Rundfunkrat diskutiert Corona- und Namibia-Berichterstattung
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Die Corona-Pandemie war für viele Menschen in Deutschland eine einschneidende Erfahrung, die ein enormes Informationsbedürfnis beim Publikum hervorgerufen hat. Der Ausnahmezustand hat die Berichterstattung über einen Zeitraum von zwei Jahren dominiert.Den Medien wurde und wird im Zusammenhang mit der Corona-Berichterstattung u.a. vorgeworfen, zu wenig recherchiert und zu einseitig berichtet zu haben. Der Rundfunkrat hat sich vor diesem, aber auch vor dem Hintergrund der im März 2024 veröffentlichten Protokolle des Robert-Koch-Instituts (RKI) noch einmal intensiv mit der Corona-Berichterstattung insbesondere bei ARD-aktuell, NDR Info und in den Landesfunkhäusern des NDR befasst. Er hat dabei nicht nur die journalistischen Herausforderungen und die besonderen Rahmenbedingungen in der Berichterstattung während der Corona-Zeit reflektiert, sondern auch einen in die Zukunft gerichteten Blick auf die journalistischen und strukturellen Erkenntnisse des Hausesgeworfen.
Dietmar Knecht, Vorsitzender des NDR Rundfunkrates: "In den Pandemiejahren haben die Redaktionen des NDR enorm viele zusätzliche Sondersendungen, Service-Berichterstattungen, Podcasts u.v.m. über die tagesaktuelle Berichterstattung hinaus gestemmt. Mit dem hohen Bedarf an Information ging eine besondere Verantwortung für die Berichterstattung einher. Die öffentliche Debatte um die Corona-Protokolle des RKI hat gezeigt, dass eine unabhängige Aufarbeitung für die Gesellschaft von hoher Relevanz ist. Auch Rolle und Einfluss der Medien müssen reflektiert werden mit dem Ziel, in einer möglichen nächsten Krise noch pluraler zu berichten sowie politische Prozesse noch kritischer zu begleiten und zu hinterfragen. Die Auseinandersetzung mit Meinungen, die vom wissenschaftlichen Mainstream abweichen, sollte möglichst sachlich, respektvoll und ohne Vorfestlegungen erfolgen. Diesem Anspruch trägt der NDR u.a. mit der Stärkung seiner crossmedialen Wissenschaftsressorts, einer intensiveren Vernetzung mit Fachautorinnen und Fachautoren sowie Expertinnen und Experten und einer kritischeren Einordnung von gesellschaftlichen Akteuren Rechnung."
Das Gremium hat zudem dem Produktionsvertrag der erfolgreichen Serie "In aller Freundschaft - Die jungen Ärzte" und der Fortführung des Produktionsrahmenvertrages aus dem Bereich Natur- und Tierfilm für die Jahre 2026 bis 2028 zugestimmt.
Dietmar Knecht, Vorsitzender des NDR Rundfunkrates: "Die modernen Naturfilme der Firma Doclights erfüllen neben ihrem Schau- und Erlebniswert einen wichtigen Bildungsauftrag am Hauptabend. Sie greifen Zukunftsthemen auf und bilden relevante gesellschaftspolitische Diskussionen ganz neu ab. Ohne erhobenen Zeigefinger und aus der Perspektive der Natur wird die Bildgewalt des klassischen Naturfilms spielend mit aktuellen Fragestellungen verknüpft."
Der Rundfunkrat stellte schließlich mit knapper Mehrheit fest, dass die Dokumentation "Deutsche Schuld - Namibia und der Völkermord" gegen die Grundsätze der Angebotsgestaltung gemäß NDR Staatsvertrag verstoßen hat. Er würdigte zugleich, dass der Sender den Beitrag zunächst korrigiert und dann, als sich diese Korrekturen als nicht ausreichend erwiesen, freiwillig aus der Mediathek genommen hat. Das Gremium forderte den Intendanten auf, zum künftigen Umgang mit den sogenannten Presenter-Formaten Stellung zu nehmen.
Dietmar Knecht, Vorsitzender des NDR Rundfunkrates: "Dass die Dokumentation dauerhaft aus allen Ausspielwegen des Programms herausgenommen wurde, ist Ergebnis einer intensiven fachlichen und sachlichen Aufarbeitung der Vorwürfe auch unter Beteiligung unserer Gremien. Es hat sich gezeigt, dass der Einsatz sogenannter Presenter-Formate für Dokumentationen über komplexe historische Zusammenhänge kritisch zu hinterfragen ist. Das denkbar knappe Abstimmungsergebnis zeigt, dass wir uns die Entscheidung, welche Konsequenzen aus der missglückten Dokumentation zu ziehen sind, nicht leicht gemacht haben."
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Datum: 17.05.2024 - 18:14 Uhr
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