Gewerbekredite: Es gibt noch Digitalisierungspotenzial
Wie weit ist die Transformation der gewerblichen Kreditprozesse bei Banken und Sparkassen vorangeschritten? Den aktuellen Sachstand zeigt die Studie"Der gewerbliche Kreditprozess - digital und nachhaltig?" der Hamburger PPI AG.
Gefragt sind schnelle Entscheidungen
Sowohl in der vorherigen als auch in der aktuellen Untersuchung wurden die Teilnehmer nach den Durchlaufzeiten für Kreditanträge bis zur Auszahlung befragt. Im Vergleich zeigt sich, dass sich diese im Teilbereich Vertrieb bis zur Erstellung des Erstvotums verbessert haben. 89 Prozent der Institute schaffen diesen Arbeitsschritt innerhalb von fünf Tagen, 2019 lag dieser Wert bei 60 Prozent. Im Teilbereich Kreditgewährung haben sich die Zeiten dagegen statistisch gesehen verschlechtert. "Ein Grund dafür dürfte die durch Covid-19 bedingte Prioritätenverschiebung bei den Kreditinstituten sein. Denn diese mussten natürlich zuallererst die bestehenden Infrastrukturen homeofficetauglich machen", sagt Anina Kochanek, Senior Consultant bei der PPI AG und ebenfalls Mitautorin der Studie. Diese These wird durch die Tatsache gestützt, dass 67 Prozent der befragten Banken und Sparkassen die Möglichkeit des Remote-Arbeitens dank der fortschreitenden Digitalisierung als eine starke bis sehr starke Verbesserung für ihre Mitarbeiter sehen.
Nachhaltigkeit wird immer wichtiger
Durch die Sensibilisierung der Öffentlichkeit und die bereits erfolgten sowie geplanten Maßnahmen der Bankenaufsicht rückt der Themenkomplex ESG immer stärker in den Fokus der Kreditinstitute. Zwar sehen 62 Prozent der für die Studie befragten Institute bislang nur einen schwachen bis gar keinen Einfluss auf das Tagesgeschäft im Bereich Gewerbekredite, doch nahezu alle setzen sich mit dem Bereich Nachhaltigkeit intensiv auseinander. Vor allem der Aufbau des notwendigen Know-hows ist aus Sicht der Banken und Sparkassen eine Herausforderung. Entsprechende Fortbildungen werden derzeit primär für den Vertrieb durchgeführt, drei Viertel der Befragten sind hier bereits aktiv. 58 Prozent schulen auch schon die Angestellten in der Risikobewertung. Operativ arbeitet die Mehrzahl der Institute vor allem an den Prozessen sowie an Optimierungen im Produktbereich, um ESG-Kriterien künftig effizient berücksichtigen zu können. "Wir sehen einen hohen initialen Aufwand bei der Einführung eines ESG-konformen Verfahrens für gewerbliche Kredite. Umso wichtiger ist es, vorhandene Synergien durch eine fortschreitende Digitalisierung im Gesamtprozess zu heben", sagt Michael Wiemker.
Die Studie "Der gewerbliche Kreditprozess - digital und nachhaltig?" kann auf der Website der PPI AG zum Download angefordert werden: https://www.ppi.de/studie-kreditprozessWeitere Infos zu dieser Pressemeldung:
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Datum: 29.06.2022 - 13:05 Uhr
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