Kongo: "Die Lage in Goma ist völlig chaotisch, die Menschen sind verwirrt, Kliniken überfüll

Kongo: "Die Lage in Goma ist völlig chaotisch, die Menschen sind verwirrt, Kliniken überfüllt"

ID: 2148683

(ots) - Die Kämpfe in Goma zwischen der kongolesischen Armee und den M23-Milizen gehen weiter - Die humanitäre Situation ist äußerst besorgniserregend - Flüchtlingslager leeren sich - Caritas Goma bleibt vor Ort und versucht Hilfe wieder aufzunehmen.

Die Situation in der Stadt Goma sei "völlig unübersichtlich" berichtet Richard Kabuyre, Mitarbeiter der Caritas Goma. Während die M23 Milizen den Westen und Norden der Stadt beherrschen, verteidigen die Streitkräfte der Demokratischen Republik Kongo weiter den Süden und Osten Gomas. "Die Kämpfe sind heute Morgen wieder aufgeflammt, was die humanitäre Lage zunehmend ernster macht, weil die Menschen mit dem Nötigsten nicht mehr versorgt werden können." Der Caritas Mitarbeiter berichtet zudem von einer herrschenden Verwirrung unter den Binnenflüchtlingen, die in ihrer Mehrzahl die Flüchtlingscamps rund um die Stadt verlassen und aufgegeben haben. "Die Krankenhäuser sind mit Verletzten überfüllt."

"Trotz dieser schwierigen Situation wird die Caritas ihre Hilfen in Goma fortsetzen", sagt Oliver Müller, Leiter von Caritas international, dem Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes. "Ich bin den Caritas-Kolleginnen und Kollegen äußerst dankbar, dass sie weitermachen werden. Die humanitäre Situation ist äußerst besorgniserregend und verschlechtert sich zusehends. Bereits vor den aktuellen Kämpfen war die Lage für die Menschen katastrophal", sagt Oliver Müller, der im vergangenen Jahr Goma besuchte.

Die Caritas ist seit drei Jahrzehnten durchgehend in Goma aktiv und hat in den vergangenen Jahren ihre Hilfen ausgeweitet, während viele andere Hilfsorganisationen ihre Mitarbeitenden evakuiert und ihre Arbeit eingestellt haben.

"Ein Teil des medizinischen Personals der Caritas hat trotz der Kämpfe in den Camps ausgeharrt, um Frauen bei der Geburt zu unterstützen", berichtet Richard Kabuyre. "Das kann nicht warten." Andere Hilfen sollen so schnell wie möglich wieder aufgenommen werden, wenn es die Sicherheitslage zulässt.



Die Kämpfe zwischen der kongolesischen Armee und den M23-Rebellen sind in der an Bodenschätzen so reichen Provinz Nord-Kivu im Jahr 2021 wieder aufgeflammt. Seitdem kam es immer wieder zu Kämpfen in der Region, die die Menschen zur Flucht gezwungen haben. Allein in den ersten drei Januarwochen 2025 sind 400.000 Menschen geflohen. In den Provinzen Nord- und Süd-Kivu leben nach Angaben der Vereinten Nationen rund 4,6 Millionen Binnenflüchtlinge. In der Demokratischen Republik Kongo sind rund 26 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Hinweis an die Redaktionen: Oliver Müller, der Leiter von Caritas international, steht für Interviews gern zur Verfügung.

Caritas international bittet um Spenden mit dem Stichwort

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Datum: 28.01.2025 - 13:41 Uhr
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