizieren mögliche Sicherheitsprobleme und Compliance-Abweichungen, bestimmen die damit verbundenen Risikowerte und leiten dann – bestenfalls automatisch – eine Behebung der Fehlkonfigurationen ein. Eine Datenexposition aufgrund von Sicherheitsrisiken durch Fehlkonfigurationen wird ausgeschlossen, die sonst in der Cloud ein Datenleck bewirken könnten.
Wenn eine Firma nur eine IaaS-Plattform verwendet, sollte man prüfen, ob dieser Provider Optionen für CSPM bereitstellt. Wenn nicht, sollte man einen CSPM-Anbieter nutzen, der die verwendeten Clouds unterstützt. Aber Vorsicht: Aus der Verantwortung ist man als Unternehmen deshalb noch lange nicht. Zwar ist der Irrglaube, dass sich Unternehmen mit dem Gang in die Cloud lästigen IT-Aufgaben weitestgehend entledigen können, weit verbreitet. Tatsächlich entbindet die Cloud-Nutzung das Anwenderunternehmen aber nicht von der Pflicht, für IT-Sicherheit zu sorgen. Die jeweiligen Rollen sind je nach genutztem Bereitstellungsmodell unterschiedlich verteilt. Bei IaaS beispielsweise stellt der Provider lediglich virtualisierte Ressourcen wie Rechenleistung, Speicher und Konnektivität zur Verfügung und garantiert deren Sicherheit. Für die Installation, Konfiguration und Sicherung aller höheren Schichten ist der Anwender selbst verantwortlich. Shared Responsibility, also geteilte Verantwortung, lautet das Schlagwort – Unternehmen müssen deshalb genau prüfen, welche Cloud-Ressourcen sie im Einsatz haben und welchen Teil der Verantwortung sie selbst übernehmen müssen.
Bedenkt man nun, dass immer mehr Organisationen auf Multi-Cloud-Umgebungen setzen und die Verwendung von Cloud-Apps, vor allem durch Remote Work, weiter zunimmt, versteht man, welche Auswirkungen fehlerhafte Cloud-Konfigurationen haben können. Kurzum: CSPM ist nicht bloß eine neue Abkürzung, es ist vielmehr ein elementarer Baustein für jede erfolgreiche Cloud-Sicherheitsstrategie.
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