StimmungsBAUrometer 2024: Baubranche stellt sich Herausforderungen
• Personalbereich bleibt Sorgenkind
• Künstliche Intelligenz gewinnt deutlich an Ansehen
2024: Personal, Auftragslage, Rahmenbedingungen
Der Fachkräftemangel zählte auch 2024 zu den größten Sorgenkindern der Branche (erneut 81 Prozent, Abb. 3). Gut dreiviertel der Befragten kämpften in diesem Zusammenhang mit dem Ausscheiden erfahrener Mitarbeiter. Und nur 1 Prozent der Befragten gab an, eine Lösung für die hohen Fehlzeiten in der Belegschaft gefunden zu haben. „Beides zeigt, wie wichtig es für die Unternehmen ist, die Themen Personalsuche, -bindung und -entwicklung konsequent anzugehen“, betont Michael Schwinn, Berater bei BauPlus und verantwortlich für das BAUrometer.
40 Prozent der Unternehmen gaben an, dass sie den Nachfragerückgang in der Bauwirtschaft im vergangenen Jahr nicht lösen konnten (2023: 35 Prozent). Während der Wohnungsbau in der Lösungsfindung scheinbar weiter ist, waren die Auftragseinbußen im Ingenieurbau (67 Prozent) sowie im Gewerbe- und Industriebau (67 Prozent) herausfordernder. Die Verfügbarkeit von Materialien war für keines der Unternehmen mehr problematisch.
Die Frage nach den politischen Rahmenbedingungen legte 2024 im Vergleich zum Vorjahr an Relevanz noch einmal zu: 84 Prozent (2023: 81 Prozent) gaben an, diese Herausforderung gar nicht (76 Prozent) oder nur teils (8 Prozent) gelöst zu haben. Schwinn: „Im Bereich der Bürokratie sind es insbesondere Genehmigungsverfahren, aber auch Vorschriften und gesetzliche Auflagen, die die Unternehmen nach eigenen Angaben vor besonders hohe und nicht beeinflussbare Hürden stellen.“
2025: Politische Rahmenbedingungen bleiben Risikofaktor Nummer Eins
Die innenpolitischen (77 Prozent) und außenpolitischen (74 Prozent) Rahmenbedingungen bleiben bei den Befragten auch in der Risikoeinschätzung für das Jahr 2025 auf Position Eins. Der Fachkräftemangel (61 Prozent), die Energieversorgung und -preise (47 Prozent) sowie die ESG-Regularien (41 Prozent, erstmalig in der Abfrage) schließen sich an. „Stärkere Umweltgesetze, regulatorische EU-Vorgaben und der steigende politische und gesellschaftliche Druck setzen das Thema ESG mit Nachdruck auf die Agenda der Bauunternehmen“, so Rheindorf.
Der größte Unterschied im Vergleich zum Vorjahr herrscht bei der Frage nach Künstlicher Intelligenz (KI): Mittlerweile betrachten 43 Prozent der Befragten die Technologie als Chance (2023: 25 Prozent). Mehrheitlich gilt dies auch weiterhin für die Digitalisierung (52 Prozent und damit -5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr).
Fokus auf Prozessoptimierung und Controlling
Obwohl die Nachfragesituation bei 50 Prozent der Unternehmen als Risiko für das Geschäftsjahr 2025 eingestuft wird, erwarten weniger von ihnen eine Verschlechterung ihrer Geschäftslage (29 Prozent und damit -10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Die Mehrheit der Befragten will sich vorrangig mit den Themen Personal sowie mit der Optimierung der Unternehmensorganisation und -abläufe beschäftigen. Die Beschäftigtenzahl soll dabei weitestgehend gleichbleiben, mit einem Rückgang rechnen nur 4 Prozent (Abb. 4).
„Unser StimmungsBAUrometer 2024 zeigt, dass sich die Baubranche den Herausforderungen weiterhin aktiv stellt“, so Schwinn. Und weiter: „Wir beobachten außerdem, dass die zahlenbasierte Unternehmenssteuerung wieder mehr an Bedeutung gewinnt. Themen wie Baustellen- und Unternehmenscontrolling rücken dadurch stärker in den Fokus – so landete dieses Thema aus dem Stand auf Platz 4 der 2025er-To-do-Liste.“
Das vollständige StimmungsBAUrometer 2024 (Auswertung mit Grafiken) finden Sie unter: https://www.bauplus-consulting.de/stimmungsbaurometer/
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Datum: 28.01.2025 - 12:25 Uhr
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Freigabedatum: 28.01.2025
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