Der Osten lockt - In Berlin, Prag und Warschau wächst die Call Center-Branche
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Wegen der guten Verkehrsinfrastruktur, der Nähe zu den Hochschulen und zu den Auftraggebern, des Standort-Images, des Gehaltsniveaus und der niedrigen Büromieten bewerten mehr als die Hälfte der Berliner und Brandenburger Call Center-Betreiber die Standortfaktoren als "gut" oder "sehr gut". Überregional oder international tätig sind mehr als drei Viertel der dort ansässigen Call Center. Ein qualifiziertes und multilinguales Personal, so die Studie, stelle sicher, dass die Call Center in der Region ihre Dienste nicht nur in Deutsch, sondern in 18 weiteren europäischen und aussereuropäischen Sprachen anbieten können.
Doch nicht nur in den neuen Bundesländern entstehen moderne Arbeitsplätze in der Call Center-Branche. Manche zieht es sogar noch weiter nach Osten. Zwei Jahre nach der EU-Osterweiterung suchen Betriebe aus Tschechien, Polen und anderen Reformstaaten auch in Deutschland Hände ringend Arbeitskräfte, schreibt Tagesspiegel-Online http://www.tagesspiegel.de. Gefragt seien nicht nur Führungskräfte in Anzug und Kostüm. Auch Arbeiter im Blaumann und Angestellte wie Call-Center-Agenten trauten sich hinter den ehemaligen Eisernen Vorhang. Von Prag oder Warschau aus sollen Mitarbeiter deutschen Kunden zum Beispiel erklären, wie sie ihre Waschmaschine anschliessen oder ihren Drucker einrichten. Der Krefelder Contact Center-Dienstleister Sitel http://www.sitel.de etwa bietet in Warschau technischen Kundenservice, weitere Sparten der Kundenbetreuung und Backoffice Lösungen. Neben Deutsch und Polnisch bietet Sitel dabei sprachlich eine breite multilinguale Abdeckung des gesamten osteuropäischen Raumes. Die gut entwickelte IT- und Telekommunikations-Infrastruktur, die stabile politische Lage, die gute Verkehrsanbindung und die hohe Verfügbarkeit gut ausgebildeter Mitarbeiter machen Warschau als Standort attraktiv. Mitarbeiter werden aber durchaus nicht nur im Raum Warschau, sondern auch im Ausland gesucht und gefunden.
Thomas Straubhaar, Chef des Hamburger Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) http://www.hwwi.net, ist nicht überrascht von dieser Entwicklung: "Jetzt wiederholt sich, was schon bei der EU-Erweiterung um Spanien und Portugal passiert ist: Auch Facharbeiter wandern nicht mehr nur in eine Richtung, sondern in beide Richtungen." Aber nicht nur in Polen, auch in Ostdeutschland warten Jobs auf Leute, die gern mit Sprache und Menschen umgehen und denen die Kommunikation mit Kunden am Telefon liegt. "Sitel hat insbesondere in Sachsen-Anhalt in den vergangenen Monaten deutlich zugelegt. Call- und Contact Center bleiben auf absehbare Zeit zumindest in bestimmten Regionen auf Expansionskurs. Doch alle Interessierten sollten wissen, dass der Bereich Kundenservice und Kundenmanagement kein Auffangbecken für gering Qualifizierte ist. Die technische Entwicklung, eine stärkere Projekt-Spezialisierung und die Nachfrage nach differenzierteren Lösungen erhöhen die Anforderungen an Contact Center Mitarbeiter, aber auch den Spass an der Arbeit. In Regionen mit strukturell hoher Arbeitslosigkeit sind Call Center ein attraktiver Arbeitgeber für Menschen, die in der Dienstleistungsbranche tätig sein wollen", sagt Gabriele Grossecker, Geschäftsführerin von Sitel.
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