Mehr Sicherheitsbedenken beim Onlineshopping

Mehr Sicherheitsbedenken beim Onlineshopping

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Die Umsätze im Onlinehandel sind laut dem Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (BEVH) während der Covid-19-Pandemie in Deutschland stark gestiegen. Bezahlt wurde dabei neben dem klassischen Rechnungskauf hauptsächlich per Überweisung, Bankeinzug, Kreditkarte und über verschiedene Onlinezahlungssysteme wie etwa Paypal. Die Studie „Paysafe-Studie Consumer Payment Trends 2022“ offenbart nun, dass parallel mit den zunehmenden Umsätzen auch die Sicherheitsbedenken der Verbraucher beim Onlineshopping zugenommen haben.

Knapp die Hälfte der deutschen Verbraucher (46 %) hat demnach mehr Bedenken, dass er bei Onlinezahlungen betrogen wird als im Vorjahr. Über die Hälfte (55 %) hat bei der Eingabe der Finanzdaten im Internet ein mulmiges Gefühl. Als sicher empfindet diesen Vorgang nur ein kleiner Teil der Kunden (16 %). Inzwischen hat bei vielen Verbrauchern die Sicherheit beim Onlineshopping deshalb eine höhere Priorität als die Bequemlichkeit. Trotzdem ist nur knapp ein Fünftel (19 %) dazu bereit, die maximal möglichen Sicherheitsmaßnahmen zu akzeptieren, wenn durch diese die Bequemlichkeit stark sinkt.

Nachfrage nach IT-Sicherheitsexperten nimmt zu

Den hohen Stellenwert der IT-Sicherheit beim Onlineshopping belegen auch Daten des Statistischen Bundesamts (Destatis), laut denen es Unternehmen aus dem E-Commerce vermehrt versuchen, Spezialisten für IT-Sicherheit einzustellen. Viele der offenen Stellen für IT-Experten können aufgrund des eklatanten Fachkräftemangels in Deutschland aber erst nach langer Zeit besetzt werden. „Immer mehr Unternehmen in Deutschland haben Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen, zugleich nehmen IT-Sicherheitsvorfälle zu“, erklärt das Bundesamt.

Sicherheit als entscheidender Faktor beim Onlineshopping

Auch die Antworten der 1.000 Verbraucher aus Deutschland belegen, dass ein hohes Sicherheitsniveau beim Internethandel entscheidend für den Erfolg eines Händlers sein kann. Deutlich über ein Drittel (44 %) bewertet die Sicherheit bei Onlineeinkäufen als den wichtigsten Faktor. Händler, bei denen Hacker Kunden- oder Zahlungsdaten stehlen konnten, verlieren somit stark an Vertrauen und leiden oft noch mittel- bis langfristig unter hohen Umsatzeinbußen.

Obwohl die Verbraucher die Sicherheit als sehr wichtig ansehen, nimmt nur etwa ein Viertel (23 %) kleine Abstriche bei der Bequemlichkeit in Kauf, um das Sicherheitsniveau zu erhöhen. Ein zu einfacher Bezahlprozess, bei dem kein Passwort erforderlich ist, wird von mehr als der Hälfte (58 %) als kritisch angesehen. Optimal ist die Balance zwischen Bequemlichkeit und Sicherheit für viele Verbraucher (46 %) beim Onlineshopping, wenn eine Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) erfolgt. Wie das Fachmagazin finanzreport.com erklärt, ist eine 2FA in Deutschland ab dem 15. März 2021 für Zahlungen mit Kreditkarte, Paypal oder anderen Optionen ohnehin gesetzlich vorgeschrieben.

Passwort statt biometrischer Daten

Die Mehrheit der Verbraucher bevorzugt weiterhin die Verwendung von Passwörtern für die Authentifizierung, obwohl Experten häufig Zweifel an deren Sicherheit äußern. Laut einer Befragung vertrauen 39 Prozent der befragten Personen Passwörtern mehr als biometrischen Authentifizierungsmethoden wie Gesichtserkennung oder Fingerabdruckscanner, obwohl 55 Prozent der Befragten der Meinung sind, dass biometrische Verfahren die Sicherheit insgesamt verbessern. Um ein möglichst hohes Maß an Sicherheit zu gewährleisten, sollten Shop-Anbieter daher unbedingt die Möglichkeit zur Verwendung von Multi-Faktor-Authentifizierung anbieten.

Besonders Bedenken bei größeren Transaktionen

Laut der Befragung würden 62 Prozent der Verbraucher lieber bei einem Online-Händler einkaufen, wenn dieser ihre Zahlungsdaten sicher gespeichert hat. 64 Prozent bevorzugen es, wenn sie beim Online-Shopping ihre Finanzdaten nicht an den Anbieter oder den Payment Provider übermitteln müssen. Die Höhe des Kaufbetrags hat auch Einfluss auf die Sicherheitsbedenken der Konsumenten.

So fühlen sich 70 Prozent der Befragten beim Kauf auf einer Peer-to-Peer-Plattform nur dann sicher, wenn das Produkt nicht teurer als 179 Euro ist. Bei einem Online-Händler wie Amazon sind es 51 Prozent. Steigt der Warenwert auf bis zu 1.785 Euro, sinkt das Vertrauen bei beiden Handelsplattformen signifikant und nur noch 7 Prozent (Peer-to-Peer-Plattform) beziehungsweise 14 Prozent (Online-Händler) haben keine Sicherheitsbedenken. Es gibt also noch viel Potenzial, das Sicherheitsgefühl der Kunden zu erhöhen.

„Nachweislich steigen in Zeiten von Finanzkrisen die Betrugsraten. Dies geschah während des Höhepunkts der Pandemie, und jetzt, da wir in eine Rezession eintreten, sind die Konsumenten zu Recht auf die Gefahren bei Online-Zahlungen sensibilisiert. Die Bedenken der Kunden zu respektieren ist sehr wichtig, aber das richtige Gleichgewicht für eine bequeme Nutzung im Alltag zu finden bleibt entscheidend, um Kunden zu halten. Das Angebot einer Vielzahl von alternativen Zahlungsmethoden und Sicherheitsoptionen wird viel dazu beitragen, die Ängste der Konsumenten zu zerstreuen und ihre finanziellen Daten zu schützen, während gleichzeitig die positive Erfahrung beim Bezahlen bewahrt bleibt“, konstatiert Chirag Patel, Präsident Digital Wallets bei Paysafe.

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Datum: 21.12.2022 - 10:03 Uhr
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