TÜV Rheinland: Belastung von Dächern hängt von Schneeart ab
Bei Nässe und Frost: Schneelast kann witterungsabhängig erheblich variieren / Schneekeile drücken zusätzlich aufs Dach / Räumung von Fachleuten vornehmen lassen

(PresseBox) - In den deutschen Mittelgebirgen und den Alpen ist nach starken Schneefällen inzwischen der Winter angekommen. Auch für die kommenden Tage wird nach den Wetterprognosen weiterer Schnee erwartet. Nicht nur die Räumdienste, sondern auch Haus- und Immobilienbesitzer stehen deshalb möglicherweise vor entsprechenden Herausforderungen. Zwar sind Schäden an flachen Dächern und schwere Unglücke mit Toten wie zum Jahresbeginn 2006 bei der Sporthalle in Bad Reichenhall selten, dennoch ist klar: Schnee belastet Dachkonstruktionen teilweise erheblich, insbesondere Pappschnee. „Nicht zuletzt aufgrund der gesetzlich vorgeschriebenen Verkehrssicherungspflicht sollten Immobilienbesitzer und Betreiber dafür Sorge tragen, dass von den Bauten keine Gefährdung Dritter ausgeht“, sagt Ulf Kohlbrei, Fachgebietsleiter Bautechnik bei TÜV Rheinland.
Flachdächer sind besonders gefährdet
Je nach Schneemenge und abhängig von der Witterung kann sich eine zunächst unkritische Schneedecke in eine tonnenschwere Belastung verwandeln. „Pulverschnee wiegt weitaus weniger als nasser und gesättigter Schnee“, erklärt Ulf Kohlbrei. Wechseln sich beispielsweise Frost- und Tauperioden ab, können kritische Überlasten entstehen. Ein Vergleich: 10 Zentimeter Pulverschnee wiegen pro Quadratmeter etwa 10 Kilogramm, die gleiche Menge Nassschnee jedoch bis zu 40 Kilogramm. Gefriert der Schnee zu Eis, erhöht sich das Gewicht auf bis zu 90 Kilogramm pro Quadratmeter. Große Hallen mit Flachdächern oder leicht geneigte Dächer sind deshalb besonders zu beobachten.
Aufbauten sind zusätzliche Schwachstellen
Durch Aufbauten auf dem Hallendach kann sich das Problem sogar verschärfen: „Ragt beispielsweise ein Treppenhaus aus dem Dach hervor, können sich dort durch Verwehungen Schneekeile bilden, die zusätzlich auf das Dach drücken“, betont TÜV Rheinland-Experte Kohlbrei. Problematisch sind bei großen Schneemengen auch Sheddächer, da der Schnee nach unten abrutschen kann und sich dann wie in einem Trichter sammelt, was die Schneelast enorm verstärkt.
Vorsichtsmaßnahmen für Schneeräumung treffen
Wer ein Flachdach selbst vom Schnee befreien möchte, sollte dabei äußerst vorsichtig vorgehen, zumal nicht zu sehen ist, wo man hintritt. Unfälle lassen sich vermeiden, indem Oberlichter und Sonnenkollektoren kenntlich gemacht werden. Außerdem sollten auf dem Dach arbeitende Personen abgesichert sein und den Schnee von verschiedenen Seiten abtragen, um einseitige Belastungen zu vermeiden. Für Flachdächer von großen Hallen gilt: Ist die Schneelastgrenze erreicht, sollte das Dach nur mit professioneller Hilfe geräumt werden.
Sicherheit und Qualität in fast allen Wirtschafts- und Lebensbereichen: Dafür steht TÜV Rheinland. Das Unternehmen ist seit mehr als 150 Jahren tätig und zählt zu den weltweit führenden Prüfdienstleistern. TÜV Rheinland hat mehr als 20.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in über 50 Ländern und erzielt einen Jahresumsatz von rund 2,1 Milliarden Euro. Die hoch qualifizierten Expertinnen und Experten von TÜV Rheinland prüfen rund um den Globus technische Anlagen und Produkte, begleiten Innnovationen in Technik und Wirtschaft, trainieren Menschen in zahlreichen Berufen und zertifizieren Managementsysteme nach internationalen Standards. Damit sorgen die unabhängigen Fachleute für Vertrauen entlang globaler Warenströme und Wertschöpfungsketten. Seit 2006 ist TÜV Rheinland Mitglied im Global Compact der Vereinten Nationen für mehr Nachhaltigkeit und gegen Korruption. Website: www.tuv.com
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Datum: 03.02.2023 - 15:06 Uhr
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