ZeroEmission@Berth: Sieger in drei Kategorien ausgezeichnet
Die Sieger des Innovationswettbewerbs ZeroEmission@Berth, der von neun deutschen Seehäfen ausgerichtet wird, stehen fest: Im Rahmen der Fachveranstaltung „Nachhaltige Häfen: gemeinsam, klar, sauber“ beim Deutschen Schifffahrtstag in Bremen wurden am Donnerstag drei Unternehmen aus drei europäischen Ländern für ihre innovativen Lösungen zur Reduzierung von Luftschadstoff- und Kohlendioxidemissionen bei der Energieversorgung von Schiffen im Hafen ausgezeichnet.
In der Kategorie A: Konzepte ging die Auszeichnung an das norwegische Unternehmen TECO 2030 AS. Die Firma will mit ihrer gleichnamigen Power Barge eine mobile, schwimmende Null-Emissions-Stromversorgung für Schiffe am Liegeplatz und vor Anker zur Marktreife bringen, die auf Brennstoffzellentechnologie basiert. „Ein wesentlicher Aspekt ist, dass wir ganzheitlich auf den Hafen und die dortigen Rahmenbedingungen für den Einsatz unserer Technologie blicken“, unterstrich Fredrik Aarskog, Business Development Manager – Hydrogen Technology des Unternehmens, anlässlich der Preisverleihung. Das System sei zudem nicht nur im Hafen oder vor Anker sondern auch für Schiffe in Fahrt geeignet.
Preisträger in der Kategorie B: Prototypen ist die CMB Germany GmbH & Co. KG, eine Tochtergesellschaft der belgischen CMB-Gruppe. CMB hat Dual-Fuel- und Mono-Fuel-Anwendungen für emissionsfreie sowie emissionsreduzierte Landstromversorgung von Schiffen am Liegeplatz entwickelt. „Das Innovative besteht darin, dass man eine bestehende Technologie – die Dieselmaschine – weiter nutzen kann, sie aber auf Wasserstoff umstellt“, erläuterte Benjamin Weinacht, Geschäftsführer von CMB Germany. „Wir tragen damit der Tatsache Rechnung, dass noch nicht überall sofort Wasserstoff verfügbar ist, denn die Maschinen können in der Übergangsphase weiter mit Diesel Strom erzeugen.“
Sieger in der Kategorie C: Existierende Lösungen sind die dänischen Unternehmen Ballard Power Systems Europe und CS electric A/S. Deren gemeinsam entwickeltes und bereits zertifiziertes Produkt FC Wave versorgt Schiffe emissionsfrei mit Energie aus Wasserstoff. Die Brennstoffzellen können in 20-Fuß-Containern installiert werden und sind auch dank des sehr niedrigen Geräuschpegels besonders gut für Hafenumgebungen geeignet. „Unser Ansatz bestand darin, eine bestehende emissionsfreie Technologie in einer neuen Umgebung – dem Hafen – zu nutzen, die in Zukunft umweltfreundlicher werden will“, sagte Thomas T. Petersen, Product Line Manager Marine bei Ballard. „Die Lösung besitzt ein großes Potenzial, auch weil sie sich schnell skalieren lässt“, ergänzte Gert Andersen, Senior Sales Manager bei CS electric.
Die Sieger des Wettbewerbs setzten sich unter 30 Einreichungen aus 14 Ländern durch. Sie konnten die mit Branchenexpert:innen besetzte siebenköpfige Jury am stärksten überzeugen. Peter Moller, Projektleiter des Maritimen Clusters Norddeutschland (MCN): „Solch ein Projekt zu managen, birgt immer Überraschungen. Von solch einer Vielfalt an unterschiedlichen Ansätzen war auch ich überrascht. Dies belegt, dass das Themenfeld der Dekarbonisierung der maritimen Branche sehr ernst genommen wird und wir aller Voraussicht nach zahlreiche Umsetzungsprojekte in Deutschland und über die Landesgrenzen hinaus sehen werden.“
Initiatoren des Projekts ZeroEmission@Berth sind die Hafeninfrastrukturgesellschaften der deutschen Seehäfen Rostock Port, Seehafen Wismar, Port of Kiel, Niedersachsen Ports, Jade Weser Port Wilhelmshaven, Lübeck Port Authority, Hamburg Port Authority, Brunsbüttel Ports und bremenports. In ihrem gemeinsamen Positionspapier zu ‚ZeroEmission@Berth‘ positionieren diese sich für faire Wettbewerbsbedingungen für alle Marktteilnehmer:innen, Technologieoffenheit sowie das Verursacherprinzip.
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Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Das Maritime Cluster Norddeutschland (MCN) fördert und stärkt die Zusammenarbeit in der norddeutschen maritimen Branche. Es ermöglicht Plattformen des Dialogs der Akteur:innen untereinander und fördert Innovation und Schnittstellen zu anderen Branchen. Mit Geschäftsstellen in Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein ist das MCN präsent und kooperiert mit den Akteur:innen vor Ort. Es unterstützt unter anderem bei der Suche nach Innovationspartner:innen, informiert zu Förderprogrammen und vermittelt Kontakte in die maritime Branche. Mehr als 350 Unternehmen und Institutionen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik sind Mitglied im MCN. Insgesamt neun Fachgruppen koordiniert das MCN zu den Themen Innovationsmanagement, Maritime Informations- und Kommunikationstechnologien, Maritimes Recht, Maritime Sicherheit, Maritime Wirtschaft Offshore Wind, Personal und Qualifizierung, Schiffseffizienz, Unterwasserkommunikation sowie Yacht- und Bootsbau.
Das Maritime Cluster Norddeutschland wurde 2011 gegründet. Zunächst arbeiteten die Länder Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein in dem länderübergreifenden Cluster zusammen, im September 2014 kamen auch Bremen und Mecklenburg-Vorpommern hinzu. Seit 2017 agiert das MCN als Verein.
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Datum: 29.09.2022 - 15:43 Uhr
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