Drei Lehren aus der Raketennacht / Kommentar von Raimund Neuß zu den iranischen Angriffen auf Israel
ID: 2091159

(ots) - Bei aller Erschütterung über den iranischen Großangriff auf Israel, bei aller Sorge vor der von Teheran gewählten Eskalation: Fürs Erste haben die Terror-Mullahs nichts erreicht. Kaum einer der vielen Hundert Lenkflugkörper gelangte ins Ziel, und die Erklärung der iranischen UN-Botschaft, nun sei die Sache erledigt, darf man wohl als Versuch des Einlenkens verstehen..
Das wird Israel nicht von einer Reaktion abhalten, aber wenn das Kriegskabinett um Benjamin Netanjahu klug ist, wird es keine eigene Raketenorgie starten, sondern gezielte Angriffe gegen Revolutionsgarden, Atom- und Rüstungsbetriebe. Ähnlich dem Schlag gegen iranische Generäle in Damaskus, den der Iran zum Vorwand für seine Raketenangriffe nahm. Übrigens: Die Wiener Übereinkommen, die der Iran selbst gern bricht, regeln die Beziehungen zwischen Entsende- und Gastland von Diplomaten und verpflichten nicht Dritte, Botschaftsgelände als Terrorbasis wie in Damaskus zu akzeptieren.
Aus der Nacht zum Sonntag sind drei Lehren zu ziehen. Erstens: Jerusalems Schaukelpolitik gegenüber Russland, das militärisch mit dem Iran zusammenarbeitet, war ein ebenso großer Fehler wie umgekehrt der betont behutsame Umgang europäischer Regierungen mit dem Iran. Russland, Iran, Nordkorea und Russlands Pate China bilden eine Achse aggressiver Diktaturen. Weltweit ist konsequente Einhegung geboten, damit aus dieser Bedrohung kein großer Krieg wird.
Zum Einhegen gehört - zweitens - Luftabwehr. Israels Erfolg liefert das explizite Gegenbeispiel zum Drama der Ukraine, die immer weniger gegen russische Luftschläge tun kann, weil der Westen - auch das vergebens angefragte Israel - das Land hängen lässt und Nato-Staaten nicht einmal russische Geschosse im eigenen Luftraum abfangen. Als ob Nato-Staaten jetzt im Nahen Osten Kriegspartei wären, weil die USA und Großbritannien iranische Flugkörper abgeschossen haben und Deutschland beim Einsatz über Jordanien französische Maschinen aufgetankt hat. Jetzt bekommt Kiew ein drittes Patriot-System aus Deutschland. Aber letztlich fehlen solche Systeme an allen Enden von Europa bis zum Pazifik, und wenn der Hersteller jeden Monat eines liefern kann, muss die Reaktion sein: kaufen, ehe es zu spät ist.
Drittens: Trotz Gaza-Krieg hat sich Jordanien in der Raketennacht als verlässlicher Partner Israels und des Westens erwiesen. Israel darf solche Partnerschaften nicht weiter durch die rücksichtlose Palästinenser-Politik auf die Probe stellen, für die "Bibi" Netanjahu steht. Der glaubt, nach der jüngsten Eskalation fester im Sattel zu sitzen. Das sollte die Opposition nicht hinnehmen. Um des Friedens willen muss er gehen.
Pressekontakt:
Kölnische Rundschau
Raimund Neuß
Telefon: 0221/1632-555
print@kr-redaktion.de
Original-Content von: Kölnische Rundschau, übermittelt durch news aktuellWeitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 14.04.2024 - 17:30 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2091159
Anzahl Zeichen: 2958
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: ots
Stadt:
Köln
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 475 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Drei Lehren aus der Raketennacht / Kommentar von Raimund Neuß zu den iranischen Angriffen auf Israel"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Kölnische Rundschau (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Auf das Aufatmen folgte das Entsetzen: Die Erinnerung an den historischen Sieg der ukrainischen Armee in der Schlacht um Kiew ist untrennbar mit der an die Aufdeckung der Massaker in Butscha und anderen Vororten der ukrainischen Hauptstadt verbunden. Die Morde von Butscha sind nicht damit zu erklä
Wider jedes Königsgehabe - Frank Überall (Kölnische Rundschau) über die Demonstrationen gegen Donald Trump in den USA ...
Königliches Gehabe passt nicht zu einer Demokratie - jedenfalls nicht, wenn es statt um bloße Repräsentation darum gehen soll, einsam und allein Entscheidungen zu treffen. Die "No Kings"-Demonstrationen in den USA zeigen, dass in Krisenzeiten der Ruf nach einer ordnenden Hand zwar durch
Auch ein Sieg kann Sorgen machen / Raimund Neuß zum Wahlergebnis in Rheinland-Pfalz ...
Rückkehr in die Staatskanzlei nach 35 Jahren: Die rheinland-pfälzische CDU von Gordon Schnieder jubelt. Endlich, endlich hat sie die Wählerinnen und Wähler überzeugen können, dass sie ein plausibles personelles und inhaltliches Angebot hat. Seit dem Sturz von Bernhard Vogel 1988 hatte sich ei
Weitere Mitteilungen von Kölnische Rundschau
Mitteldeutsche Zeitung zu Iran/Israel ...
Der Iran hat eine historische Grenze überschritten. Auch wenn dank der israelischen Luftabwehr und der Unterstützung durch die USA die Attacke weitgehend abgewehrt wurde, ist im Nahen Osten eine neue gefährliche Stufe erreicht: Erstmals in der Geschichte der Islamischen Republik hat der Iran sein
Gefährliche Eskalation in Nahost ...
In der Nacht auf Sonntag hat die Islamische Republik Iran Israel mit 200 Drohnen und Raketenbeschuss angegriffen. Schoresch Davoodi, stellvertretender Vorsitzender der Piratenpartei Baden-Württemberg und Kandidat zur Europawahl, verurteilt diesen Angriff aufs Schärfste. "Als Piratenpartei
Straubing ...
Viele Pflegekräfte haben den Job an den Nagel gehängt, weil sie nicht mehr können. Die Belastung für die Verbliebenen steigt also. Es kommt nicht genug Nachwuchs nach, während ausländische Pflegekräfte zu oft verprellt werden. Spätestens die künftige Bundesregierung wird eine umfassende Pfl
Nahost-Eskalation ...
Nach dem iranischen Angriff auf Israel taucht der erhabene Begriff der Staatsräson aus dem Nebel der Gefechtsmeldungen auf. Deutschland hat die Sicherheit des jüdischen Staates bekanntlich zu seiner eigenen Sache gemacht, was eine Besonderheit ist. "Die Sicherheit Israels ist deutsche Staatsr




