Der Weg zum individuellen Tumorimpfstoff

Der Weg zum individuellen Tumorimpfstoff

ID: 200615

Der Weg zum individuellen Tumorimpfstoff



(pressrelations) - berg - Gegen welche typischen Merkmale der Krebszellen richtet sich die körpereigene Immunabwehr? Mit einem neuen biochemischen Verfahren können Wissenschaftler der Neurochirurgischen Universitätsklinik Heidelberg und des Deutschen Krebsforschungszentrums diese Frage nun für den einzelnen Tumorpatienten klären. Die Methode soll dabei helfen, neue Zielstrukturen für individuelle Tumorimpfungen zu identifizieren.

Wissenschaftler entwickeln immer ausgefeiltere Methoden, um das körpereigene Abwehrsystem beim Kampf gegen den Krebs zu unterstützen. Doch Patienten, die an der gleichen Krebsart leiden, haben unterschiedliche Repertoires an Abwehrzellen. Daher setzen Ärzte bei Immuntherapien auf personalisierte Ansätze: Dem Patienten werden Abwehrzellen entnommen und in der Kulturschale mit ihren jeweils "passenden" als Antigen bezeichneten Tumorproteinen gegen den Krebs aktiviert. Anschließend werden die aktivierten Zellen dem Patienten wieder gespritzt, um den Kampf gegen Tumorzellen effektiver aufnehmen zu können.

Dazu müssen die Ärzte erst einmal wissen, gegen welche Proteinmerkmale des Tumors die Abwehrzellen des einzelnen Patienten gerichtet sind. Um das herauszufinden, erprobten die Arbeitsgruppen von Christel Herold-Mende aus der Neurochirurgischen Universitätsklinik Heidelberg (Ärztlicher Direktor: Prof. Andreas Unterberg) und Philipp Beckhove aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum eine neue Methode. Durch die Kombination zweier chromatographischer Verfahren trennten die Forscher zunächst das gesamte Proteingemisch aus einer Gewebeprobe des Tumors in Einzelkomponenten auf. Anschließend wurden die einzelnen Proteinkomponenten in der Kulturschale daraufhin untersucht, ob sie aus dem Blut gewonnene Abwehrzellen des Patienten aktivieren können.

Mit dem neuen Verfahren identifizierten die Heidelberger Wissenschaftler in einem bösartigen Hirntumor mehrere Proteine, die bisher noch nicht als Tumorantigene bekannt waren, als mögliche Ziele einer Immunantwort gegen den Krebs. Vier von zehn weiteren untersuchten Astrozytom-Patienten hatten ebenfalls Immunzellen gegen die neu entdeckten Tumorantigene. Das signalisierte den Wissenschaftlern die klinische Relevanz ihres Ergebnisses.



Überraschend für die Forscher war, dass zwei der neu entdeckten Antigene nicht nur von den Hirntumorzellen selbst gebildet werden, sondern auch vom so genannten Tumor-Stroma. So bezeichnen Ärzte das Gewebe, das den Tumor umgibt und das mit den Krebszellen in enger Wechselwirkung steht. "Wir wissen heute, dass der Krebs in den Stromazellen die Bildung bestimmter Proteine auslösen kann", erklärt Phillip Beckhove. "Der Tumor ist von seiner Umgebung abhängig. Treffen wir das Stroma, geht auch der Krebs zugrunde - ein ganz neuer Ansatz in der Krebstherapie."

Christel Herold-Mende sieht zahlreiche Einsatzmöglichkeiten für das neue Protein-Trennverfahren. Es ist schneller und kostengünstiger als bereits verfügbare Methoden und isoliert im selben Testdurchgang auch die Antigene des Tumor-Stromas. Wichtig für den klinischen Einsatz ist auch, dass es Tumorantigene für die verschiedenen Klassen von Immunzellen zutage fördert.

Ein Bild zur Pressemitteilung steht im Internet zur Verfügung unter:
http://www.dkfz.de

Bildunterschrift: Rasterelektronische Aufnahme von Immunzellen
Bildquelle: Deutsches Krebsforschungszentrum

Philipp Beckhove, Rolf Warta, Britt Lemke, Diana Stoycheva, Frank Momburg, Martina Schnölzer, Uwe Warnken, Hubertus Schmitz-Winnenthal, Rezvan Ahmadi, Mariana Bucur, Simone Jünger, Thomas Schueler, Volker Lennerz, Thomas Woelfel, Andreas Unterberg und Christel Herold-Mende: Rapid T-cell based identification of tissue antigens by automated two-dimensional protein fractionation. Journal of Clinical Investigatios 2010, DOI:10.1172/JCI37646


Diese Pressemitteilung ist abrufbar unter http://www.dkfz.de
KontaktDr. Stefanie Seltmann
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
D-69120 Heidelberg
T: +49 6221 42 2854
F: +49 6221 42 2968
presse@dkfz.de
http://www.dkfz.deUnternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Neues Antistressschutzkonzept für junge Frauen Drogenbeauftragte überreicht internationale Auszeichnung für Tabakkontrolle und Tabakentwöhnung in Deutschland an die 'salus klinik Lindow'
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 17.05.2010 - 19:17 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 200615
Anzahl Zeichen: 4586

pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen


Diese Pressemitteilung wurde bisher 533 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Der Weg zum individuellen Tumorimpfstoff"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Eine zweite Chance für krebskranke Kinder ...
e für krebskranke Kinder Das Ziel ist es, deutschlandweit bei allen Kindern mit Krebsrückfällen nach Erbgutveränderungen zu suchen und herauszufinden, ob es Medikamente gibt, die zu genau diesem Tumor passen. Die Deutsche Krebshilfe und die Deutsche Kinderkrebsstiftung unterstützen nun eine

Gezielte Oxidation steuert Zellfunktionen ...
n steuert Zellfunktionen Wasserstoffperoxid (H2O2) ist ein starkes Oxidationsmittel: Es blondiert Haare, bleicht Zähne und desinfiziert Wunden. Aber H2O2 entsteht auch im Körper selbst, unter anderem als Stoffwechselprodukt der Zellatmung. Es zählt zur Gruppe der reaktiven Sauerstoffspezies (e

Erbgutanalyse von Hirntumoren wegweisend für neue Behandlungsstrategien ...
Heidelberg ? Als Teil des Internationalen Krebsgenom-Konsortiums untersucht ein Verbund von Wissenschaftlern unter der Federführung des Deutschen Krebsforschungszentrums systematisch das Erbgut kindlicher Hirntumoren (Medulloblastome und pilozytische Astrozytome). Bereits bei der ersten Datenausw


Weitere Mitteilungen von Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)


Agennix AG gibt Präsentation neuer Daten der Phase-2-Studie mit Talactoferrin bei schwerer Blutvergiftung bekannt ...
Agennix AG gibt Präsentation neuer Daten der randomisierten, doppelt-verblindeten, Placebo-kontrollierten Phase-2-Studie mit Talactoferrin bei schwerer Blutvergiftung auf der American Thoracic Society International Conference bekannt Ergebnisse zeigen Reduzierung der 28-Tages-Gesamtmortali

Bundesgesundheitsminister Dr. Rösler:Zukunftspotenziale der Gesundheitswirtschaft stärker erschließen ...
Berlin - Anlässlich der Vorstellung der 6. nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft, die am 2. und 3. Juni 2010 in Rostock/Warnemünde stattfindet, erklärt Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler: "Die Bundesregierung will die Dynamik des Wachstumsmarktes Gesundheit stär

Drogenbeauftragte überreicht internationale Auszeichnung für Tabakkontrolle und Tabakentwöhnung in Deutschland an die 'salus klinik Lindow' ...
- Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, verleiht heute als Schirmherrin des Deutschen Netzes Rauchfreier Krankenhäuser Gesundheitseinrichtungen (DNRfK) die Anerkennung des internationalen GOLD Levels an die 'salus klinik Lindow' und Auszeichnungen für weitere K

Neues Antistressschutzkonzept für junge Frauen ...
Das durchdachte Antistresskonzept von Salia basiert auf drei Komponenten: Im ersten Schritt geht es zunächst um Aufklärung. Viele junge Frauen wissen gar nicht, wie schädlich Stress für sie sein kann - insbesondere weil Stressfaktoren wie Gewichtszunahme, Prüfungsangst, Liebeskummer oder Schulp


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z