Chemie-Tarifrunde: Standort und Beschäftigung sichern
ID: 2092655

(ots) - Die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Hessen haben heute in Niedernhausen begonnen. Der Auftakt war geprägt von intensiven Debatten über die wirtschaftlichen und strukturellen Herausforderungen, mit denen die Branche derzeit konfrontiert ist.
Im zurückliegenden Jahr verzeichnete die chemisch-pharmazeutische Industrie in Hessen ein kräftiges Minus bei Produktion (-7,9 Prozent) und Umsatz (-8,1 Prozent). Angesichts der anhaltenden Krise in 2024 und den enormen Investitionsbedarfen für Klimaneutralität, Digitalisierung und demografischen Wandel sehen sich die Arbeitgeber gezwungen, die Forderungen der IGBCE Hessen-Thüringen nach einer Entgelterhöhung von 7 Prozent entschieden abzulehnen.
Die chemisch-pharmazeutische Industrie in Hessen sieht sich derzeit gleich mit einer Vielzahl von Problemen konfrontiert - von hohen Strom- und Gaskosten über politische Unsicherheiten bis hin zu internationalen Konflikten. "Dies alles hat dazu geführt, dass die internationale Wettbewerbsfähigkeit bereits merklich geschwächt wurde", erklärt Kolja Hosch (Clariant), Verhandlungsführer der hessischen Chemie-Arbeitgeber. "Ein teurer Tarifabschluss würde unsere Unternehmen zusätzlich belasten und ihre Erholungsfähigkeit weiter einschränken. Wir stecken tief in der Krise fest, eine spürbare Verbesserung der wirtschaftlichen Lage noch in diesem Jahr ist unwahrscheinlich."
Trotz der intensiven Diskussionen betont der Arbeitgeberverband HessenChemie die Notwendigkeit einer konstruktiven Verhandlung mit der Gewerkschaft. "Unser Ziel ist es, gemeinsam mit der IGBCE Lösungen zu finden, die Standort und Beschäftigung sichern", so Hosch weiter. "Was uns dabei helfen kann, ist die Tatsache, dass die Inflation in diesem Jahr im Schnitt auf 2,3 Prozent sinken wird."
Auch in Bezug auf die weiteren Forderungen der IGBCE haben die Chemie-Arbeitgeber eine klare Position: "Wir stehen zu dem gemeinsamen Ziel, die Tarifbindung auf beiden Seiten zu stärken. Die Ungleichbehandlung in den Belegschaften durch eine einseitige Besserstellung von Gewerkschaftsmitgliedern lehnen wir allerdings ab."
Für Gespräche über eine Modernisierung des Bundesentgelt-tarifvertrages (BETV) ist man hingegen offen. Doch gelte an dieser Stelle das klare Motto: "Verbessern ja, verteuern nein!", so Hosch.
In den kommenden Tagen folgen weitere regionale Runden in den anderen Tarifbezirken, bevor die Verhandlungen am 14. und 15. Mai 2024 auf Bundesebene fortgesetzt werden sollen.
Über HessenChemie:
Im Arbeitgeberverband HessenChemie sind 310 Mitgliedsunternehmen mit 105.000 Beschäftigten der chemisch-pharmazeutischen und kunststoffverarbeitenden Industrie (KVI) sowie einiger industrienaher Serviceunternehmen zusammengeschlossen.
Pressekontakt:
Arbeitgeberverband Chemie und
verwandte Industrien für das Land Hessen e.V.
Jürgen Funk, Pressesprecher
Telefon 0611/7106-49
Murnaustraße 12, 65189 Wiesbaden
E-Mail: funk@hessenchemie.de
Internet: www.hessenchemie.de
Original-Content von: Arbeitgeberverband HessenChemie, übermittelt durch news aktuellWeitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 19.04.2024 - 15:04 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2092655
Anzahl Zeichen: 3305
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: ots
Stadt:
Wiesbaden
Kategorie:
Gewerkschaften
Diese Pressemitteilung wurde bisher 522 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Chemie-Tarifrunde: Standort und Beschäftigung sichern"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Arbeitgeberverband HessenChemie (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Im Kinopolis Sulzbach wurden heute die herausragenden Leistungen der Auszubildenden im diesjährigen Azubi-Wettbewerb des Arbeitgeberverbandes HessenChemie gewürdigt. Neben den 162 Auszubildenden aus 23 Ausbildungsunternehmen nahmen auch viele Ausbilder und Personalverantwortliche an der feierliche
75 Jahre Arbeitgeberverband HessenChemie / Industrie als Kern der Wertschöpfung stabilisieren (FOTO) ...
Wiederaufbau, Wirtschaftswunder, Globalisierung, Finanzkrise, Corona und Energiekostenexplosion: Die Geschichte des Arbeitgeberverbandes HessenChemie ist eng verbunden mit der Industriegeschichte Deutschlands und gibt einen Einblick in die gewaltigen politischen, gesellschaftlichen und ökonomisch
Tarifverhandlungen in der Kunststoffverarbeitenden Industrie / Inflation trifft Beschäftigte und Arbeitgeber gleichermaßen ...
Die heute veröffentlichte Forderung der IGBCE Hessen-Thüringen für die am 13. Dezember beginnenden Tarifverhandlungen in der hessischen Kunststoffverarbeitenden Industrie (KVI) passt für die Arbeitgeber nicht zur wirtschaftlich schwierigen Lage der Branche. Die Gewerkschaft fordert eine Erhö
Weitere Mitteilungen von Arbeitgeberverband HessenChemie
EVG-NRW: Landesvorstand warnt vorm Tod auf Raten der Verkehrswende - Keine Verkehrswende ohne Bahn ...
Nordrhein-Westfalens Landesvorstand der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) fordert die Umsetzung der Verkehrswende. Wenn Deutschland die Verkehrswende noch ernst meint, muss endlich konsequent gehandelt werden! Dazu muss man beispielsweise umgehend die Cargo-Krise beenden. Auf der Klausur d
Die innere Sicherheit im Würgegriff / Weniger für Feuerwehr und Rettungsdienst für das wachsende Berlin ...
Sparzwänge im Berliner Doppelhaushalt 24/25 verschlechtern die Versorgungslage im Rettungsdienst und der Brandbekämpfung. Im Gegenzug werden sie mit der U-Bahn besonders günstig zur Party kommen. Der Berliner Senat muss sparen. 600 Millionen Euro sollen durch pauschale Minderausgaben (PMA), ver
Werden Fehler wiederholt? / Die dritte Änderung des RDG und wie es um den Rettungsdienst steht ...
Feuerwehr und Rettungsdienst; ein prominentes Thema im Innenausschuss. Das Rettungsdienstgesetz (RDG) von Berlin wird seit Ende 2022 häppchenweise geändert. Am 07. März wurde ein erneuter Änderungsentwurf dem Abgeordnetenhaus von Berlin vorgelegt. Nach der ersten Lesung im Plenum darf man zu R
"nd.DerTag": Arbeitsrechtler Ernesto Klengel kritisiert Versuche, das Streikrecht einzuschränken ...
Der Arbeitsrechtler Ernesto Klengel hat die mangelnde Wirksamkeit wichtiger Arbeitnehmerrechte "in vielen Bereichen" kritisiert. Der neue wissenschaftliche Direktor des gewerkschaftsnahen Hugo-Sinzheimer-Instituts sagte der in Berlin erscheinenden Tageszeitung "nd.DerTag" (Freita




