Kerzencheck der Deutschen Umwelthilfe: Verbraucherinnen und Verbraucher werden über Nachhaltigkeit im Dunkeln gelassen
ID: 2138182

(ots) -
- DUH hat 58 Hersteller und Anbieter untersucht: Immer mehr geben keine Auskunft über Palmöleinsatz, fossiles Paraffin noch immer weit verbreitet
- Positivbeispiele Ikea, Norma und Bio Company setzen auf streng zertifiziertes Palmöl, Negativbeispiele wie Rossmann und Hornbach betreiben lediglich Zertifikatehandel
- DUH fordert Kennzeichnungspflicht für nachwachsende Rohstoffe, um bewusste Kaufentscheidungen zu ermöglichen
Verbraucherinnen und Verbrauchern wird es weiterhin schwer gemacht zu erkennen, ob sie beim Kerzenkauf zu Regenwaldzerstörung und der Klimakrise beitragen. Das zeigt der 3. Kerzencheck, für den die Deutsche Umwelthilfe (DUH) 58 Kerzenhersteller und -anbieter zu genutzten Rohstoffen, deren Nachhaltigkeit sowie der Kennzeichnung befragt hat. Trotz teils schon vor drei Jahren getroffenen Zusagen gibt es kaum Fortschritte bei der Kennzeichnung der genutzten Rohstoffe. So geben beispielsweise 18 befragte Unternehmen an, fossiles Paraffin zu verwenden - entsprechend gekennzeichnet und damit auch für Kundinnen und Kunden erkennbar ist dies jedoch nur in fünf Fällen. Palmöl wird bei weniger als jeder zweiten palmölhaltigen Kerze gekennzeichnet.
Nur 11 der 58 Unternehmen verwenden nach eigenen Angaben ausschließlich nachhaltig zertifiziertes Palmöl - das ist ein deutlicher Rückgang im Vergleich zum letzten Kerzencheck aus dem Jahr 2021: Damals waren es 20 von 52. Sieben Unternehmen verzichten ganz auf Palmöl. Das macht deren Kerzen jedoch nicht automatisch umweltfreundlicher. Denn Ölpalmen liefern pro Hektar besonders viel Pflanzenöl. Ein vollständiger Verzicht würde die Umweltbelastungen lediglich auf fossiles Paraffin oder weniger effiziente Rohstoffe wie Raps- und Sojaöl verlagern. Stattdessen ist entscheidend, dass nur Palmöl mit strengen Nachhaltigkeitskriterien für Kerzen verwendet wird.
Die DUH fordert eine verpflichtende Deklaration, damit für Verbraucherinnen und Verbraucher ersichtlich ist, ob Palmöl oder ein anderer nachwachsender Rohstoff enthalten und nachhaltig ist.
Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: "Es ist alarmierend, dass mit rund 60 Prozent immer mehr der befragten Unternehmen verschweigen, ob ihre Kerzen Palmöl enthalten und ob dieses aus nachhaltigem Anbau stammt. Wir fordern eine europaweite Kennzeichnungspflicht für nachwachsende Rohstoffe in Kerzen, damit Verbraucherinnen und Verbraucher bewusste Kaufentscheidungen treffen können. Wir empfehlen allen Menschen, die gerade jetzt in der Adventszeit nicht auf Kerzen verzichten möchten, auf nachhaltig zertifizierte Rohstoffe zu achten. Unser Kerzencheck hilft ihnen dabei ganz konkret."
Vier Unternehmen haben sich in der diesjährigen Abfrage positiv hervorgetan: Ikea, Norma, Bio Company und Gebrüder Müller Kerzenfabrik setzen ausschließlich auf Palmöl-Zertifizierungen mit hohen Nachhaltigkeitsstandards.
Mehr als die Hälfte der abgefragten Unternehmen, insgesamt 25, setzen auf völlige Intransparenz und haben auf die Anfrage der DUH überhaupt nicht reagiert. Zu den Schlusslichtern unter denen, die geantwortet haben, zählen der Verbrauchsartikelhersteller Papstar, die Drogeriemarktkette Rossmann sowie der Baumarktriese Hornbach. Rossmann setzt weiterhin auf Palmöl ohne Zertifizierung und erwirbt anschließend Zertifikate in der gleichen Menge. Jegliche Kennzeichnung bleibt aus - ebenso bei der Konkurrenzkette dm. Auch Hornbach erlaubt weiterhin den Zertifikatehandel und betreibt keine weiteren Maßnahmen für mehr Transparenz.
Hintergrund:
Etwa 9 Prozent des in Deutschland verwendeten Palmöls wurden 2019 in Kerzen verarbeitet - doch nur 40 Prozent davon stammen von zertifiziert nachhaltigen, entwaldungsfreien Plantagen. Voraussichtlich am 30. Dezember 2025 tritt die EU-Verordnung für entwaldungsfreie Produkte in Kraft. Ab dann muss das Palmöl bis zur Anbaufläche zurückzuverfolgen sein sowie ein Nachweis darüber vorliegen, dass die Fläche nicht nach dem 1. Januar 2020 entwaldet wurde.
Links:
Zum Kerzencheck: https://l.duh.de/p241130a
Pressekontakt:
Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer
0160 90354509, mueller-kraenner@duh.de
DUH-Newsroom:
030 2400867-20, presse@duh.de
www.duh.de
Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V., übermittelt durch news aktuellWeitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 30.11.2024 - 10:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2138182
Anzahl Zeichen: 4541
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: ots
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Umwelttechnologien
Diese Pressemitteilung wurde bisher 679 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Kerzencheck der Deutschen Umwelthilfe: Verbraucherinnen und Verbraucher werden über Nachhaltigkeit im Dunkeln gelassen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Deutsche Umwelthilfe e.V. (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Trotz breiter Kritik hat der Bundestag heute das Gebäudemodernisierungsgesetz verabschiedet. Statt auf wirksamen Klimaschutz wird auf teure sogenannte grüne Gase gesetzt und damit fossile Gasinfrastruktur weiter verfestigt. Das Gesetz widerspricht aus Sicht der Deutschen Umwelthilfe (DUH) den gese
Pressezitat: Bis zu 5.500 Tote durch Rekord-Hitzewoche im Juni: Deutsche Umwelthilfe fordert Hitze-Krisengipfel ...
Laut aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts sind durch die extreme Hitzewelle im Juni (Kalenderwoche 26) in Deutschland mehr als 4.300 Menschen gestorben. Zahlen des statistischen Bundesamtes deuten sogar auf bis zu 5.500 Todesfälle hin. Derweil sind für das kommende Wochenende erneut extreme
Gegengewicht zum Infrastrukturzukunftsgesetz dringend notwendig: Deutsche Umwelthilfe fordert Nachbesserungen im Gesetz zur Stärkung der Natürlichen Infrastruktur ...
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hält die Stärkung der Natürlichen Infrastruktur für dringend geboten, kritisiert den gleichnamigen Gesetzentwurf aber als unzureichend. Anstatt Wäldern, Mooren, Flussauen und Schutzgebieten bei politischen Entscheidungen mehr Gewicht zu geben, werden vorgesehene S
Weitere Mitteilungen von Deutsche Umwelthilfe e.V.
Undurchsichtige Zukunftsversprechen zur Klimaneutralität: Deutsche Umwelthilfe reicht Klimaklage gegen Sportartikelhersteller Adidas ein ...
- DUH klagt wegen dreistem Greenwashing gegen Sportkonzern Adidas - Unternehmen hat mit "Klimaneutral bis 2050" geworben, ohne ausreichende Maßnahmen und Zwischenziele anzugeben - DUH fordert ambitionierte Vorgaben für glaubwürdige und nachvollziehbare grüne Zukunftsversprechen v
Neues Gesetz zur öffentlichen Beschaffung: Deutsche Umwelthilfe kritisiert unzureichende Berücksichtigung des Umweltschutzes ...
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert das sogenannte Vergaberechtstransformationsgesetz, das die Bundesregierung am 27. November im Kabinett beschlossen hat. Laut DUH sei dies eine vertane Chance für eine umweltfreundliche Beschaffung. Demnach sieht die Bundesregierung für Produkte mit einer &
EU-Terminvorschau vom 1. bis 6. Dezember ...
Die EU-Terminvorschau ist ein Service der Vertretungen der EU-Kommission in Deutschland für Journalistinnen und Journalisten. Sie kündigt vor allem Termine der EU-Kommission, des Europäischen Parlaments, des Rates der Europäischen Union und des Europäischen Gerichtshofes mit besonderer Bedeutun
Taktgeber des Wandels: 17. Deutscher Nachhaltigkeitspreis für Unternehmen in Düsseldorf verliehen ...
Im Rahmen des 17. Deutschen Nachhaltigkeitspreises (DNP) wurden in Zusammenarbeit mit der DIHK und dem WWF zum zweiten Mal 100 Unternehmen ausgezeichnet, die in ihren jeweiligen Branchen wegweisende Beiträge zur nachhaltigen Transformation leisten. Darüber hinaus wurden branchenübergreifend vier




