Nahostexperte Christian-Peter Hanelt: Israelischer Beschuss iranischer Atomanlagen eher unwahrscheinlich - Versäumnisse des Westens nach Atomabkommen 2015
ID: 2128433

(ots) - 3. Oktober 2024 - Auch in Deutschland rätselt man darüber, wie die israelische Antwort auf den Raketenbeschuss durch den Iran ausfallen wird. "Die Wiederherstellung einer Abschreckung, die darauf abzielt, dass der Iran nicht wieder Raketen oder Drohnen von seinem Staatsgebiet auf Israel abfeuert - das wird das Ziel sein", äußerte sich der Nahostexperte der Bertelsmann-Stiftung, Christian-Peter Hanelt, im Fernsehsender phoenix. Dabei hielt er einen Beschuss der iranischen Atomanlagen für unwahrscheinlich. "Die israelische Luftwaffe kann ohne die große Unterstützung der USA die vermuteten unterirdischen Atomanlagen nicht treffen." Ein Angriff sei zudem mit unkalkulierbaren Folgen verbunden. Hanelt schloss nicht aus, dass Israel versuchen könnte, das iranische Atomprogramm mit Cyber-Attacken zu stören. Möglich sei es, so der Nahostexperte, dass man den Öl- und Gasverkauf des Iran sanktionieren und damit eine wichtige Einnahmequelle treffen könnte. Doch werde ein solches Vorgehen in den USA auch kritisch gesehen. "Ich habe das Gefühl, dass die US-Administration mit Blick auf ihren eigenen Wahlkampf verhindern möchte, dass die Disruption im Ölmarkt die Preise an den Zapfsäulen hochsausen lässt."
Die aktuelle Zuspitzung im Nahen Osten führte Hanelt auch auf Versäumnisse der Weltgemeinschaft beim Abschluss des Atomwaffenabkommens 2015 zurück, dass damals zwischen dem Iran und den USA, Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Russland und China geschlossen worden war. Iran hatte sich mit dem Abkommen verpflichtet, sein Atomprogramm zu beschränken und keine Atomwaffen zu bauen. "Israel und die arabischen Staaten, die sich vom iranischen Atomprogramm bedroht fühlen, wurden damals nicht in diese Verhandlungen einbezogen. Und auch das ballistische Raketenprogramm wurde nicht mit einbezogen", kritisierte Hanelt. Hinzu komme, dass nach dem Abschluss des Abkommens "keine diplomatischen und politischen Anstrengungen für die gesamte Region - arabische Länder, Türkei, Iran und Israel - unternommen wurden, eine Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit auf die Beine zu stellen, in der atomare und Raketen-Abrüstung eine Rolle spielen. Das ist auch ein Grund dafür, warum wir diese Eskalation erleben", war Hanelt überzeugt.
Pressekontakt:
phoenix-Kommunikation
Telefon: 0228 / 9584 192
kommunikation@phoenix.de
Twitter.com: phoenix_de
Original-Content von: PHOENIX, übermittelt durch news aktuellWeitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 03.10.2024 - 13:09 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2128433
Anzahl Zeichen: 2534
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: ots
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Fernsehen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 422 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Nahostexperte Christian-Peter Hanelt: Israelischer Beschuss iranischer Atomanlagen eher unwahrscheinlich - Versäumnisse des Westens nach Atomabkommen 2015"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
PHOENIX (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
phoenix überträgt live das Karlsruher Verfassungsgespräch aus dem Bundesverfassungsgericht. Im Mittelpunkt stehen Reden und Beiträge von Gerichtspräsident Prof. Dr. Stephan Harbarth, der Direktorin des Instituts für Zeitgeschichte München-Berlin (IfZ), Prof. Dr. Isabel Heinemann, dem Karlsruh
Siemtje Möller (SPD) zum Besuch Trumps in Peking: Das macht China stark und die USA schwach ...
Nach dem Besuch von US-Präsident Donald Trump könne man schon sehr klar sehen, "dass es eine Machtverschiebung hin nach China gegeben hat und dass jetzt gewissermaßen in China alle Fäden zusammenlaufen." Das sei genau das, was Chinas Staatspräsident Xi Jinping beabsichtigt habe, erklÃ
Reem Alabali Radovan (SPD) auf dem Katholikentag: Partnerschaften mit Ländern des globalen Südens in deutschem Sicherheitsinteresse ...
Reem Alabali Radovan, Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, erklärt am Rande des 104. Katholikentags in Würzburg, Deutschland habe "viele Partnerländer im globalen Süden, die ganz unterschiedlich aufgestellt sind." Mit diesen müsse man mit Blick auf die
Weitere Mitteilungen von PHOENIX
Früherer Leiter der Münchener Sicherheitskonferenz Horst Teltschik überzeugt: Deutschland muss Israel "mit Truppen zu Hilfe kommen" ...
3. Oktober 2024 - Der ehemalige Leiter der Münchener Sicherheitskonferenz und Berater des früheren Bundeskanzlers Helmut Kohl, Horst Teltschik, unterstützt die Auffassung des israelischen Botschafters in Deutschland, Ron Prosor, der ein klareres Bekenntnis der Bundesregierung zum Selbstverteidigu
"phoenix persönlich" : "heute-show"-Moderator Oliver Welke zu Gast bei Jörg Thadeusz - Samstag, 05.10.2024 um 0:00 Uhr ...
In der Sendung "phoenix persönlich" spricht Jörg Thadeusz mit Oliver Welke, Autor und Satiriker, über sein Leben in Bonn, die "heute-show" und über seinen Blick auf die Politik. "Das kommt in der Sendung vielleicht nicht genügend rüber, aber ich habe allergrößte Ho
Jahrhundertzeugen - Naftali Fürst, Film von Martin Priess / mit Illustrationen von Reinhard Kleist und Matthias Lehmann, Erstausstrahlung 5. Oktober 2024, 23.15 Uhr ...
Er ist einer der letzten Überlebenden der Shoah. Und er ist vom Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023 unmittelbar familiär betroffen. Der 1932 in Bratislava geborene Naftali Fürst wurde im November 1944 mit seinem Bruder und seinen Eltern von den Nationalsozialisten nach Auschwitz-Birkenau deport
Alice Weidel und Sahra Wagenknecht im WELT TV-Duell / Mittwoch, 9. Oktober, ab 18 Uhr ...
Am Mittwoch, den 9.Oktober 2024 um 18 Uhr, treffen die Parteivorsitzenden von AfD und BSW, Alice Weidel und Sahra Wagenknecht, zum ersten Mal live im deutschen Fernsehen aufeinander. Das WELT TV-Duell wird von Chefredakteur Jan Philipp Burgard moderiert. "Wir verstehen uns als Nachrichtensend




