Nachhaltige Weihnachtsbäume
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(ots) - Pünktlich zum Beginn der Adventszeit kommt auch das Thema Weihnachtsbaum auf. Viele fragen sich, ob ein natürlicher Weihnachtsbaum noch vertretbar ist und welche nachhaltigen Alternativen es gibt. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) empfiehlt regionale und ökologisch produzierte Bäume heimischer Sorten.
Nachhaltigkeit wird für viele zu einem immer relevanteren Thema - auch beim Weihnachtsbaumkauf. In einer Umfrage von Statista und YouGov gaben 67 Prozent der 18- bis 24-Jährigen an, mehr für einen nachhaltig produzierten Weihnachtsbaum ausgeben zu wollen. Kein Wunder also, dass auch die Alternativen zum klassischen Weihnachtsbaum beliebter werden. Diese reichen vom Baum im Topf bis hin zum wiederverwendbaren Holzgestell für Schnittgrün. Auch ein Plastikbaum scheint für manche eine Alternative zu sein.
Klimabilanzen sprechen für den natürlichen Weihnachtsbaum
Aus der Perspektive des Klimaschutzes lohnt es sich jedoch genauer hinzuschauen. Denn: natürliche Weihnachtsbäume haben in der Regel eine neutrale oder sogar leicht positive Klimabilanz. Je nach Szenario produziert ein Weihnachtsbaum zwischen 3,1 und -0,5 Kilogramm CO2. Dabei fällt die Klimabilanz umso positiver aus, je kürzer die Transportwege während der Produktion sind. Ein durchschnittlicher Plastikbaum produziert hingegen mehr als 40 Kilogramm CO2. Schließlich werden die Plastikbäume überwiegend in Asien produziert, sodass nicht nur durch die Herstellung, sondern auch durch den Transport viel CO2 freigegeben wird. Selbst im weniger optimistisch berechneten Szenario könnten also mehr als zehn Jahre hintereinander natürliche Weihnachtsbäume gekauft werden.
Regionale Produktion besonders wichtig
Die Herkunft unserer Weihnachtsbäume und Baumalternativen ist also ein entscheidender Faktor in Sachen Nachhaltigkeit. Passend dazu sind die Anbauflächen in Deutschland in den letzten Jahren tendenziell gestiegen. 2021 wurden 20.100 Hektar dafür verwendet. Gezüchtet werden hier vor allem Nordmanntannen, die jedoch nicht in Deutschland heimisch sind. Die Samen für diese beliebte Baumart - knapp 75 Prozent aller deutschen Weihnachtsbäume sind Nordmanntannen - haben dafür einen langen Weg hinter sich gebracht. Das Saatgut wird zu einem Großteil aus Georgien importiert, wo es unter oftmals schlechten Arbeitsbedingungen geerntet wird. Wer trotz der schlechteren Klimabilanz nicht auf eine Nordmanntanne verzichten will, sollte auf das "Fair Trees"-Label achten, mit dem faire Arbeitsbedingungen gekennzeichnet werden.
Öko-Siegel bieten Orientierung beim Kauf
Weihnachtsbäume gehören für die Deutschen zum Fest dazu. 59 Prozent der Bevölkerung wollen nicht auf diese Tradition verzichten, womit der Weihnachtsbaum auf Platz fünf der beliebtesten Weihnachtstraditionen landet. Die SDW empfiehlt daher einen regional gewachsenen Baum zu kaufen, am besten aus ökologischem Anbau. Heimische Kiefern, Fichten oder Tannen sind dabei besonders vorteilhaft. Folgende Siegel belegen eine ökologische Herstellung: Naturland, Demeter, Bioland oder Biokreis. In zertifizierten Betrieben sorgt eine vielseitige Bepflanzung der Nutzflächen nicht nur für einen gesunden Boden, sondern auch für mehr Biodiversität. Oft werden auch andere Nutztiere auf den Flächen gehalten, sodass natürlicher Dünger für die Pflanzen bereitgestellt und das Wachstum von Kraut reguliert wird. Die Siegel belegen außerdem den Verzicht auf Pestizide, Mineraldünger und Entwässerung.
Siegel im Überblick
- Fair-Trees: Fair-Trade-Siegel, welches eine umweltfreundliche und menschenwürdige Produktion von Saatgut garantiert.
- Naturland: Garantiert einen vollständig biologischen Betrieb.
- Demeter: Das älteste Bio-Siegel verfügt über die strengsten Richtlinien und garantiert naturnahe Bewirtschaftung.
- Bioland: Steht vor allem für Regionalität in Deutschland und Südtirol.
- Biokreis: Garantiert bio-regionale Wirtschaftskreisläufe.
- FSC: Zertifiziert nachhaltige Forstbetriebe. Für Weihnachtsbäume gibt es ein spezielles FSC-Zertifikat.
- PEFC: Zertifizierte Plantagen verpflichten sich zum Erhalt der biologischen Vielfalt, Bodenschutz und zur Arbeitssicherheit.
Über die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW):
Am 5. Dezember 1947 wurde die SDW in Bad Honnef gegründet und ist damit einer der ältesten Naturschutzverbände in Deutschland. Heute engagieren sich in den 15 Landesverbänden rund 25.000 Mitglieder aktiv für den Wald. Jedes Jahr informiert der Bundesverband zum Thema Weihnachtsbaum und gilt als Ansprechpartner für alle, die mehr über den Ursprung der Bäume und nachhaltige Optionen erfahren möchten.
Pressekontakt:
Tim Niereisel
Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Bundesverband e. V. (SDW)
Kaiserstraße 12 | 53113 Bonn
Tel.: 0228 945984-4
Mail: tim.niereisel@sdw.de
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Datum: 06.12.2024 - 14:43 Uhr
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