So bereitet sich Deutschland auf einen Hitzesommer vor
ID: 2097979

(ots) - Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat im vergangenen Jahr einen besseren Schutz bei Hitzewellen angekündigt. Was hat sich seitdem getan, fragt die "Apotheken Umschau"?
Beim Thema Hitze bricht Deutschland seit Jahren immer wieder Rekorde. Jetzt kommt eine aktuelle Studie der Universitäten Mainz und Cambridge zu dem Ergebnis: Der Sommer des Jahres 2023 war in nördlichen Ländern der heißteste seit 2000 Jahren.
Viele Menschen leiden unter den extremen Temperaturen, vor allem in den Städten. Besonders betroffen sind Ältere, kleine Kinder, aber auch obdachlose Menschen. Und: Hitze kann auch lebensbedrohlich sein. Rund 3200 hitzebedingte Sterbefälle gab es laut dem Robert-Koch-Institut im vergangenen Jahr.
Die Politik steht unter Handlungsdruck angesichts dieser Zahlen. Im vergangenen Sommer legte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) einen ersten Hitzeschutzplan für Deutschland vor. Darin kündigte er verschiedene Schritte an, um künftig besser auf Hitzewellen vorbereitet zu sein. Doch noch immer stecken viele dieser Maßnahmen in der Planungsphase fest.
Roadmap für den Sommer 2024
Immerhin: Seit November gibt es eine sogenannte Roadmap für den Sommer 2024. Darin hat der Minister zusammen mit Vertretern aus Bund, Ländern und Kommunen einige Ziele für den Hitzeschutz weiter konkretisiert. Das Papier soll nun als "Arbeits- und Planungsgrundlage für die Umsetzung von Hitzeschutzmaßnahmen im Sommer 2024" dienen, wie eine Sprecherin des Ministeriums auf Nachfrage erklärt. "Die Vorbereitungen dafür laufen derzeit." Darüber hinaus werde noch geprüft, ob Hitzeschutz künftig im Präventionsgesetzt verankert werden könne.
Einen bundesweit verpflichtenden Standard für den Hitzeschutz im öffentlichen Raum gibt es bislang also nicht. Letztlich liegt die Umsetzung der Maßnahmen in den Händen der Kommunen. Viele Städte sind bereits aktiv geworden, wie eine Abfrage der "Apotheken Umschau" in den Landeshauptstädten zeigt.
Über ein Hitzetelefon, Flyer oder eine spezielle Internetseite werden die Bürger in vielen Städten für den richtigen Umgang mit Hitze sensibilisiert, darunter in Stuttgart, Erfurt, Bremen, Düsseldorf, Wiesbaden und Dresden. Berlin, Stuttgart, Potsdam und Düsseldorf weisen darüber hinaus kühle Orte auf einer speziellen Karte aus. Dazu zählen etwa schattige Grünanlagen, Wasserspielplätze, Bademöglichkeiten oder klimatisierte Gebäude wie Museen und Bibliotheken. Auch in Stuttgart ist eine solche Karte in Planung. Dort ist zudem ein gekühlter Hitze Bus im Einsatz.
In Hannover werden Einrichtungen finanziell unterstützt, damit sie Wohnungslose mit Trinkwasser und Sonnenschutz versorgen können. Zur Abkühlung dürfen Obdachlose zudem Tunnelstationen nutzen. Ein ähnliches Konzept gibt es in Erfurt. Dort werden Kirchen gebeten, Obdachlosen an heißen Sommertagen Eintritt zu gewähren. Viele Landeshauptstädte wie Bremen, Erfurt, Dresden, Düsseldorf und Wiesbaden setzen außerdem auf den Ausbau von Trinkwasserbrunnen an öffentlichen Plätzen. In Düsseldorf werden bei Sportveranstaltungen zusätzlich sogenannte Nebelduschen aufgestellt.
Perspektivisch möchte Düsseldorf zudem Flächen entsiegeln, Innenhöfe und Fassaden stärker begrünen. Ähnliche Pläne gibt es auch in Dresden. Für mehr Pflanzen in der Stadt arbeitet man in Hannover auch mit sogenanntem mobilen Grün. Das kann etwa in großen Kübeln an Orten aufgestellt werden, an denen eine dauerhafte Bepflanzung aus verschiedenen Gründen nicht möglich ist.
Einen strukturierten Hitzeaktionsplan haben bislang allerdings die wenigsten Städte erstellt. Ein solcher Plan befinde sich derzeit in der Ausarbeitung, erklärte etwa ein Sprecher der Hamburger Sozialbehörde. Auch in Kiel, Dresden, Potsdam, Erfurt und Magdeburg steckt man noch in den Planungen. Die Stadt Bremen will der Politik noch in diesem Sommer einen fertigen Hitzeaktionsplan zur Abstimmung vorlegen.
Diese Meldung sowie weitere Informationen zur aktuellen Studie der Universitäten Mainz und Cambridge finden Sie unter www.a-u.de.
Pressekontakt:
Katharina Neff-Neudert, PR-Manager
Tel.: 089/744 33-360
E-Mail: presse@wubv.de
www.wortundbildverlag.de
https://www.linkedin.com/company/wort-&-bild-verlag/
Original-Content von: Wort & Bild Verlagsgruppe - Gesundheitsmeldungen, übermittelt durch news aktuellWeitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 15.05.2024 - 10:46 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2097979
Anzahl Zeichen: 4580
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: ots
Stadt:
Baierbrunn
Kategorie:
Gesundheitswesen - Medizin
Diese Pressemitteilung wurde bisher 394 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"So bereitet sich Deutschland auf einen Hitzesommer vor"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Wort & Bild Verlagsgruppe - Gesundheitsmeldungen (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Baierbrunn (voices) Dr. Dennis Ballwieser, Chefredakteur (Apotheken Umschau) zum Themen-Impuls: „Sorge um die Vorsorge: Screenen wir zu viel - oder sparen wir uns krank?". Pressekontakt: Karin Priehler k.priehler@vitahealthmedia.com Copyright: Wort & Bild Verlagsgruppe - Gesundheits
Apotheken Umschau: Bis zu vier Millionen Frauen in Deutschland sind von Endometriose betroffen ...
Unzureichendes Wissen über die chronische Krankheit führt zu späteren Diagnosen und persönlichem Leid - das hat auch wirtschaftliche Folgen. Hoffnung bieten evidenzbasierte Aufklärung und neue wissenschaftliche Methoden, Symptome gezielt einzuordnen - damit ist der Grundstein für eine bessere
Herzstillstand: Wie mit Reanimation 10.000 Leben gerettet werden könnten ...
Nur 55 Prozent der Deutschen beginnen bei Herzstillstand mit Wiederbelebung der betroffenen Person. Experten fordern Reanimationstraining an Schulen. Täglich erleiden in Deutschland 370 Menschen außerhalb eines Krankenhauses einen Herz-Kreislauf-Stillstand, nur fünf Prozent überleben. Das muss
Weitere Mitteilungen von Wort & Bild Verlagsgruppe - Gesundheitsmeldungen
Welche Sportart senkt den Blutdruck? ...
Neben der Ernährungsumstellung und Medikamenten hilft Sport gegen Bluthochdruck. Das wissen die meisten Menschen, aber vielen fehlt die Motivation. Umso wichtiger ist es, eine Sportart zu finden, die Spaß macht und zugleich den Blutdruck senkt. Zum Welthypertonietag am Freitag fasst die Stiftung G
Neue Weiterbildung zu pädiatrischer Pharmazie ...
Die Bundesapothekerkammer hat auf ihrer gestrigen Mitgliederversammlung die neue Weiterbildung "Pädiatrische Pharmazie" verabschiedet. Sie befasst sich mit der pharmazeutischen Beratung und Betreuung sowie mit der Arzneimittelversorgung von Patientinnen und Patienten im Kindes- und Jugend
Neue Horizonte der Bestattungskultur ...
Neue Horizonte der Bestattungskultur: BesterBestatter.de bietet ein breites Spektrum an Bestattungsarten Berlin, 15. Mai 2024 - In einer Zeit, in der Individualität und persönlicher Ausdruck zunehmend an Bedeutung gewinnen, eröffnet BesterBestatter.de eine vielfältige Welt der Bestattungsmög
AOK-Umfrage zeigt großes Bewusstsein für Hautkrebs durch Gefahren erhöhter UV-Strahlung ...
UV-Strahlung ist der größte Risikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs, der in Deutschland in den letzten Jahren stetig zunimmt. Eine repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag des AOK-Bundesverbandes zeigt, dass 81 Prozent der über 1.500 Befragten der Schutz vor Sonneneinstrahlung wichtig ist.




