Paritätischer Kita-Bericht zeigt wachsende Defizite in Kindertageseinrichtungen
ID: 2101559

(ots) - Die aktuelle Situation in vielen Kindertageseinrichtungen ist besorgniserregend. Das zeigen die Ergebnisse einer Befragung durch den Paritätischen Gesamtverband, die nun im aktuellen Paritätischen Kita-Bericht veröffentlicht wurden. Besonders alarmierend ist, dass sich die Situation in vielen Kindertageseinrichtungen in den vergangenen zwei Jahren deutlich verschlechtert hat. Die bisherigen Bemühungen von Bund und Ländern, die Qualität in Kitas zu sichern, konnten diese Entwicklung nicht aufhalten.
Durchschnittlich fehlen in jeder Kita mehr als zwei Fachkräfte, häufig sind es sogar mehr. Das entspricht aktuell 125.000 fehlenden Fachkräften im gesamten Bereich der Kindertagesbetreuung. "Fehlende Fachkräfte sind ein doppeltes Problem", merkt Juliane Meinhold, Leiterin der Abteilung für soziale Arbeit, an. "Personalmangel führt zu zusätzlichen Überstunden und einer zunehmenden Überlastung der vorhandenen Mitarbeiter*innen. Damit drohen weitere Personalausfälle. Und die Kinder haben das Nachsehen, weil Aktivitäten und Förderung eingeschränkt werden." Diese Zusammenhänge verdeutlicht auch der neu geschaffene Kita-Belastungs-Index, der zeigt, dass 22 Prozent der erfassten Kindertageseinrichtungen stark mehrfachbelastet sind. Das Schwerpunktthema des diesjährigen Kita-Berichts ist die Umsetzung von Inklusion. Erstmalig liegen Erkenntnisse zu der Umsetzung von Inklusion in Kindertageseinrichtungen vor. "Kinder mit Behinderung sind die besonders Leidtragenden in dieser Situation" betont Juliane Meinhold. "Fehlende personelle Ausstattung und lange Verfahren verhindern, dass Kinder rechtzeitig die notwendige Unterstützung erhalten. Viele Fachkräfte und Eltern fühlen sich alleine gelassen". Mit dem sogenannten Gute-Kita-Gesetz hat der Bund ab dem Jahr 2019 die Hoffnung geweckt, dass sich die Situation in Kindertageseinrichtungen flächendeckend verbessern könnte. Der Kita-Bericht des Paritätischen Gesamtverbandes zeigt aber sehr deutlich, dass sich zwischen 2021 und 2023 die Rahmenbedingungen in den meisten Kitas verschlechtert haben, insbesondere weil sich der Fachkräftemangel als große Belastung erweist.
Der Paritätische Gesamtverband fordert, mehr Fachkräfte durch bessere Rahmenbedingungen in der Ausbildung zu gewinnen. So sollte grundsätzlich kein Schulgeld mehr gezahlt werden müssen, die Anrechnung von Auszubildenden auf den Personalschlüssel muss aufhören. Gleichzeitig ist zusätzliches Personal in inklusiv arbeitenden Kindertageseinrichtungen und in Einrichtungen mit einem hohen Anteil von Kindern, die von Benachteiligung bedroht sind, notwendig. Juliane Meinhold schlussfolgert: "Alle Kinder müssen in der Kita gut betreut werden. Und alle Mitarbeiter*innen müssen ihre Arbeit gut machen können. Das wird ohne eine zusätzliche Stärkung von Kindertageseinrichtungen nicht möglich sein."
Der Paritätische Kita-Bericht basiert auf einer Online-Umfrage zur Qualitätssicherung in Kindertageseinrichtungen, an der zwischen Mai und Juni 2023 1.760 Mitarbeiter*innen aus Kitas teilgenommen haben. Die vollständige Studie, die in Zusammenarbeit mit der Universität Osnabrück erstellt wurde, können Sie hier herunterladen. (https://www.der-paritaetische.de/fileadmin//user_upload/Seiten/Presse/docs/broschuere_kitabericht-2024.pdf)
Pressekontakt:
Philipp Meinert
redaktion@paritaet.org
Tel.: 030 24636-339
Original-Content von: Paritätischer Wohlfahrtsverband, übermittelt durch news aktuellWeitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 03.06.2024 - 08:02 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2101559
Anzahl Zeichen: 3581
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: ots
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Soziales
Diese Pressemitteilung wurde bisher 332 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Paritätischer Kita-Bericht zeigt wachsende Defizite in Kindertageseinrichtungen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Paritätischer Wohlfahrtsverband (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die Paritätische Forschungsstelle hat heute eine bahnbrechende Berechnung zur Wohnarmut in Deutschland veröffentlicht. Die Ergebnisse zeigen ein alarmierendes Bild: Deutlich mehr Menschen als bisher angenommen leben in Armut, wenn die Wohnkosten berücksichtigt werden. Die steigenden Mieten belast
Der Paritätische Gesamtverband: Achim Meyer auf der Heyde zum Vorsitzenden gewählt ...
In seiner heutigen Mitgliederversammlung hat der Paritätische Gesamtverband Achim Meyer auf der Heyde ohne Gegenstimme zu seinem neuen Vorsitzenden gewählt. Er folgt damit auf den Gesundheitswissenschaftler Prof. Dr. Rolf Rosenbrock, der nach 12 Jahren an der Spitze des Verbandes nicht wieder antr
"Worauf warten wir noch?"/ Prominente aus Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft fordern ein Gewalthilfegesetz ...
Mit dem Slogan "Worauf warten wir noch?" fordern 22 Prominente aus Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft seit heute früh in einem 60-Sekunden-Film (https://www.youtube.com/watch?v=5Gm2-oaJWCg) ein Gewalthilfegesetz. Der Clou: Erstmals beteiligen sich Männer an einem solchen Video! Das un
Weitere Mitteilungen von Paritätischer Wohlfahrtsverband
Abfallaufkommen im Jahr 2022 um 3,0 % geringer als im Vorjahr ...
- Abfallaufkommen erstmals seit 2013 unterhalb von 400 Millionen Tonnen - Siedlungsabfälle mit überdurchschnittlichem Rückgang von 6,2 % zum Vorjahr - Verwertungsquote mit knapp 82 % fast unverändert gegenüber den Vorjahren Im Jahr 2022 wurden in Deutschland nach vorläufigen Ergebnissen 399,
Bei stabiler Zuwanderung sinkt Bevölkerung in der EU bis 2070 voraussichtlich von 451 Millionen Menschen auf 432 Millionen ...
- Bevölkerungsentwicklung laut EU-Vorausberechnung in den einzelnen Staaten sehr unterschiedlich - Vorausberechnung geht zudem von deutlich steigendem Anteil älterer Menschen (65plus) aus, Deutschland im unteren Drittel aller EU-Staaten - 2070 kommen EU-weit weniger als zwei Menschen im Erwerbsal
Rückenwind für Pestizidklagen von Deutscher Umwelthilfe und foodwatch: Europäischer Gerichtshof bestätigt Forderungen nach Umwelt- und Gesundheitsschutz bei Pestizidzulassung ...
- EuGH-Urteile: Nationale Zulassungsverfahren für Pestizide müssen neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu Umwelt- und Gesundheitsrisiken einbeziehen - Brandbrief an Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit: DUH und foodwatch fordern umgehende Anpassung der Zulassungspraxis
Kunststoff Recycling wird mit Photovoltaik noch grüner / Polyten Recycling und Gorfion Green Energy nehmen Photovoltaik-Anlage in Betrieb ...
"Es kann losgehen" freut sich Jörg Mavroidis, Geschäftsführer der Polyten Recycling GmbH, "nun wird unser Produkt noch nachhaltiger." Die Polyten Recycling ist auf das Recycling von Kunststoff (PVC) spezialisiert und lebt den Nachhaltigkeitsgedanken bereits mit ihren Produkten




