Bekämpfung der weiblichen Genitalverstümmelung stagniert / SOS-Kinderdörfer zum Gedenktag am 6. Februar
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(ots) - Die Bekämpfung der weltweiten Genitalverstümmelung von Mädchen und Frauen stagniert. Darauf weisen die SOS-Kinderdörfer zum Internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung am 6. Februar hin. Die Maßnahmen zur Bekämpfung der grausamen Praxis könnten mit dem rasanten Bevölkerungswachstum in vielen besonders betroffenen Ländern nicht Schritt halten. Boris Breyer, Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer weltweit, sagt: "Das ist sehr ernüchternd! Wir müssen jetzt Präventionsmaßnahmen und Aufklärungsarbeit maximal intensivieren."
Genitalverstümmelung ist eine grausame Tradition, bei der Mädchen der Genitalbereich brutal beschnitten wird, was sehr schmerzvoll ist, schwere Traumata auslösen kann und gegen die Menschenrechte verstößt. Gemäß Schätzungen der WHO sind weltweit 230 Millionen Mädchen und Frauen von Genitalverstümmelung, englisch ,Female Genital Mutilation' (FGM), betroffen. Trotz einiger Fortschritte in den letzten Jahren müsste die FGM-Bekämpfung 27 Mal schneller als bisher voranschreiten, um bis 2030 das UN-Nachhaltigkeitsziel ,Beendigung aller Formen von Gewalt gegen Frauen und Mädchen' zu erreichen.
- FGM ist weiterhin in vielen Ländern erlaubt, wird tabuisiert oder verharmlost. Besonders stark stagniert die FGM-Bekämpfung in Somalia, Mali und Guinea-Bissau. Die Quote der betroffenen Mädchen und Frauen im Alter von 15 bis 19 Jahren hat dort in den letzten 30 Jahren kaum abgenommen.
- Auch staatliche Verbote helfen nur bedingt: So gehört die FGM-Quote in Gambia ebenfalls zu den höchsten weltweit - obwohl die Praxis seit 2015 gesetzlich verboten ist. 73 Prozent aller Frauen zwischen 15 und 49 Jahren sind betroffen.
- Immer öfter wird FGM schon bei Säuglingen und Kleinkindern durchgeführt, was intervenierende Maßnahmen besonders erschwert. Mehr als zwei Millionen Mädchen unter fünf Jahren erleiden jährlich eine Genitalverstümmelung.
- Die Folgen für die körperliche und mentale Gesundheit sind gravierend und währen oft ein Leben lang. Dazu gehören Blutvergiftung und chronische Infektionen, Geburtskomplikationen, Unfruchtbarkeit, Sexualstörungen und Depressionen. Etwa 25 Prozent der Mädchen und Frauen sterben während oder infolge der Beschneidung.
So helfen die SOS-Kinderdörfer:
Die SOS-Kinderdörfer engagieren sich weltweit für die Abschaffung der Genitalverstümmelung. Die Hilfsorganisation leistet in Eltern-Workshops und in Schulen Aufklärungsarbeit. In Empowerment-Programmen werden Mädchen und Frauen über ihre Rechte informiert und erlernen Verhaltensmaßnahmen, die sie in einer unabhängigen Lebensführung stärken. Zur Wiederherstellung der Gesundheit erhalten sie in den medizinischen Zentren der SOS-Kinderdörfer kostenlose Behandlungen, zur Bewältigung traumatischer Erlebnisse psychosoziale Unterstützung.
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Boris Breyer
Pressesprecher SOS-Kinderdörfer weltweit
Tel.: 0160 - 984 723 45
E-Mail: boris.breyer@sos-kd.org
www.sos-kinderdoerfer.de
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Datum: 03.02.2025 - 11:25 Uhr
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